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Glossar

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3

3-Liter-Haus

Als 3-Liter-Haus werden Gebäude bezeichnet, die einen jährlichen Primärenergiebedarf von weniger als 30 kWh je m² Wohnfläche für die Beheizung des Hauses aufweisen. 30 kWh entsprechen in etwa dem Energiegehalt von 3 Litern Heizöl. Der Heizenergiebedarf eines 3-Liter-Haus liegt etwas über dem Passivhausstandard, welcher ein Endenergiebedarf von höchstens 15 kWh je m² fordert.

B

Behaglichkeit

Dieser Begriff meint das Wohlbefindens von Menschen in einer bestimmten Situation – unter dem Einfluss seiner Umgebung. Behaglichkeit ist subjektiv: Physiologische und psychologische Einflüsse spielen eine Rolle. Es kommt immer auf das Individuum an.

Baubiologen sehen Kleidung als die zweite und Gebäude als die dritte Haut des Menschen, denn mehr als 90% unseres Lebens verbringen wir in geschlossenen Räumen. Gesundes Raumklima ist deshalb für unser Wohlempfinden wichtig. Um das Raumklima "qualitativ" beurteilen zu können ist man auf die subjektiven Aussagen von Bewohnern und Nutzern angewiesen. Dennoch kann man Faktoren definieren, welche die Behaglichkeit beeinflussen:

Abhängig vom Menschen sind die Faktoren Kleidung, Aktivität bzw. Tätigkeit, Alter, körperliche Verfassung, Geschlecht u. a.

Abhängig vom Raum sind die Faktoren Raumlufttemperatur, mittlere Temperatur der Raum umschließenden Flächen, Raumluftfeuchte, Raumluftbewegung, Luftzusammensetzung (Sauerstoff, Kohlendioxid, Geruchsstoffe, Schadstoffe), Akustik, Lichtverhältnisse u. a.

Aufgrund individueller Unterschiede in der Reaktion auf diese Faktoren ist es nicht möglich, ein thermisches Raumklima zu schaffen, in welchem das Wohlbefinden gleichzeitig für alle erreicht wird. Immer wieder gibt es einen Anteil von Personen, die mit der Situation unzufrieden sind. Deswegen wird z. B. in der Norm DIN EN ISO 7730 ein so genanntes "akzeptables thermisches Raumklima" definiert als eine Situation, die von mindestens 80% der Personen, die sich dort aufhalten, als thermisch annehmbar empfunden wird.

Blendschutz

Tageslicht ist wichtig für das Wohlbefinden von Menschen. In Gebäuden vermittelt es den Bezug zum Außenraum und ist im Gegensatz zu einer statischen Kunstlichtbeleuchtung erheblich dynamischer und damit stimulierender. Mit einer gut geplanten Tageslichtbeleuchtung können Innenräume attraktiv gestaltet und gute Sehbedingungen erreicht werden. Das fördert ermüdungsfreies, produktives und sicheres Arbeiten.

Doch die Sonne ist so hell, dass sie blendet, wenn sie sich im Sichtbereich befindet. Aber auch sehr helle Wolken oder von der Sonne beleuchtete helle Flächen können blenden. Das Tageslicht muss in seiner Helligkeit also so begrenzt werden, dass es nicht blendet. Die Blendwirkung des Lichtes ist nicht direkt von der Beleuchtungsstärke abhängig, sondern von der Helligkeit und von den Helligkeitsunterschieden, die die natürliche oder die künstliche Beleuchtung im Blickfeld hervorrufen.

Blendschutzsysteme werden in der Regel innen liegend angeordnet. Üblich sind Rollos, Jalousien oder Behänge mit Vertikallamellen. Angestrebt wird dabei, den Sichtkontakt ins Freie aufrechtzuerhalten. Sofern die Sonne im Gesichtsfeld des Nutzers ist, muss sie aufgrund ihrer hohen Leuchtdichte mit lichtundurchlässigen Materialien abgeschirmt werden. Daher sind in diesem Fall transparente Materialien ungeeignet. Blendschutzsysteme sollten rückziehbar sein, damit sie die Tageslichtbeleuchtung nicht vermindern und den Ausblick nicht behindern, wenn sie nicht erforderlich sind.

