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Klimaneutrale Gebäude als Ziel – Internationale Projekterfahrungen

Kurzübersicht
Autor: Eike Musall, Karsten Voss
Verlag: Verlagsanstalt Alexander Koch GmbH, Zeitschrift xia intelligente architektur 10-12/11
Für diesen Artikel wurden Daten ausgewertet aus über 300 international bekannten Projekten mit dem Anspruch einer mindestens ausgeglichenen Energie- oder Emissionsbilanz. Sie wurden einer Datenbank entnommen, die von der Arbeitsgruppe „Towards Net Zero Energy Solar Buildings“ der Internationalen Energieagentur aufgebaut und als interaktive Weltkarte auf der EnOB-Website veröffentlicht wird. Im vorliegenden Artikel werden in einer Übersicht verschiedene Projekte und Gebäudekonzepte vorgestellt.
Ausführliche Beschreibung
Architekten nutzen längst typologieübergreifende Nullenergiekonzepte, um sich in der aufstrebenden „Branche“ der „green buildings“ gemäß ihren Überzeugungen zu positionieren. Dabei sind eine Vielzahl von Begriffen üblich: „Nullenergiehaus“, „Plusenergiehaus“ oder „Nullemissionshaus“ sowie international „(net) zero energy building“, „carbon neutral home“ oder „equilibrium building“.
Die existierende Begriffsvielfalt zeigt, dass trotz der Verankerung von „nearly zero energy buildings“ in der Energy Performance in Buildings Directive der EU oder dem „klimaneutralen Gebäudebestand“ im aktuellen Energieforschungsprogramm der Bundesregierung noch keine verbindliche Definitionen vorliegen. Vielmehr dienen außergesetzliche Label der Baupraxis als Grundlage.
Das Bundesbauministerium und die deutsche Energieagentur (dena) haben aktuell eigene Definitionen für Förderprogramme formuliert. Der zeroHaus-Standard wird in Deutschland seit 2005 als Zertifikat für Nullemissionsgebäude angewendet. In der Schweiz können Neubauten ab März 2011 das Label Minergie-A erhalten. Nach aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) gelingt der Nachweis eines Nullenergiegebäudes jedoch nicht.
Im Rahmen des Forschungsprojekts „Towards Net Zero Energy Solar Buildings“ der Internationalen Energieagentur IEA, dessen deutsche Mitarbeit im Rahmen der EnOB Forschung gefördert wird, wurden international gängige Bilanzierungsverfahren evaluiert und zu geeigneten Verfahren zusammengestellt: Mit Hintergrund der internationalen Anwendbarkeit und dem Blick auf unterschiedliche Klimate, Bautraditionen und Nutzergewohnheiten wird auf ein fixes Energieeffizienzziel verzichtet. Grundlegender Ansatz ist die in der Gebäudepraxis einfach überprüfbare Bilanzierung der Jahressummen von lokal verursachtem, nicht erneuerbarem Energiebedarf und ebenso umrissener Gutschrift.
Buch-Publikation
In der 2011 erschienenen EnOB-Buchveröffentlichung „Nullenergiegebäude“, auf der dieser Artikel basiert, wird das Thema auf 192 Seiten genauer behandelt und es werden zahlreiche Projektbeispiele detailliert vorgestellt.
Interaktive Karte
Und hier geht es zur interaktiven Weltkarte mit weltweit circa 300 Nullenergiegebäuden.

