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Ziel Klimaneutrale Gebäude – von der Bilanzierung zur Umsetzung

Kurzübersicht
Autor: Eike Musall, Karsten Voss
Verlag: Springer VDI Verlag, Zeitschrift HLH
Die Arbeitsgruppe „Towards Net Zero Energy Solar Buildings“ der Internationalen Energieagentur formulierte unter federführender Beteiligung der Autoren eine international abgestimmte Definition von Nullenergiegebäuden sowie eine entsprechende Bilanzierungsmethodik. Zudem haben die Autoren Umsetzungsbeispiele und Erfahrungen aus der Praxis ausgewertet, darunter zahlreiche Modellprojekte der Forschungsinitiative EnOB. In diesem Beitrag wird die Bilanzierungsmethodik erläutert und die Konsequenzen für die Planungspraxis diskutiert.
Ausführliche Beschreibung
Während bereits im Jahr 2005 durch das 5. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung das Fernziel Nullemissionshäuser ausgegeben wurde, wird spätestens nach der Bekanntmachung der Energy Performance in Buildings Directive der EU und der darin festgesetzten Forderung nach nationalen Umsetzungen von „nearly zero energy buildings“ im Mai 2010 sowie dem folgenden Energiekonzept und 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung von einem klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 gesprochen. Der Fokus liegt hierbei auf verringerten Verbräuchen. Der Ausgleich erfolgt über Gutschriften für den Export der am Gebäude erzeugten Energie. Eine normative Definition des Nullemissionsgebäudes, des klimaneutralen Gebäudes oder eines (Nahezu-) Nullenergiegebäudes fehlt. Bei Anwendung der aktuellen EnEV gelingt der Nachweis eines Nullenergiegebäudes nicht. Daher werden für aktuelle Förderprogramme für Null- und Plusenergiegebäude eigene Regelungen eingeführt.
Ein Vorschlag zur Bilanzierung, der im Rahmen des eingangs erwähnten Forschungsprojekts auf Grundlage von international angewendeten Bilanzierungsverfahren erstellt wurde, beinhaltet die in der Gebäudepraxis einfach überprüfbare, vollständige Bilanzierung der Jahressummen von lokal verursachtem, nicht erneuerbarem Energiebedarf und Gutschrift für den Export von Energie an Netz. Die Bilanzgrenze umschließt dabei neben den normativ (DIN V 18599) berücksichtigten Energieverbrauchern auch den übrigen Stromverbrauch, da dieser meist nicht getrennt gemessen, aber bezahlt wird. Zum Ausgleich von zeitweisem Überangebot eigens erzeugter Energie oder erhöhter Nachfrage ist die Anbindung an das Stromnetz (und ggf. weitere Netze) entscheidend. Hiermit werden die hauseigene, saisonale Energiespeicherung und die Überdimensionierung von solaren Systemen vermieden.
Buch-Publikation
Die 2011 erschienene EnOB-Buchveröffentlichung „Nullenergiegebäude“ enthält eine umfangreiche Behandlung des Themas sowie zahlreiche Projektbeispiele und bildet eine Basis dieses Artikels.
Interaktive Karte
Und hier geht es zur interaktiven Weltkarte mit weltweit circa 300 Nullenergiegebäuden.