Blower-Door

Mit dem Blower-Door-Test wird die Luftdichtheit von Gebäuden gemessen. Bei geschlossenen Fenstern und Außentüren wird mit einem Ventilator Raumluft aus dem Haus geblasen – bei konstantem Unterdruck zwischen Innen und Außen (Differenzdruck 50 Pascal). Durch die Messung des von dem Gebläse geförderten Volumenstroms wird die Luftwechselzahl n50 ermittelt. Die Bestimmung der Luftdichtheit von Gebäuden erfolgt nach der EnEV (EnergieEinsparVerordnung) bzw. der DIN EN 13829 (Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden). Demnach darf die Luftwechselzahl n50 bei Gebäuden ohne Lüftungsanlagen den Wert 3 und bei Gebäuden mit Lüftungsanlagen den Wert 1,5 nicht überschreiten.

Mit der Blower-Door-Messung können Leckagen in der Gebäudehülle aufgespürt werden, sie dient als baubegleitende Qualitätssicherung, auch können gezielt Ursachen für Bauschäden identifiziert werden, indem das Verfahren mit Thermografie, Nebel oder Luftgeschwindigkeitsmessgerät (Thermoanemometer) kombiniert wird.

C

Contracting

Contracting basiert auf einer Idee des schottischen Erfinders James Watt. „Wir werden Ihnen kostenlos eine Dampfmaschine überlassen. Wir werden diese installieren und für fünf Jahre den Kundendienst übernehmen. Wir garantieren Ihnen, dass die Kohle für die Maschine weniger kostet, als Sie gegenwärtig an Futter (Energie) für die Pferde aufwenden müssen, die die gleiche Arbeit tun. Und alles, was wir von Ihnen verlangen, ist, dass Sie uns ein Drittel des Geldes geben, das Sie sparen.“ (James Watt, 1736–1819, Zitat nach Wikipedia)

Energieeinspar-Contracting oder auch Performance-Contracting: Der Contractor plant, baut, finanziert und betreibt (optional) alle Maßnahmen, die zur Erreichung der Energieeinsparung erforderlich sind. Als Gegenleistung erhält er dafür die eingesparten Energiekosten, bis seine Aufwendungen für Finanzierung, Planung und Controlling - und auch sein Gewinn - bei Vertragsende abgegolten sind.

Anlagen-Contracting oder auch Energieliefer-Contracting: Der Contractor errichtet und betreibt die Energieanlage auf eigenes Risiko und Kosten auf der Basis von langfristigen Verträgen mit seinen Kunden. Die Anlagen sind im Besitz des Contractors, der dem Auftraggeber Nutzenergie (meist: Wärme) liefert.

Finanzierungs-Contracting oder auch Anlagenbau-Leasing oder Third-Party-Financing: Der Contractor übernimmt die Finanzierung von abgrenzbaren technischen Einrichtungen oder Anlagen. Das Betreiberrisiko liegt weiterhin beim Auftraggeber. Finanzierungs-Contracting wird oft in Kombination mit dem Anlagenmanagement oder einem Betriebsführungs-Contracting angeboten.

Betriebsführungs-Contracting: Die Energieanlagen stehen im Eigentum des Auftraggebers und wurden von diesem finanziert. Das Verfahren ist verwandt mit dem Anlagencontracting. Der Contractor ist für den störungsfreien Betrieb der Anlagen verantwortlich. Die Energie wird an einer definierten Schnittstelle übergeben oder aber das Endprodukt "warmer Raum" ist Vertragsgegenstand. Die Abrechnung erfolgt meist nach Aufwand oder Leistung. Diese Art des Contractings wird meist dort eingesetzt, wo ein störungsfreier Betrieb unbedingt notwendig ist, beispielsweise bei der Bereitstellung von Druckluft in Produktionsanlagen oder der Beheizung eines Krankenhauses.

