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30. Okt 2007 - Neue Begleitforschung startet

Kurzübersicht
Seit September 2007 gibt es in EnOB ein neues Team für die Projekt übergreifende Analyse und Forschung. Während bislang die Modellprojekte aus den Bereichen Neubau (EnBau) und Sanierung (EnSan) in getrennten Teams wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wurden, will man jetzt mit der Zusammenlegung Synergieeffekte erzielen und zugleich neue Akzente setzen. Wir stellen hier das neue Begleitforschungsteam vor und geben einen ersten Einblick in das Aufgabenspektrum und die gesetzten Forschungsschwerpunkte.
Ausführliche Beschreibung
Ein besonderer Schwerpunkt von EnOB – Forschung für Energieoptimiertes Bauen – ist die Erprobung von innovativen Gebäudekonzepten und Technologien in Modellprojekten: Im Bereich EnBau werden Büro- und Verwaltungsgebäude sowie öffentliche und gewerbliche Gebäude mit minimalem Energiebedarf geplant und gebaut. Im Bereich EnSan werden ambitionierte Sanierungskonzepte für verschiedene Gebäudetypen erprobt. In Neubau- und Sanierungsprojekten werden zudem innovative Technologien eingesetzt. Die Gebäude werden zwar völlig normal genutzt, jedoch über eine Nutzungsdauer von etwa zwei Jahren nach Inbetriebnahme wissenschaftlich evaluiert und im laufenden Betrieb optimiert. Detaillierte Performance- und Komfortmessungen sowie Kostenanalysen liefern für diese Objekte verlässliche Erfahrungen und Daten, die – Projekt übergreifend analysiert und aufbereitet – eine Basis schaffen können für die breite Marktanwendung neuer Gebäude- und Sanierungskonzepte sowie für den Einsatz innovativer Materialien, Technologien und Systeme.
Das neue Begleitforschungsteam
Das Team um Prof. Karsten Voss hat schon umfangreiche Erfahrungen mit der wissenschaftlichen Begleitung der Modellprojekte aus dem Neubaubereich (EnBau). Die Personen und Schwerpunkte im Einzelnen:
Prof. Karsten Voss
Im Bild: vorne rechts
Koordination + Schwerpunkte: „Nullenergiegebäude“, Lebenszykluskosten, Performance-Bewertung
Fachgebiet Bauphysik und technische Gebäudeausrüstung (btga), Bergische Universität Wuppertal
Prof. Andreas Wagner
Im Bild: vorne links
Schwerpunkte: Nutzerakzeptanz, thermischer Komfort, Betriebsoptimierung, Performance-Bewertung
Fachgebiet Bauphysik und Technischer Ausbau (fbta), Universität Karlsruhe
Prof. John Grunewald
Im Bild: hinten links
Schwerpunkte: Baustoffliche und konstruktive Lösungen, Weiterentwicklung von Simulationsverfahren
Institut für Bauklimatik (IBK), Technische Universität Dresden
Sebastian Herkel
Im Bild: hinten rechts
Schwerpunkte: Entwicklung und Betrieb einer Gebäudedatenbank als Archiv für wissenschaftliche Zwecke, Langzeitmonitoring von Modellprojekten
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme, Gruppe Solares Bauen, Freiburg
Aufgaben und Ziele
Das Begleitforschungsteam sorgt für eine Projekt übergreifende Dokumentation der Demonstrationsbauten und damit verbundener Forschungsaktivitäten, für die wissenschaftliche Analyse von praxisrelevanten Querschnittsfragen, für den Datenaustausch und für die Kommunikation zwischen den einzelnen Projekten und den dahinter stehenden Forschungsteams. Hierbei werden die Projektteams auch mit einer Evaluierungsmethodik und verschiedenen Arbeitshilfen unterstützt.
Zwischen den Bereichen Neubau und Sanierung gibt es in der Planungs- und Baupraxis bei allen Unterschieden doch viele Gemeinsamkeiten, deshalb sollen die entsprechenden Forschungsbereiche fortan gemeinsam evaluiert werden. Für die EnOB-Forschung gilt es jetzt auch die Dokumentationsstruktur anzupassen und eine einheitliche Methodik zur Analyse von Energiebedarf und –verbrauch zu entwickeln. Hierbei gilt ein besonderes Augenmerk dem Begriff der „Nullenergiegebäude“, die in den Bereichen EnBau und EnSan eine besondere Rolle spielen werden.
Ein neues Projekt ist der Aufbau und Betrieb einer Gebäude-Datenbank, die als Archiv für wissenschaftliche Zwecke fungieren soll. Denn die langjährige differenzierte Datenerfassung an vielen unterschiedlichen Standorten und verschiedene detaillierte Klima-, Performance- und Komfortmessungen in diesen Objekten liefern verlässliche Erfahrungen und Daten, die auch für andere Forschergruppen erschlossen und für unterschiedliche Fragestellungen ausgewertet werden sollen.
Ein besonderer Arbeitsschwerpunkt ist der Transfer der Forschungsergebnisse in die Aus- und Weiterbildung. Hierfür sollen Kontakte mit Universitäten und außeruniversitäre Fort- und Weiterbildungseinrichtungen der Ingenieur- und Architektenkammern geknüpft werden, damit das Wissen in den Vorlesungen und Weiterbildungsangeboten vermittelt werden kann. Außerdem sind zwei Sommeruniversitäten sind in Form von Blockveranstaltungen an Standorten von Demonstrationsbauprojekten geplant. Auch sollen die Forschungsergebnisse in didaktisch aufbereiteter Form Eingang finden in verschiedene Online-Lehrangebote (z. B. „Lernnetz-Plattform“). Es ist auch daran gedacht, das Angebot in entsprechende internationale Lern-Module zu integrieren.

