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23. Jun 2008 - Energieeffizienz mit der Immobilienwirtschaft

Kurz�bersicht
Etwa 50 Teilnehmer aus Forschung, Planung und Facility Management trafen sich am 20. 6. mit Bauherren und Investoren zu einem EnOB-Workshop in Frankfurt, mit dem die immobilienwirtschaftliche Perspektive von energieeffizienten Gebäuden genauer ausgelotet werden sollte. Die Veranstaltung war für die Forschungsinitiative EnOB der Auftakt für eine intensivere Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen Fragen im Baugeschehen. Inhaltlicher Schwerpunkt waren die Lebenszykluskosten von energieoptimierten Gebäuden sowie die dazu notwendigen Grundlagen und Methoden für deren Erfassung, Darstellung und Analyse.
Ausf�hrliche Beschreibung
Ein kurzer Bericht vom Workshop
Die Nordarkade der KfW Bankengruppe in Frankfurt am Main bot einen zum Thema geeigneten Rahmen. Denn die KfW konnte inzwischen als Investor, Bauherr und Gebäudenutzer Erfahrungen sammeln mit Neubauten und Sanierungsprojekten, die sich durch eine besondere Energieeffizienzqualität auszeichnen.
Der Lehrstuhl für Ökonomie und Ökologie des Wohnungsbaus an der Universität Karlsruhe (Prof. Thomas Lützkendorf) und das Fachgebiet Ökonomie des Planens und Bauens an der Bergischen Universität Wuppertal (Prof. Guido Spars) berichteten zunächst über die ökonomischen Analysen bei den EnOB-Modellprojekten. Im ersten Schritt lag der Schwerpunkt auf der Auswertung von Baukosten. Dabei wurde konnte gezeigt werden, dass energieoptimierte Gebäude in der Herstellung nicht unbedingt kostenintensiver sind als konventionell errichtete Gebäude in mittlerer bis höherwertiger Ausführung – in der Regel betragen die Mehrkosten weniger als 5%.
Im zweiten Schritt sollen jetzt die Nutzungskosten der Demonstrationsgebäude ausgewertet und somit eine wichtige Voraussetzung für die Lebenszykluskostenanalyse geschaffen werden. Neben der Darstellung des notwendigen Umfangs der zu erhebenden Daten wurden Methoden und Hilfsmittel, wie z.B. der vollständige Finanzplan, zur Darstellung und Bewertung von Nutzungskosten vorgestellt.
Von eingeladenen Experten wurden wertvolle Anregungen und Hinweise beigesteuert. Beleuchtet wurden dabei beispielsweise die VDI-Richtlinie 2067 (Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen) und die Büro-Nebenkostenanalyse OSCAR von Jones Lang LaSalle. Am Beispiel eines konkreten Projektes konnte durch einen Vertreter der Bilfinger Berger AG aufgezeigt werden, wie bei PPP-Projekten mit der Wirtschaftlichkeitsanalyse auch Nutzungskosten ermittelt und ausgewertet werden. Zusätzlich wurden an diesem Beispiel die Möglichkeit erörtert, Wartungsverträge als Datenquelle für die Kostenanalyse zu nutzen.
Zur Erfassung von Nutzungskosten ist eine offene und zugleich vertrauensvolle Kommunikation zwischen Forschung und Projektbeteiligten notwendig. Von einigen Teilnehmern des Workshops wurde schon jetzt die Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert. Das notwendige Vertrauen zwischen dem Forscherteam und den Akteuren aus der Immobilienwirtschaft soll mit der anonymisierten Auswertung von sensiblen Kostendaten befördert werden.
Ankündigung: Weitere Veranstaltungen
1. Folgeveranstaltung zur immobilienwirtschaftlichen Perspektive
In einer für Mitte 2009 geplanten Folgeveranstaltung sollen die Ergebnisse der in Frankfurt vorgestellten Untersuchungen einem breiteren Publikum vorgestellt werden. Genauere Informationen hierzu folgen später.
2. Bauphysikalische Bewertung von Konstruktionen in der Bauerneuerung
Der nächste EnOB-Workshop hat die "Bauphysikalische Bewertung von Konstruktionen in der Bauerneuerung - Simulation und Praxis" zum Thema. Er wird von dem Begleitforschungsteam veranstaltet und findet im Frühjahr 2009 statt. Genauere Informationen hierzu folgen später.