COP

Der „COP-Wert“ ( Englisch für: coefficient of performance) ist die wichtigste Kennzahl zur Beschreibung der Leistungsfähigkeit einer Wärmepumpe oder Kompressionskältemaschine. Er beschreibt das Verhältnis der abgegebenen Wärmeleistung zur aufgenommenen elektrischen Energie. Dabei bedeutet z. B. ein COP-Wert von 4 bei einer Wärmepumpe, dass die 4-fache Menge der eingesetzten elektrischen Energie als nutzbare Wärme zur Verfügung steht. Je nach Systemtechnik werden dabei unterschiedliche Hilfsenergien in die Bilanzierung einbezogen (Pumpen, Regelung, etc.). Bei Herstellerangaben bezieht sich der COP auf einen festen Betriebspunkt (konstante Temperaturen und eingeschwungener Zustand) und stellt somit die so genannte „Leistungszahl“ dar. Bei gemessenen Energieverbräuchen von Anlagen im realen Gebäudebetrieb wird der COP durch die variierenden Betriebspunkte zu einem Mittelwert für die jeweilige Anlagenbetriebsweise. Mann spricht dann von der „Arbeitszahl“. Ist der Messzeitraum ein gesamtes Jahr, spricht man von der „Jahresarbeitszahl“. Gleiche Aggregate besitzen gleiche Leistungszahlen, im Einsatz können sie jedoch sehr unterschiedliche Arbeitszahlen aufweisen.

D

Demonstrationsprojekt

Mit solchen Projekten soll die Funktionsfähigkeit und Alltagstauglichkeit innovativer Techniken oder Konzepte nachgewiesen werden. Auch geht es darum, Erfahrungen mit der Realisierung oder dem alltäglichen Betrieb zu sammeln. Ein weiterer Effekt dieser Projekte ist die öffentliche Überzeugungswirkung: Erfolgreiche Demonstrationsprojekte entwickeln sich oftmals zu "Innovationskeimen" und können für neue Technologien oder Konzepte den Markterfolg bringen.

Eine ähnliche Bedeutung haben verwandte Begriffe, die in gleichem Zusammenhang benutzt werden: Leuchtturmprojekt, Modellprojekt o. a. Eine andere Bedeutung hat das Pilotprojekt.

DIN 1946-2

Die DIN 1946 Teil 2 war bislang die wesentliche Richtlinie für die Lüftung von Nichtwohngebäuden. Sie wird ersetzt durch die DIN EN 13779. Die europäische Norm ist komplett anders aufgebaut, die Aussagen sind weniger konkret formuliert. Es werden vielmehr Lösungsvorschläge und Empfehlungen für die Planung und Ausführung in allgemein gehaltenen Funktions- und Schutzzielanforderungen gegeben. Damit soll die Verantwortung des Planers erhöht werden – alle wesentlichen Lüftungsparameter müssen also zwischen Bauherr und Planern festgelegt werden.

DIN 5035

DIN 5035 Beleuchtung mit künstlichem Licht

  • Teil 1 Begriffe und allgemeine Anforderungen
  • Teil 2 Richtwerte für Arbeitsstätten in Innenräumen und im Freien
  • Teil 3 Beleuchtung in Krankenhäusern
  • Teil 4 Spezielle Empfehlungen für die Beleuchtung von Unterrichtsstätten
  • Teil 5 Notbeleuchtung
  • Teil 6 Messung und Bewertung
  • Teil 7 Beleuchtung von Räumen mit Bildschirmarbeitsplätzen und mit Arbeitsplätzen mit Bildschirmunterstützung
  • Teil 8 Spezielle Anforderungen zur Einzelplatzbeleuchtung in Büroräumen und büroähnlichen Räumen

Die DIN 5035 wird seit einigen Jahren schrittweise von europäischen Normen abgelöst, so z. B. von der DIN EN 12464 Licht und Beleuchtung, Teil 1: Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen. Detaillierte Infos zur DIN 5035 und den Übergang zur europäischen Normung sowie weiteren Normen zum Thema Licht finden sich unter www.licht.de (http://www.licht.de/de/profiportal/normen/).

DIN EN 13779

Diese europäische Norm mit dem Titel „Lüftung von Nichtwohngebäuden“ ersetzt seit Mai 2005 die bisherige DIN 1946 Teil 2. Darin werden allgemeine Grundlagen zum Thema Lüftung in Nichtwohngebäude formuliert und Anforderungen an Lüftungs- und Klimaanlagen und Raumkühlsysteme spezifiziert.

