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Gebäude des Hochschulteams Berlin

 

Das Haus aus Berlin zeigt einen ungewöhnlichen Kontrast zwischen innen und außen. Fassade und Dach bestehen beim Berliner Haus aus abgeflammtem Lärchenholz. Es ist eine natürliche Oberflächenversiegelung, man sieht Holzstruktur und Maserung. Sämtliche solaraktiven Flächen schließen plan mit der fast schwarzen Oberfläche ab. Das Gebäude wirkt auf diese Weise sehr kompakt und geschlossen. Das Berliner Team versteht die Irritation, welche die schwarze Fassade auf manchen Betrachter ausübt, und steht doch dazu. Beeindruckend ist der Perspektivenwechsel beim Betreten des Gebäudes – der sich öffnende hohe, lichte Raum erinnert fast an eine Kirche. 

Architektur

Dieser Gebäudeentwurf orientiert sich an der traditionellen mitteleuropäischen Gebäudetypologie eines Einfamilienhauses und nimmt dabei das deutsche Satteldach als Ausgangspunkt. Über verschiedene Gestaltungselemtente wird eine modernisierte Form entwickelt. So ist das Dach aufgrund der optimalen Ausrichtung zur Sonne um rund 29 Grad geneigt, was zu einem schrägen Verlauf der Traufen führt und dem Haus eine individuelle Dynamik verleiht.

Aufgebrochen durch zwei Lichtachsen in Nord-Süd- und Ost-West, angelehnt an die Himmelsrichtungen, wird die Kommunikation des Hauses zu seiner Umwelt betont. Eine vorgehängte Fassade aus oberflächig abgeflammten Lärchenholzplatten gibt der Gebäudehülle seine prägnante dunkle, fast schwarz anmutende Farbe. Die oberflächliche Verkohlung der Paneele sorgt für einen natürlichen und dauerhaften Witterungsschutz. Der offene und großräumige Innenraum ist über die Lichtachsen hell ausgeleuchtet und bietet seinen Bewohnern auf 74 Quadratmetern Grundfläche alle Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung.

 

Energiekonzept

Auf dem Süddach des Hauses ist eine Solarstromanlage integriert, die aus rahmenlosen, quadratischen Modulen besteht. Sie ist in die Fassade eingelassen und fügt sich durch ihre rein schwarze Optik harmonisch in das Gesamtbild des Baukörpers ein. Zusätzlich ist eine eigens entwickelte und mit maßgeschneiderten Kunststoffsolarmodulen bestückte Solarstromanlage in den Sonnenschutz integriert, der als Faltladensystem vor den Fenstertüren im Süden und Westen des Hauses angebracht ist. Die Solarthermiekollektoren befinden sich auf der Südfassade des Gebäudes neben den Terrassentüren und wurden ebenfalls passend zum Gebäuderaster gefertigt.

 

Innovation

  • Solaraktiver Sonnenschutz als einstrahlungs- und nutzergesteuertes Faltladensystem
  • Reversible Wärmepumpe
  • Lehmplatten mit PCM an den Wänden und wassergeführten Rohren an der Decke (Heiz- und Kühldecke)
  • ausgeklügeltes HKL-System als in sich geschlossener Kreislauf
  • Abstrahlfläche auf dem Norddach
  • Integrierte PV in Gebäudefarbe- und raster
  • Abgeflammtes Holz als vorgehängte Fassade
     
     

Wettbewerbsperformance

Gesamtwertung: 10. Platz

Einzeldisziplinen:

  • Erster Preis in „Solar Systems“
  • Dritter Preis in „Communication & Social Awareness“

Zu besichtigen

Das Gebäude wird auf dem Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin aufgebaut und als Forschungslabor genutzt: Wilhelminenhofstr. 75A, 12459 Berlin. Der Aufbau beginnt ab Mitte August und wird voraussichtlich bis spätestens Ende September 2010 abgeschlossen sein.

Bildnachweise

Fotos: Team living EQUIA Berlin


Zusätzliche Informationen:

Solar Decathlon Europe 2010

Hier gelangen Sie zur Präsentation des Solar Decathlon Europe 2010.

Hier geht es zum Videotagebuch des Wettbewerbs.

 

Präsentation der Gebäudeprototypen

Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den Gebäudeprototypen der vier deutschen Hochschulteams:

Gebäude aus Rosenheim

Gebäude aus Stuttgart

Gebäude aus Wuppertal

Gebäude aus Berlin

 

Links

Die offizielle Website zum Wettbewerb:

www.sdeurope.org

Die Projektwebsites der vier deutschen Hochschulteams:

Team Rosenheim

Team Stuttgart

Team Wuppertal

Team Berlin