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Gebäude des Hochschulteams Rosenheim

 

Am Ende trennte das Team IKAROS der Hochschule Rosenheim nicht einmal ein ganzer Punkt vom Gesamtsieg beim Solar Decathlon Europe 2010. Mit 810,96 Punkten in der Gesamtwertung wurde hinter der Virginia Polytechnic Institute & State University der zweite Platz erreicht. „Zweiter - Wahnsinn - Der Traum wurde war - Dank an alle die an uns geglaubt und uns unterstützt haben!“ Diese Meldung auf der Homepage drückt die Freude über die gezeigte Leistung aus. Punkten konnte das zu "offiziellen" Anlässen konsequent im bayerischen Outfit auftretende Team vor allem in der Disziplin "Energiebilanz" und in der Kategorie "Komfort und Raumklima" - man lag aber auch bei  vielen Wertungen weit vorn.

Architektur

Der Gebäudeentwurf des Rosenheimer Hochschulteams setzt auf eine modulare Bauweise. So ergibt sich ein flexibler und offener Grundriss. Das Gebäude soll als Wohnhaus für zwei Personen dienen und gleichermaßen die Möglichkeit bieten, zwei Schlafgäste zu beherbergen sowie bis zu acht Personen im Essbereich zu bewirten. Ein zentraler Küchenblock dient als Treffpunkt in der Mitte des großzügigen Wohnraums. Hier finden alle notwendigen Küchengeräte und Arbeitsutensilien ihren Platz. Ein in der Länge erweiterbarer Esstisch befindet sich im Anschluss an den Küchenblock und kann bei Bedarf vollständig verstaut werden.

Mit der "Zacken-Fassade", einem völlig neu entwickelten Fassaden- und Sonnenschutz-Design, erhält die Architektur des Gebäudes einen individuellen und ausdrucksstarken Charakter. Der Sonnenschutz kann zudem im Tages- und Jahresverlauf den Erfordernissen und Bedürfnissen von Gebäude und Bewohnern angepasst werden. So ergibt sich ein Licht- und Schattenspiel, die Fassade zeigt fortlaufend ein anderes Gesicht.

 

Energiekonzept

Das Energiekonzept setzt auf einen sehr guten Wärmeschutz, ein Maximum an Luftdichtheit und auf einen effizienten Sonnenschutz. Während der Mittagsstunden, wenn die solaren Lasten am größten sind, kann der im Boden versenkbare Sonnenschutz vom Boden bis zur Traufe hochgefahren werden. Durch die stufenlose Positionierung des Sonnenschutzes und dem dadurch entstehenden Oberlichtstreifen, kann die verfügbare Tageslichtmenge individuell eingestellt werden.

Das Gebäude wird überwiegend durch passive Maßnahmen gekühlt. Dazu wird in den kühlen, klaren Nachtstunden ein Wasserfilm über die geneigten Solarmodule auf dem Dach geleitet. Über Wärmestrahlung und Verdunstungskühlung wird das Wasser um bis zu 10 Kelvin abgekühlt, in einem Speicher gesammelt und tagsüber wird damit dann die Kühldecke betrieben. Um Spitzenlasten abzupuffern kommt ein neuentwickelter, mit Latentwärmespeichermaterial (PCM) ausgerüsteter Kanal zum Einsatz. Im Umfluftbetrieb wird eine Kühlleistung von 2 kW bei einer Temperaturdifferenz von etwa 10 Kelvin erreicht. Und noch eine Besonderheit: Warmes Wasser wird bei diesem Gebäude nicht über Solarthermie-Kollektoren sondern mit der Prozesswärme einer Wasser/Wasser-Wärmepumpe bereitgestellt.

 

Innovation

  • Modulare Holzrahmenbauweise mit neuentwickelter, biegesteifer Holz-Stahl-Klebeverbindung
  • Variable, versenkbare »Zacken-Fassade«
  • Strahlungs- und Verdunstungskühlung über Dachfläche in Kombination mit Kühldecke
  • Externer, im Umluftbetrieb laufender PCM-Latentwärmespeicher
  • Flexibel in einem Deckenraster steckbare LED-Leuchten (Plugit)
  • Multifunktionale Innenraummöbel (Küchenblock, Raumteiler)
     

Wettbewerbsperformance

Gesamtwertung: 2. Platz

Einzeldisziplinen:

  • Erster Preis in „Elektrischer Energiebilanz“
  • Erster Preis in „Funktionsfähigkeit der Haushaltsgeräte “
  • Erster Preis in „Komfort und Raumklima“
  • Zweiter Preis in „Industrialisierung- & Vermarktungspotenzial“
  • Dritter Preis in „Architektur“
  • Dritter Preis in „Planung und Konstruktion“
  • Extrapreis für das Beleuchtungskonzept

Zu besichtigen

24. Juli bis 3. Oktober 2010: Bayerische Landesgartenschau in Rosenheim
17.-22. Januar 2011: BAU 2011 in München
Ab 1. Mai 2011: 10jährige Nutzung als Appartementhaus in der Nullenergiestadt Stadtteil Mietraching von Bad Aibling

Bildnachweise

Fotos: Sebastian Mortimer; Oliver Pausch; Team Rosenheim.


Zusätzliche Informationen:

Solar Decathlon Europe 2010

Hier gelangen Sie zur Präsentation des Solar Decathlon Europe 2010.

Hier geht es zum Videotagebuch des Wettbewerbs.

 

Animation

Flash ist Pflicht!

Animierte Visualisierung des Gebäudes aus Rosenheim

 

Präsentation der Gebäudeprototypen

Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den Gebäudeprototypen der vier deutschen Hochschulteams:

Gebäude aus Rosenheim

Gebäude aus Stuttgart

Gebäude aus Wuppertal

Gebäude aus Berlin

 

Links

Die offizielle Website zum Wettbewerb:

www.sdeurope.org

Die Projektwebsites der vier deutschen Hochschulteams:

Team Rosenheim

Team Stuttgart

Team Wuppertal

Team Berlin