DIN V 18599

Die Anfang 2007 veröffentlichte Normenreihe beschreibt ein Berechnungsverfahren für die energetische Bewertung von Gebäuden unter Einbeziehung des Nutz- , End- und Primärenergiebedarfs für Beheizung und Warmwasserbereitung sowie für die Kühlung und Beleuchtung. Die neue Norm bildet die Grundlage für den künftig verbindlich zu erstellenden Energiepass für Nichtwohngebäude und dient zugleich als Berechnungsmethode für die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) für Nichtwohngebäude.

Die 10-teilige Normenreihe schlägt die Brücke zwischen Beratungs- und Planungspraxis und soll dazu beitragen, dass unter standardisierten und vergleichbaren Bedingungen architektonische Ansätze sowie Systeme der Bau-, Heiz-, Kühl-, Lüftungs-, Klima- und Beleuchtungstechnik energetisch miteinander vergleichbar sind und deren Interaktion untereinander bewertet werden kann. Die Teile im Einzelnen:

  1. Allgemeine Bilanzierungsverfahren, Begriffe, Zonierung und Bewertung der Energieträger
  2. Nutzenergiebedarf für Heizen und Kühlen von Gebäudezonen
  3. Nutzenergiebedarf für die energetische Luftaufbereitung
  4. Nutz- und Endenergiebedarf für Beleuchtung
  5. Endenergiebedarf von Heizsystemen
  6. Endenergiebedarf von Wohnungslüftungsanlagen und Luftheizungsanlagen für den Wohnungsbau.
  7. Endenergiebedarf von Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen für den Nichtwohnungsbau
  8. Nutz- und Endenergiebedarf von Warmwasserbereitungsanlagen
  9. End- und Primärenergiebedarf von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
  10. Nutzungsrandbedingungen, Klimadaten

 

Die DIN V 18599 ist erhältlich beim Beuth Verlag als Buchreihe und auf CD-ROM. Weitere Infos zur DIN V 18599 finden Sie unter bine.info, beim Fraunhofer IBP oder unter enev-online.de.

E

Energiebedarf

Der Energiebedarf ist die „Menge“ Energie, die ein Energieverbraucher, z. B. ein Gebäude, voraussichtlich in einem bestimmten Zeitraum benötigt. Die Wert ist eine kalkulatorische Größe und wird nach einem definierten Verfahren kalkuliert (z. B. bei Gebäuden nach DIN V 18599). Aufgrund bestimmter Einflüsse oder Ereignisse (z. B. Wetter, Nutzerverhalten oder Anlagenstörung) kann der tatsächliche »Energieverbrauch« von dem kalkulierten »Energiebedarf« abweichen.

Energieverbrauch

Physikalisch gesehen kann Energie – in einem geschlossenen System – nicht verbraucht, sondern nur in ein andere Energieformen umgewandelt werden. Dennoch hat sich der Begriff eingebürgert. Im Unterschied zum »Energiebedarf« ist der »Energieverbrauch« eine zu messende Größe: Er ist die Menge Energie, die tatsächlich in einem bestimmten Zeitraum verbraucht wurde.

Exergie

Exergie bezeichnet das Arbeitspotenzial, welches einem System, Masse- oder Energiestrom vor dem Hintergrund eines thermodynamischen Referenzzustandes zugeordnet werden kann. Die Exergie ist im Gegensatz zur Energie keine Erhaltungsgröße, d. h. im Gegensatz zur Energie kann Exergie vernichtet werden.

Exergie im Wärmekontext wird auch als thermische Exergie bezeichnet. Sie ergibt sich aus einem Temperaturunterschied zwischen Umwelt (Referenzumgebung) und dem betrachteten Wärmestrom, sowie der Menge der strömenden Wärme. Thermische Exergie bezeichnet die Arbeit, welche durch den Einsatz einer idealen Carnot Maschine (eines idealen Wärmekraftwerks) zwischen Umwelt und dem betrachtetem Wärmestrom maximal gewonnen werden kann.

Ist die Temperatur des Wärmestroms größer als die der Umgebung, wäre die Quelle dieser Arbeit der Wärmestrom. Ist die Temperatur des Wärmestroms kleiner als die der Umgebung, wäre die Quelle der Arbeit die Referenzumgebung. Der "kalte" Wärmestrom würde hier einen Teil der Umgebungswärme nutzbar machen.

