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18. Feb 2009 - Saniertes Studentenwohnheim besteht Praxistest mit Bravour

Kurzübersicht
Heute übergaben Forscher der Uni Wuppertal Ihren Bericht zum Monitoring des sanierten Studentenwohnheims „Neue Burse“ an den Bauherren, das Hochschul-Sozialwerk Wuppertal. Die Auswertung der dreijährigen Messungen belegt: Aus einem der größten Wohnheime Deutschlands wurde mit der Sanierung das energieeffizienteste – und eines der attraktivsten. Bis Ende März ist die dazugehörige Posterausstellung in den Räumen der Sparda-Bank in Wuppertal-Elberfeld öffentlich zugänglich.
Ausführliche Beschreibung
Das Studentenwohnheim „Neue Burse“ in Wuppertal war schon vor der Sanierung mit 600 Wohnheimplätzen eines der größten Wohnheime in Deutschland. In Wohnheimen wird in der Regel viel Energie verbraucht, in Wohnheimen für Studierende oft sehr viel! Die Werte liegen so hoch, weil dort viele Menschen auf engstem Raum wohnen und arbeiten. Die Energiekosten machen bis zu 45% der Miete aus. Das Hochschul-Sozialwerk Wuppertal hatte die Fakten erkannt und in den Jahren 2001 bis 2003 seine in die Jahre gekommenen Großwohnheime „Burse“ aus dem Jahre 1977 in zwei Bauabschnitten grundlegend modernisiert. Der Wohnwert sollte technisch und gestalterisch auf einen Neubaustandard gehoben werden, der den Anforderungen des zukünftigen Nutzungszyklus entspricht.
Nach einem dreijährigen intensiven Monitoring belegt jetzt der vorgelegte Forschungsbericht mit eindrucksvollen Fakten, was heute möglich ist: Der Wärmeverbrauch für die Heizung sank um 75%. Speziell beim 2. Bauabschnitt, demjenigen mit einer Gebäudehülle nach dem Passivhausstandard, beträgt der Heizwärmeverbrauch nur noch rund 3 Liter pro m². Der gesamte Energieverbrauch inklusive Strom konnte mit der Sanierung um 55% gesenkt werden.
Bei solch niedrigen Heizwärmeverbräuchen fällt auf, dass die Wärmeerzeugung für Duschen und Warmwasser zur Hauptaufgabe der zentralen Wärmeversorgung wird. „Wir benötigen zukünftig Warmwasseranlagen die auch Heizen können und nicht Heizungsanlagen, die auch das Duschwasser erwärmen“ folgert der Peter Engelmann von der Uni Wuppertal. Eine hohe Deckung mit regenerativen Energien bei der Warmwasserbereitung ist dazu insbesondere bei großen Wohnbauten eine Schlüsseltechnologie. Auch im Bereich der Lüftung wurden wichtige Erfahrungen gesammelt. So konnten die Systeme zur kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung bei den kompakten Wohneinheiten vor allem mit einer ausgezeichneten Luftqualität punkten.
Der Bauherr möchte die positiven Erfahrungen nutzen und auch in weiteren Wohnheimen anwenden.
Posterausstellung
Zeit: 18. 2. - 31. 3. 2009
Ort: Filiale der Sparda-Bank West, Bankstraße 3, 42103 Wuppertal

