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Stadtbibliothek Nürnberg – Umbau mit Generalsanierung
Das 1911 errichtete und nach weitgehender Zerstörung in den 1950er Jahren wieder aufgebaute Luitpoldhaus wird generalsaniert. Mit dem Projekt werden die verschiedene Bibliotheksfunktionen an den zentral in Nürnberg gelegenen Standort zusammengeführt, dafür werden die Gebäude auch umgebaut und erweitert. Die Unterbringung der mittelalterlichen Handschriften, Inkunabeln, Drucke und Karten ist raumklimatisch anspruchsvoll. Ein Leihschein in Gestalt einer Urkunde vom 30. 12. 1370 belegt erstmals die Existenz der ältesten städtischen Büchersammlung im deutschsprachigen Raum. Die Ratsbibliothek war eine kleine, im Rathaus aufbewahrte juristische Handbibliothek. Demnach ist die Stadtbibliothek Nürnberg die älteste städtische Bibliothek im deutschen Sprachraum. Durch die Zusammenlegung mit der bis dahin getrennt arbeitenden Stadtbücherei entstand ein modernes großstädtisches Bibliothekssystem. Für die jetzt zur Generalsanierung anstehenden Gebäude gilt der Ensembleschutz für die südliche Altstadt von Nürnberg.
Gebäudesteckbrief
| Projektstatus | |
|---|---|
| Standort | 90402 Nürnberg, Bayern |
| Baujahr | 1911/1956 |
| Saniert | 2010 |
| Bauherr | Stadt Nürnberg, Hochbauamt |
| Bruttogrundfläche | 8.200 m2 |
| Beheizte Nettogrundfläche | 6.500 m2 |
| Bruttorauminhalt | 28.000 m3 |
| A/V vor Sanierung | 0,23 m2/m3 |
| A/V nach Sanierung | 0,30 m2/m3 |
| Schwerpunkte |
|
Projektbeschreibung
Mit Hilfe des Stadterneuerungsprogramms konnte 2003 ein Jahrzehnte dauerndes Ringen um die Einrichtung und Finanzierung einer Zentralbibliothek in Nürnberg beendet werden. Jetzt sollen in den nächsten Jahren die großen städtischen Bibliotheken, die Zentralbibliothek, die Bibliothek Egidienplatz und die Musikbibliothek unter einem Dach am Nürnberger Gewerbemuseumsplatz zusammengefasst werden.
Die südliche Altstadt ist mit der Volkshochschule, diversen Museen und Kultureinrichtungen sowie zwei größeren Kinos ein soziokulturelles Zentrum von Nürnberg, das mit dem geplanten Projekt städtebaulich aufgewertet werden soll.
Schrittweise werden in den nächsten Jahren der Umbau und die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Konservatoriums und des Luitpoldhauses zur Zentralbibliothek umgesetzt. Im ersten Bauabschnitt wird das Konservatorium zum Erweiterungstrakt der Stadtbibliothek umgebaut. Hiermit wurde im Herbst 2003 nach umfangreicher Schadstoffbeseitigung begonnen. In Zukunft finden hier Verwaltung, Lektorat und Werkstätten ihren Platz. Im zweiten Bauabschnitt wird das in erster Linie von der Öffentlichkeit genutzte Luitpoldhaus erweitert und saniert. Die Umsetzung beider Bauabschnitte ist bis 2009 geplant.
Sanierungskonzept
Zunächst wird der Mittelbau des nördlichen Baukörpers abgerissen und ein neuer Zwischenbau eingefügt, um die Eingangssituation verbessern und den Freihandbereich erweitern zu können. Das Dachgeschoss wird ebenfalls entfernt und der Baukörper um zwei Geschosse aufgestockt – dies entspricht der ursprünglichen Kubatur. Komplettiert werden diese Arbeiten durch eine bauliche und anlagentechnische Komplettsanierung und den Anbau eines neuen Treppenhauses.
Bei dem Projekt sollen konsequent energieeffiziente Maßnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster) mit innovativer Anlagentechnik verknüpft werden. Die restauratorischen Ansprüche an Temperatur und Luftfeuchte in den Magazinen und im Lesesaal für mittelalterliche Handschriften stellen besondere Ansprüche an das bauklimatische Konzept. Mit Hilfe von Simulationsrechnungen soll durch weitgehende Nutzung passiver Effekte der Energieaufwand gering gehalten und gleichzeitig eine Sicherung des Raumklimas für den Buchbestand gesichert werden.
Insgesamt sollen die raumklimatischen, die bau- und raumakustischen sowie die visuellen Verhältnisse für Nutzer und Personal verbessert werden. Besonderer Schwerpunkt ist hierbei die Feuchtespeicherung der Raumschließungsflächen sowie der Bücher und Handschriften in der Berechnung der Tages- und Jahresgänge von Temperatur und Luftfeuchte. Die in den Handschriftenmagazinen und im Lesesaal bestehenden raunklimatischen Anforderungen sollen soweit möglich mit passiven Maßnahmen unter Einbeziehung regenerativer Energien erfüllt werden.
Energiekonzept
Mit dem Projekt soll das neue Gebäudeensemble die EnEV 2007 um mindestens 30% unterschreiten, und zwar bezogen auf die Primärenergieanforderungen für Neubauten und die Transmissionswärmeverluste. Die Planung sieht also außen eine sehr gute Wärmedämmung vor, zwischen Bereichen mit unterschiedlichen raumklimatischen Anforderungen wird es auch einen Wärmeschutz geben. Im übrigen wird auf massive Bauweise gesetzt und bei Bereichen mit besonderen raumklimatischen Anforderungen werden feuchtespeichernde Materialien eingesetzt. Die Fensterflächen werden je nach Nutzung gewählt: Freihand- und Lesebereiche erhalten große Fensterflächen, bei den Magazinen und dem Handschriftenmagazin sowie dem Ausstellungsraum wird auf Fenster verzichtet, der Handschriftenlesesaal wird mit nur wenig Fensterflächen ausgestattet.
Die Wärmeversorgung setzt auf Fernwärme, die über Wärme aus Solarkollektoren ergänzt wird. Die Wärmeübergabe an die Räume erfolgt über Flächenheizungen und nur teilweise über Heizkörper.
Gekühlt wird mit Grundwasser und adiabater Kühlung. Die Wärmeübertragung erfolgt hier über Wand- und Deckenkühlung sowie Lüftungskühlregister.
Die Lüftung wird teilweise über dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärme- und Feuchterückgewinnung organisiert – im Handschriftenlesesaal, im Ausstellungsraum und in den Büros der Konservatoren setzt man hier auf ein Klima-Zentralgerät mit Wärmerückgewinnung, adiabatischer Kühlung und Entfeuchtung auf Absorptionsbasis.
Performance
Informationen hierzu im weiteren Projektverlauf.
Optimierungsmaßnahmen und –möglichkeiten
Informationen hierzu im weiteren Projektverlauf.
Baukosten und Wirtschaftlichkeit
Informationen hierzu im weiteren Projektverlauf.
Energiekennzahlen
| Gemessene Energiekennwerte (in kWh/m2a) | vor Sanierung | nach Sanierung |
| Endenergie Wärme | 121,00 | |
|---|---|---|
| Primärenergie gesamt | 181,00 |