Weitere Infos zum Begriff »Exergie« finden sich in Wikipedia.

G

Gebäudeleittechnik

Der Begriff Gebäudeleittechnik (kurz: GLT) meint das gesamte Instrumentarium zur zentralen, automatischen Steuerung, Regelung und Überwachung der Gebäudetechnik (also der technischen Gebäudeausrüstung, kurz: TGA).

Im engeren Sinne ist die Gebäudeleittechnik ist ein Bestandteil der Gebäudeautomation welche in drei Ebenen unterteilt wird. Die Feldebene, die Automationsebene und die Managementebene. Die Gebäudeleittechnik befindet sich auf der obersten Ebene, der Managementebene. Gebäudeleittechnik wird oft gleichgesetzt mit der Software, mit der Gebäude – auf der Managementebene – überwacht und gesteuert werden. Es gibt verschiedene herstellerspezifische und einige wenige herstellerunabhängige Gebäudeleittechnik-Systeme. Diese kommunizieren mit der Automatisierungstechnik in den Gebäuden über herstellerspezifische oder standardisierte Schnittstellen.

L

low-e

Low-e-Schichten oder genauer: low- ε-Schichten sind optische Funktionsschichten, die einen geringen Emissionsgrad ε aufweisen. Solche Oberflächen strahlen bei eigener Erwärmung relativ wenig Wärme an die Umgebung ab und reflektieren gleichzeitig einen Großteil der aus der Umgebung auftreffenden Wärmestrahlung. Heute kommerziell erhältliche Wärmeschutzverglasungen werden hierfür mit Edelmetallen (vor allem Silber) beschichtet. So werden Werte für den Emissionsgrad ε im Bereich von nur 0,02 bis 0,09 erreicht.

Luftqualität

Die Luftqualität in Räumen wird von den Anwesenden subjektiv wahrgenommen und beeinflusst das Wohlbefinden (und die Arbeitsproduktivität) entscheidend. Die zwei wesentlichen Anforderungen an die Raumluft sind hierbei:

1. In der Luft sollen sich möglichst wenig Schadstoffe befinden (Flüchtige organische Verbingungen (VOC), Aldehyde etc. aber auch Staub, Pollen usw.)

2. Die Luft darf nicht als muffig, übelriechend oder abgestanden empfunden werden

Da insbesondere das zweite Kriterium sehr stark von der persönlichen Empfindung der einzelnen Person abhängt, deutet eine große Anzahl von zufriedenen Raumnutzern auf eine gute Raumluftqualität hin, sofern sich keine Schadstoffe in der Raumluft befinden.

Die Raumluftqualität wird zwar subjektiv wahrgenommen, dennoch gibt es verschiedene Parameter, welche Indikatoren für eine gute Luftqualität sind. So z. B. der Gehalt an Sauerstoff, Kohlendioxid, Biogase und flüchtige organische Verbindungen usw. aber auch der Feuchtegehalt.

Eine gute Luftqualität wird erreicht, indem zum einen im Raum Schadstoffemissionen über Möbel, Teppiche, Anstriche etc. soweit möglich reduziert werden. Zum anderen kann über einen ausreichenden Luftwechsel (per Lüftung) frische Luft zugeführt werden – sofern die Zuluft eine ausreichend gute Qualität hat.

Luftwechsel

Unter Luftwechsel versteht man den kontinuierlichen Austausch der Raumluft. Ein Maß für die Höhe des Luftwechsels ist die Luftwechselrate (Einheit 1/h). Eine Luftwechselrate von 1/h bedeutet, dass die gesamte Luft des umbauten Raumes innerhalb einer Stunde genau einmal ausgetauscht wird.

Ein ausreichender Luftwechsel ist in Räumen, in denen sich Menschen aufhalten, notwendig für

  • die Versorgung mit Sauerstoff,
  • die Abführung des ausgeatmeten Kohlendioxids,
  • die Abführung von Gerüchen und weiteren als unangenehm empfundenen Bestandteilen der Luft (z. B. Ausdünstungen aus Möbeln, Anstrichen, Teppichen etc.) und für
  • den Abtransport überhöhter Luftfeuchtigkeit.

