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Gebäude des Hochschulteams Wuppertal

 

Vielleicht werden Ferien im Nullenergiehaus schon bald Realität? Das Gebäude des Hochschulteams aus Wuppertal zeigt neben vielen pfiffigen Ideen vor allem ein interessantes Raumkonzept. Das Gebäude sollte sich in Madrid bewähren – und mit geringfügigen Modifikationen gleichermaßen an anderen europäischen Standorten funktionieren. Es entstand ein funktional offenes, mit dem Außenraum verwebtes Haus, das mit reduzierten gestalterischen Mitteln einen wandlungsfähigen Raum bietet.

Das interdisziplinäre Team aus den Fachbereichen Architektur, Bauingenieurswesen, Design, Wirtschaftswissenschaften und Maschinenbau bejubelte am Ende die Silbermedaillen in den Kategorien „Architektur“ sowie „Geräte und Funktionalität“.

Architektur

Mit diesem Projekt wollte das Wuppertaler Hochschulteam ein „Europäisches Haus“ entwickeln. Das Gebäude sollte also nicht ausschließlich für den Wettbewerb und somit den Standort Madrid konzipiert werden, sondern gleichermaßen an anderen Standorten Europas funktionieren. Auffälliges Merkmal und Leitidee des Gebäudeentwurfs sind zwei versetzt angeordnete, solaraktive Wandscheiben, aus denen sich ein funktional offenes, mit dem Außenraum verwebtes und wandlungsfähiges Haus entwickelt. Mit geringfügigen Änderungen der Gebäudehülle ist ein Standortwechsel des Hauses vom warmen Klima in gemäßigte Klimata möglich.

Auf einer Länge von rund 13 Metern überspannt ein auf den Wandscheiben aufliegendes Tragwerk den Innenraum stützenfrei und bildet den oberen Gebäudeabschluss sowie einen Dachpatio. Im unteren Bereich kann die Fassade nach West und Ost über Glasschiebeelemente vollständig zum Außenraum geöffnet werden. Das Konzept versteht sich als Beitrag zu energieeffizientem, zukunftsfähigen Wohnen auf minimalen Raum bei größtmöglicher Nutzungsflexibilität und Wohnqualität.

 

Energiekonzept

Um das Haus klimatisch an verschiedene europäische Standorte anpassen zu können, wurde ein Lüftungskompaktgerät mit einer Luft-/Wasserwärmepumpe gewählt, die durch hydraulische Umschaltung in der Lage ist, sowohl die Zuluft sowohl zu heizen und zu kühlen als auch eine Bodenheizung/-kühlung zu bedienen. Das Gerät ist mit einem Brauchwassertank ausgestattet und mit einem vertikal angeordneten Vakuumkollektorfeld verbunden. Die solare Wärme wird sowohl zur Warmwasserbereitung als auch zur Heizung über die Bodenheizfläche genutzt. Haushaltsgeräte wie Wasch- und Spülmaschine werden mit warmem Wasser bedient. Zur Erweiterung der Kühlleistung wurde das Lüftungskompaktgerät um eine Verdunstungskühlung erweitert. In der Nacht wird das Gebäude durch freie Auftriebslüftung über automatisch angesteuerte Klappen in unterschiedlicher Höhe des Gebäudes abgekühlt. Zur zusätzlichen Stabilisierung der Raumtemperatur wurden Hohlkammerplatten mit Phasenwechselmaterial auf der Basis von Salzhydraten als Latentwärmespeicher in den inneren Wandaufbau integriert.

Über die Deckung des eigenen Strombedarfs hinaus wird standortabhängig ein mehr oder weniger hoher Überschuss an Solarstrom produziert, der den Herstellungsenergiebedarf des Gebäudes amortisiert. Realisiert wird dies durch den Einsatz von best-practice Geräten im Haushalt, LED-Technik für die Beleuchtung und durch die energetische Optimierung der Gebäudehülle und Gebäudetechnik. Neben der Solarstromanlage auf dem Dach ist das auffällige Merkmal die Solarwand mit ihren unterschiedlichen Zelltypen.
Datenaufzeichnung bzw. Steuerungsfunktion werden über einen EIB an den zentralen home server angekoppelt.

 

Innovation

  • LED-Beleuchtung mit sensorgesteuerter, akustisch wirksamer Lichtdecke
  • Batteriegepuffertes Solarstromsystem zur optimierten Netzintegration
  • Lüftungskompaktgerät mit reversibler Wärmepumpe und adiabater Kühlung
  • Außen liegendes Vorhangsystem aus aluminisiertem Gewebe
  • Wandpaneele mit Vakuumdämmung und raumseitiger PCM-Verkleidung
     

Wettbewerbsperformance

Gesamtwertung: 6. Platz

Einzeldisziplinen:

  • Zweiter Preis in „Architektur“
  • Dritter Preis in „Geräte & Funktionalität“
  • Zweiter Preis „Licht & Beleuchtung“ (Sonderwertung)

Zu besichtigen

Nach seinem Aufbau in Wuppertal wird das "Europäische Haus" nun als experimentelles Wohnlabor für Forschung und Lehre zur Verfügung stehen.

Standort: Harald-Leibnitz-Straße, 42287 Wuppertal, ab Mitte September 2010,
Kontakt: sdeurope(at)uni-wuppertal.de

Auszeichnung

Das Gebäude des Teams Wuppertal erhielt am 1. Februar 2011 vom BDA Wuppertal die Auszeichnung "Guter Bau 2010".  
 

Bildnachweise

Foto oben und 1. Doppelbild links: Amparo Garrido, Madrid. 2. Doppelbild rechts und 3. Doppelbild rechts: Peter Keil, Düsseldorf. Weitere Fotos: Team Wuppertal.


Zusätzliche Informationen:

Solar Decathlon Europe 2010

Hier gelangen Sie zur Präsentation des Solar Decathlon Europe 2010.

Hier geht es zum Videotagebuch des Wettbewerbs.

 

Animation

Flash ist Pflicht!

Animierte Visualisierung des Gebäudes aus Wuppertal

 

Präsentation der Gebäudeprototypen

Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den Gebäudeprototypen der vier deutschen Hochschulteams:

Gebäude aus Rosenheim

Gebäude aus Stuttgart

Gebäude aus Wuppertal

Gebäude aus Berlin

 

Links

Die offizielle Website zum Wettbewerb:

www.sdeurope.org

Die Projektwebsites der vier deutschen Hochschulteams:

Team Rosenheim

Team Stuttgart

Team Wuppertal

Team Berlin

 

Downloads

Plusenergiehaus aus Wuppertal
(Flyer Deutsch, PDF, 2 MB)

European House of Wuppertal
(Flyer Englisch, PDF, 7 MB)