Navigationsabkürzungen:

Hauptinhalt:

vor
zurück

PPP-Modell für Neues Regionshaus Hannover

Rahmenprojekt EnBau
Das neue Regionshaus in Hannover

Das neue Regionshaus Hannover. Visualisierung Perspektive Hildesheimer Straße.

© bünemann & collegen

Gebäudesteckbrief

Projektstatus Optimiert
Standort30169 Hannover, Niedersachsen
Baufertigstellung31.03.2007
Inbetriebnahme01.04.2007
BauherrRegion Hannover
Bruttogrundfläche8.441 m2
Beheizte Nettogrundfläche7.134 m2
Bruttorauminhalt28.911 m3
Arbeitsplätze300
Nutzfläche (nach EnEV)5.399 m2
Hauptnutzfläche3.599 m2
A/V0,30 m2/m3
Schwerpunkte

Projektbeschreibung

Mit dem neuen Regionshaus Hannover wird zum ersten Mal ein Gebäude entsprechend den Standards des Förderkonzepts Energieoptimiertes Bauen (EnOB) nach dem PPP-Finanzierungsmodell realisiert. Die Region Hannover errichtet das Gebäude in der Innenstadt von Hannover. Der hohe energetische Standard wurde im PPP-Projekt als Ziel vertraglich definiert, es umfasst Planung und Errichtung sowie die Finanzierung über 20 Jahre. Die wissenschaftliche Begleitforschung wird als EnOB-Projekt vom BMWi gefördert und erhielt Zuschüsse von "proKlima - Der enercity-Fonds".

Gebäudekonzept

Die PPP-Ausschreibung hat die wesentlichen Ziele hinsichtlich der Energieeffizienz definiert, den Planern jedoch viel Platz bei der Konzeption gelassen.

Der Entwurf, der jetzt umgesetzt wird, sieht ein technik-extensives Energiekonzept vor, dass auf die Wünsche der Region nach einem betriebssicheren, wartungsarmen Gebäude mit geringen Lebenszykluskosten reagiert.

Das Gebäude in der Innenstadt Hannovers ergänzt den dichten Bestand von Verwaltungsgebäuden der Region Hannover. Der 5-geschossige winkelförmige Baukörper bietet mit einem im EG zur Straße herausgeschobenen, großzügig verglasten Multifunktionssaal eine neue, attraktive Adresse für die Region.

Die besondere Herausforderung dieses Modellprojekts liegt in der Aufnahme der hohen Anforderungen des EnOB-Standards an die Energieeffizienz in ein offenes Wettbewerbsverfahren der öffentlichen Hand. Der Primärenergiebedarf für Heizen, Lüften, Kühlen und Beleuchten darf jährlich 100 kWh pro m² nicht überschreiten.

Energiekonzept

Das Enegiekonzept umfasst die wesentlichen Aspekte zur Erreichung einer guten Energieeffienz: ein kompakter Baukörper (A/V = 0,3), gute Wärmedämmung (Wände mit 160mm WLG 035 Mineralfaser), gute Fenster (U = 1,2 W/(m²K) und gute Luftdichtheit (n50 < 1,5).

Die Räume werden über statische Heizkörper beheizt und können im Sommer über eine Betonkernativierung gekühlt werden. Lüftungsanlagen mit hocheffizienter Wärme- und Feuchterückgewinnung sind für den Mehrzwecksaal und die Sanitärräume vorgesehen. Das Gebäude wird mit Fernwärme versorgt. Die Kälteversorgung erfolgt über ein Erdsondenfeld von 12 x 70 m Sondenlänge. Eine Kältemaschine ist nur als Redundanz vorgesehen. Die Sonden werden im Winter außerdem zur Vorheizung der Außenluft in der Lüftungsanlage des Saals genutzt. Dadurch werden die Sonden im Winter zusätzlich gekühlt, so dass im folgenden Sommer ein größeres Kältepotenzial zur Verfügung steht. Das Gebäude wird mit einer Gebäudeleittechnik und einem umfassenden Messkonzept ausgestattet und kann online überwacht werden.

Performance

Auf Basis der Messdaten des Jahres 2007 (ab April) wurde der Jahresenergieverbrauch im Betrieb errechnet. Das Regionshaus hat die energetischen Zielwerte nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich unterschritten. Und dies obwohl das erste Betriebsjahr eines Gebäudes auf Grund der Inbetriebnahme in der Regel noch nicht optimal verläuft.

Der Primärenergieverbrauch für den Betrieb lag mit knapp 80 kWh/m²a (nach EnEV, Primärenergie, NGF) um 20 % unter dem Zielwert von 100 kWh/m²a (EnEV, Primärenergie, NGF).

