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21. Sep 2007 - Vakuumdämmung: Systeme oder Produkte?

Rahmenprojekt ViBau
Kompetentes und aktiv diskutierendes Fachpublikum auf der 3. Fachtagung VIP-Bau in Würzburg

Ausf�hrliche Beschreibung

Ein Tagungsbericht

Die Vakuumisolation ist im Bauwesen eine noch junge Technologie, denn die ersten Forschungsprojekte und prototypischen Anwendungen an Gebäuden wurden erst vor gut zehn Jahren gestartet. Dennoch gibt es inzwischen einige Institute und Unternehmen, die sich eingehend mit der Vakuumisolation von Gebäuden befassen. Erste Produkte werden seit kurzem vermarktet – inzwischen allerdings schon die dritte Produktgeneration: Nachdem zunächst die bloßen Vakuumpaneele zur Verarbeitung am Bau angeboten wurden, wurden die Paneele später kaschiert. Die Paneele der dritten Generation werden jetzt zumeist geschäumt oder in Fassadensysteme oder Fertigteile integriert. Die Preise von Wärmeschutz- und Fassadensystemen mit Vakuumisolation liegen aktuell noch um etwa einen Faktor 2 über denen konventioneller Systeme. Doch dabei sind der Nutzflächengewinn gegenüber einer voluminösen Wärmedämmung bzw. die verringerten Energiekosten im Vergleich zu gleich starken konventionellen Dämmmaterialien noch gar nicht berücksichtigt. Zudem werden allgemein noch deutliche Kostensenkungsschritte erwartet.

Lösung für Problemzonen mit hohen Anforderungen

Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,002 bis 0,008 W/mK bietet die Vakuumisolation im Vergleich zu den verbreiteten Dämmmaterialien einen extrem guten Wärmeschutz. Die Technologie ist auch für spezielle Anwendungen geeignet, wo dicke Dämmschichten aus Platzgründen nicht möglich sind, oder immer wenn bei knappen, teuren Grundstücken die Nutzfläche maximiert werden soll. Vakuumdämmung ist ein für die Sanierung und für auch Problemzonen geeigneter Wärmeschutz, der jedoch auch ganz neue Anforderungen mit sich bringt. So wirken sich evtl. Wärmebrücken an den Fugen zwischen den Paneelen deutlich stärker aus als bei gewöhnlichen Dämmmaterialien. Die konsequente Vermeidung von Wärmebrücken hat also einen noch höheren Stellenwert als bei konventionellen Wärmeschutzsystemen.

Systeme oder Produkte?

Man war sich allgemein einig, dass die Verarbeitung von Vakuumpaneelen ganz neue Anforderungen für das Bauwesen mit sich bringt. In der Schlussfolgerung gab es jedoch zwei Fraktionen: Die einen denken, dass man zwar „höllisch aufpassen muss“, dass aber eine zuverlässige Verarbeitung der Paneele am Bau durch kompetente, ggf. zertifizierte Handwerksbetriebe möglich ist. Einige Unternehmen schlagen jedoch einen anderen Weg ein und integrieren die Vakuumpaneele in Fassadensysteme oder Fertigteile. Durch die damit verbundene Vorfertigung im Werk soll das Beschädigungsrisiko herabgesetzt werden.

Mit Vorbehalten richtig umgehen

Schon bei der konventionellen Wärmedämmung gibt es bei Bauherren manchmal eine Skepsis gegenüber dem hohen Wärmeschutz und der luftdichten Bauausführung, vermeintlich müssten „Wände atmen“. Mit denselben Vorurteilen ist hier auch die Vakuumdämmung konfrontiert, Berührungsängste gegenüber einem hermetisch dichten Wärmeschutz werden mit dem Thema Vakuumisolation erneut aktiviert. Es geht also auch darum, mit diesen Vorbehalten in der Bauherrenkommunikation kompetent umzugehen.

Bauaufsichtliche Zulassung

Inzwischen liegt für Vakuumpaneele für zwei Produkte die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung durch das DIBT vor. Die Zulassung ist hierbei auf die Anwendung im Innenbereich und auf vorgefertigte Fassadenpaneele mit Isolierglasähnlichem Aufbau beschränkt und setzt ausdrücklich die Verarbeitung durch geschultes Personal voraus. Weitere Zulassungen für erweiterte Anwendungsbereiche werden wohl in der nächsten Zeit folgen. Liegt keine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vor, muss mit Zulassungen für den Einzelfall gearbeitet werden.

Das diskussionsfreudige Fachpublikum trug wesentlich dazu bei, dass neben dem Status quo auch die Erfolgskriterien und die Perspektiven der neuen Wärmeschutztechnologie deutlich herausgearbeitet werden konnten.

Tagungsband

Zur Tagung gibt es einen Tagungsband mit allen Referentenbeiträgen. Er kann beim Veranstalter gegen eine Schutzgebühr von 25.- Euro (inkl. MWSt und Versand) bezogen werden. Schicken Sie dazu eine E-Mail mit Ihrer vollständigen Adresse an vip-bau(at)zae.uni-wuerzburg.de.

Hintergrund

Die Fachtagung VIP-Bau findet im Zweijahresrhythmus statt. Bei der 1. Fachtagung VIP-BAU „Vakuum Isolations Paneele Evakuierte Dämmungen im Bauwesen“ in Rostock-Warnemünde (2003) standen vor allem technische Grundlagen und erste Anwendungen im Mittelpunkt, die 2. Fachtagung in Wismar (2005) zeigte die bis dahin vorliegenden Praxiserfahrungen. Mit der 3. Fachtagung VIP-Bau standen wiederum Erfahrungen und Praxisbeispiele auf der Agenda. 

Die 3. Fachtagung VIP-BAU fand direkt im Anschluss an das 8th International Vacuum Insulation Symposium statt (18.-19. September 2007), das sich mit aktuellen Forschungsthemen gezielt an Teilnehmer aus Forschung und Entwicklung richtete.

Link

Weitere Informationen zur Vakuumisolation finden Sie unter www.vip-bau.de


Zusätzliche Informationen: