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Campus Energy 21 als neue Unternehmenszentrale
Die neue Konzernzentrale der Dürr AG heißt „Campus Energy 21“. Der Name steht für die Unternehmensziele offene Kommunikation und effiziente Arbeitsprozesse sowie für ein ressourcenschonendes und zukunftsweisendes Energiekonzept. Mit einer energiesparenden Bauweise, Betonkernaktivierung, Erdreichwärmenutzung, Wärmerückgewinnung, tageslichtgesteuerter Beleuchtung und weiteren Energieeffizienz-Maßnahmen will man den Energieverbrauch gegenüber einem Standardgebäude um 50% und die CO2-Emissionen um 60% senken. Der neue Campus ist mit rund 1.500 Mitarbeitern der größte Standort des Dürr-Konzerns. Der weltweit tätige Maschinen- und Anlagenbauer hat seit 2009 in Bietigheim-Bissingen seine Deutschland-Aktivitäten in der Lackier-, Montage- und Umwelttechnik gebündelt. Zuvor war dieses Geschäft auf mehrere Standorte verteilt. Der rechtliche Firmensitz von Dürr verbleibt jedoch in Stuttgart.
Gebäudesteckbrief
| Projektstatus | |
|---|---|
| Standort | 74321 Bietigheim-Bissingen, Baden-Württemberg |
| Baufertigstellung | 30. Juni 2009 |
| Inbetriebnahme | 02. Juli 2009 |
| Bauherr | Dürr Systems AG |
| Bruttogrundfläche | 39.266 m2 |
| Beheizte Nettogrundfläche | 27.181 m2 |
| Bruttorauminhalt | 110.797 m3 |
| Arbeitsplätze | 1.180 |
| A/V | 0,31 m2/m3 |
| Schwerpunkte |
|
Projektbeschreibung
Campus Energy 21 ein gut 70.000 m² großer Standort. Zentrale Zielsetzung waren kurze Wege zur Verbesserung der internen Arbeitsabläufe. Geprägt wird das Gelände vom neuen Bürokomplex, der sich aus drei miteinander verbundenen Pavillons zusammenfügt und das Campus-Konzept räumlicher Nähe und kurzer Wege verkörpert. Es wird Wert gelegt auf eine kommunikative und produktive Arbeitsumgebung. Daneben gibt es auf dem Gelände ein neues Kundenzentrum sowie eine Logistikhalle und eine große Halle für das Technologiezentrum, in dem das Unternehmen Produkte und Verfahren entwickelt und Kundentests durchführt.
Forschungsfokus
Die Betriebsführung des Energieversorgungssystems steht im Fokus der begleitenden Forschung. Denn das multivalente Kraft-Wärme-Kälte-Verbundsystem in Verbindung mit Erdreichwärmenutzung, Betonkernaktivierung und Wärmerückgewinnung ist durchaus komplex. Mehr dazu weiter unten unter „Energiekonzept“. Die Ergebnisse aus dem wissenschaftlichen Monitoring und die Betriebserfahrungen werden ausgewertet und für ähnliche Gebäudeenergiekonzepte zugänglich gemacht.
Gebäudekonzept
Das markante Bürogebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 39.000 m² besteht aus drei miteinander verbundenen Pavillons und ist im Stahlbetonskelettbau ausgeführt. Die drei Pavillons sind unterschiedlich hohe Kuben, in deren Mitte sich jeweils ein Atrium befindet. Das Gebäude ist in verschiedene funktionale Einheiten bzw. Basiszonen aufgeteilt, so dass eine nutzungsspezifische Steuerung und Regelung möglich ist. Im Erdgeschoss sind dies der Kantinenbereich, die Küche, die Eingangshalle und die Ausstellungshalle, die Konferenzräume und ein Teil, der als Büroraum genutzt wird. Die übrigen Stockwerke werden hauptsächlich als Büroraum genutzt, dabei handelt es sich zum größten Teil um offene Großraumbüros. Für Besprechungen gibt es spezielle Räume. Daneben gibt es wenige Einzelbüros. Zusätzlich gibt es zum Entspannen und Kommunizieren in jedem Stockwerk eine Art Lounge.
Die drei Atrien versorgen das Gebäude gut mit Tageslicht. Als Sonnenschutz gibt es zweigeteilte Jalousien, die eine gute Tageslichtversorgung auch bei Abschattung im unteren Bereich ermöglichen. Die Nutzer können die Jalousien auch individuell steuern. Die Tageslichtnutzung wird durch ein Stehleuchtenkonzept mit Präsenzschaltung ergänzt. Dadurch wird die direkte Ausleuchtung des Arbeitsplatzes bei tatsächlichem Bedarf sowie die indirekte Ausleuchtung der Räume sichergestellt.
Bei der Fassadendämmung handelt es sich um ein konventionelles Wärmedämmverbundsystem mit einer Dicke von 22 cm. Der mittlere U-Wert der Fassade beträgt 0,21 W/m²K. Eine weitere Besonderheit bildet der geplante Einsatz von Vakuumverglasung in den Fenstern im Erdgeschoss. Sie soll im Rahmen eines Pilotprojekts im Foyer und im Eingangsbereich eingesetzt werden, sobald die neuartige Verglasung verfügbar ist.
Energiekonzept
Zentrales Element der Energieversorgung ist ein Kraft-Wärme-Kälte-Verbundsystem, welches aus zwei gasbetriebenen Blockheizkraftwerken und einer Absorptionskältemaschine besteht. Die Wärme wird im Winter direkt verwendet, im Sommer in Kälte umgewandelt. Bei den Blockheizkraftwerken wird zusätzlich die Niedertemperaturwärme aus der Ladeluftkühlung genutzt. Überschüssige Wärme kann an die Bestandsgebäude am Standort abgegeben werden. Die beiden Blockheizkraftwerke werden mit Erdgas betrieben.
Zusätzlich wird regenerative Wärme bzw. Kälte aus einem Grundwasserbrunnen, über 99 Meter tiefe Erdwärmesonden und über freie Kühlung genutzt. Mit einer Kompressionskältemaschine, die im Umkehrprozess auch als Wärmepumpe fungiert, kann die Wärme- bzw. Kälte auf das gewünschte Temperaturniveau gebracht werden.
Die Wärme- bzw. Kälteabgabe an die Räumlichkeiten erfolgt zum größten Teil über Kühl- bzw. Heizdecken im Erdgeschoss und über Betonkerntemperierung in den Obergeschossen. In einigen Bereichen wie den Treppenhäusern und dem Restaurant sind statische Heizflächen installiert. Ferner wird Wärme und Kälte auch über die raumlufttechnischen Anlagen in die Räume gebracht. In einem 240 Meter langen Erdreichluftregister wird die Zuluft vorkonditioniert. In den Obergeschossen kann die Luft bei Bedarf über Nacherhitzer weiter erwärmt werden. Der Großteil der raumlufttechnischen Anlagen ist mit Wärmerückgewinnung ausgestattet, auch erwärmte Abluft aus dem Technologiezentrum kann zur Beheizung der Büroräume genutzt werden.
Komplettiert wird die Energieversorgung mit einer großen Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäudedach.
Performance
Informationen hierzu im weiteren Projektverlauf
Optimierungsmaßnahmen und –möglichkeiten
Informationen hierzu im weiteren Projektverlauf
Baukosten und Wirtschaftlichkeit
Bei der Energieversorgung des Gebäudekomplexes hat man sich unter drei Szenarien für die komplexeste entschieden: Versorgung mit Heizkessel, Erdsonden und Erdluftregister, Einbindung zweier Blockheizkraftwerke, Einsatz einer Absorptionskältemaschine sowie einer Kompressionskältemaschine bzw. Wärmepumpe, Wärmerückgewinnung in der Lüftungsanlage und Solarstromerzeugung. So erfordert das Konzept auch vergleichsweise hohe Investitionskosten. Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erfolgte in der Planungsphase unter der Annahme steigender Energiekosten für fossile Energieträger und Strom.
Weitere Informationen hierzu gibt es im Projektverlauf.
Energiekennzahlen
| Energiekennzahlen nach EnEV (in kWh/m2a) | |
| Heizwärmebedarf | 18,90 |
|---|---|
Kosten für die Realisierung
| Realisierungskosten in €/m2 | |
| Baukonstruktion (KG 300) | 704 |
|---|---|
| Technische Anlage (KG 400) | 382 |
Bauwerkskosten netto nach DIN 276 bezogen auf die Bruttogrundfläche (BGF) nach DIN 277





