Der gesamte Primärenergieverbrauch des Gebäudes lag bei knapp 125 kWh/m²a, wobei die größte Verbrauchergruppe die elektrischen Bürogeräte mit fast 30 kWh/m²a (Primärenergie, NGF) waren.

Optimierungsmaßnahmen und –möglichkeiten

Den Nutzern im Regionshaus steht seit Ende letzten Jahres ein Service-Portal im Intranet der Region Hannover zur Verfügung. Über das durch das IGS mit der ATD GmbH Braunschweig entwickelte Portal können alle Mitarbeiter der Region Wünsche und Beschwerden an das Gebäudemanagement senden. Die Vorgänge werden dort zentral bearbeitet und u. a. für die Arbeitsplanung des eigenen Personals sowie die Koordination von Fremdfirmen genutzt. Die Nutzer können den Status ihrer aktuellen Vorgänge jederzeit einsehen. Darüber hinaus hat das IGS ein Nutzerhandbuch erstellt, das an alle Mitarbeiter verteilt wurde, um besser über das Energiekonzept zu informieren.

Im weiteren Projektverlauf sind u. a. die Inbetriebnahme der Erdsondenanlage im Sommer und detaillierte Analysen der Betriebsführung geplant.

Parallel zur Inbetriebnahme wurde eine Filmdokumentation erstellt, die unter www.building-performance.net eingesehen werden kann.

Baukosten- und Wirtschaftlichkeit

Das Planungsverfahren unterliegt den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Prüfung der Wirtschaftlichkeit: Es darf nur gebaut werden, wenn die Baukosten im PPP-Verfahren die Kostenschätzung nicht überschreiten. Der EnOB-Standard wird also mit Kostengarantie erreicht!

Auszeichnung

Dem Gebäude wurde das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen (Zertifikat in Gold) der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) verliehen.

Energiekennzahlen

Energiekennzahlen nach EnEV (in kWh/m2a)
Heizwärmebedarf
(berechnet nach EnEV, bezogen auf NGF)
34,80
Primärenergie gesamt
(bezogen auf NGF)
93,00
Gemessene Energiekennwerte (in kWh/m2a)
Heizwärmeverbrauch
(gemessen 4/07 bis 12/07)
34,60
Primärenergie gesamt
(Betriebsenergie nach EnEV)
79,80
Primärenergie gesamt123,60
Lüftung PE11,10
Beleuchtung PE27,30
Hilfsenergie + sonstige Betriebsenergie6,90

Kosten für die Realisierung

Realisierungskosten in €/m2
Baukonstruktion (KG 300)762
Technische Anlage (KG 400)282

Hierbei handelt es sich um eine/n Kostenschätzung
Bauwerkskosten netto nach DIN 276 bezogen auf die Bruttogrundfläche (BGF) nach DIN 277


Zusätzliche Informationen:

Verwandte Themen

 

Analysen

Hier finden Sie detaillierte, projektübergreifende Auswertungen zu folgenden Themen:
  • Grundriss des neuen Regionshauses in Hannover.
  • Visualisierung des Sitzungssaals des neuen Regionshauses in Hannover.
  • Visualisierung eines Büros mit Besprechungsraum im neuen Regionshaus Hannover.
  • Schema des Energiekonzepts im Sommer für das neue Regionshaus Hannover.
  • Schema des Energiekonzepts im Winter für das neue Regionshaus Hannover.
  • Warme Hülle auch von unten: Dämmung der Fundamentbalken des neuen Regionshauses in Hannover.
  • Das neue Regionshaus in Hannover im Bau. Aufnahme vom Mai 2006.
  • Rohrsysteme für Betonkernaktivierung des neuen Regionshauses in Hannover: Die vorgefertigten Matten werden auf den Filigranplatten der Betondecke installiert.
  • Betonkernaktivierung des neuen Regionshauses in Hannover: Die Rohrsysteme werden in die Decke einbetoniert.
  • Holz-Alu-Fenster mit innen liegendem Sonnen-/Blendschutz für das neue Regionshaus in Hannover.
  • Präsenz- und Helligkeitssensor der speziellen Deckenleuchten im neuen Regionshaus in Hannover, die das Licht nach oben und unten abstrahlen.
  • Rotationswärmetauscher Fabrikat AL-KO Therm zur Wärme- und Feuchterückgewinnung im neuen Regionshaus in Hannover.
  • Der Sitzungssaal des neuen Regionshauses in Hannover nach der Fertigstellung. Das Ergebnis liegt verblüffend nah an der Visualisierung (s. Bild 3).