Die EnEV fordert, dass Umfassungsflächen von Gebäuden einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet sind. Zugleich wird folgerichtig gefordert, dass „der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist“. Werden dazu andere Lüftungseinrichtungen als Fenster verwendet, müssen diese bestimmten Anforderungen genügen.

P

Paneel

Ein Paneel (niederdeutsch und niederländisch für „Tafel“, englisch: panel) ist eine Holztafel bzw. eine speziell präparierte Platte als Wand- und Deckenverkleidung. Dabei wird sowohl die einzelne Tafel als auch die gesamte Verkleidung als Paneel oder Paneele bezeichnet. Der Begriff wird auch beispielsweise ein Solarmodul (Solarpaneel) oder eine Vakuum-Dämmplatte (Vakuumpaneel, Vakuum-Isolations-Paneel – kurz: VIP) verwendet.

Passivhaus

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer ohne separates Heiz- bzw. Klimatisierungssystem zu erreichen ist. Es bietet erhöhten Wohnkomfort bei einem Heizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/(m²a) und einem Primärenergiebedarf einschließlich Warmwasser und Haushaltsstrom von unter 120 kWh/(m²a). Das Passivhaus ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses (NEH). Im Vergleich zum NEH benötigt ein Passivhaus 80% weniger Heizenergie, im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude über 90%.

Das Passivhaus nutzt die in seinem Inneren vorhandenen Energiequellen wie die Körperwärme von Personen oder einfallende Sonnenwärme – die Heizung wird dadurch grundlegend vereinfacht. Besondere Fenster und eine Hülle aus hochwirksamer Wärmedämmung in Außenwänden, Dach und Bodenplatte halten die Wärme schützend im Haus. Für frische Luft ohne Zugerscheinungen sorgt ständig eine Lüftungsanlage, in der eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung die Wärme der Abluft wieder verfügbar macht.

Das Passivhaus ist kein Markenname, sondern ein Baukonzept, dessen Anforderungen nicht von öffentlicher Seite sondern von einem Institut (Passivhaus Institut, Darmstadt) formuliert wurde.

Weitere Details beim Passivhaus Institut oder der Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland

PCM

PCM steht für Phase Change Materials, welche enorm viel Wärme speichern können, indem durch Wärmezufuhr ein Phasenübergang angeregt wird (zumeist Fest-Flüssig, also Schmelzen). Als Materialien kommen Paraffine oder Salzhydrate in Frage. Sie können zum einen für die Wärmespeicherung in der Heizungstechnik genutzt werden, um viel Wärme auf engem Raum speichern zu können. Außerdem können Phase Change Materials in Baustoffe eingelagert werden, um die in Räumen aktivierbare Wärmekapazität deutlich zu erhöhen.

Bei der Temperierung von Räumen über große Flächen kann die Temperatur zum Heizen und Kühlen nahe der Raumtemperatur liegen. Dies fördert zum einen die Behaglichkeit, zum anderen können bislang ungenutzte Wärmequellen oder Wärmesenken erschlossen werden. So z. B. die Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht oder außen und innen. Die Wärmeaufnahmefähigkeit von im Bauwesen üblichen Putzen, Gipskartonplatten, Paneelen, Estrichen und Spachtelmassen kann enorm erhöht werden, indem diesen Baustoffen mikroskopisch kleine, gekapselte Phasenwechselmaterialien beigemischt werden. Die Aktivierung der PCM kann über die Raumluft erfolgen, angestoßen z. B. über ein System zur passiven Kühlung mit Nachtlüftung. Mit Wasser führenden Systemen kann die Wärmeein- und Wärmeauskopplung aktiv erfolgen und gesteuert werden. In der Regel werden dazu Kapillarrohrmatten oder Rohrregister in die Bauteile oder Wände/Decken integriert. Auf diese Weise können Gebäude mit deutlich geringerem Energieeinsatz temperiert werden. Weitere Informationen dazu z. B. in der Projektpräsentation Klimaaktive Wärmespeicher in Baustoffen.

Pilotprojekt

Im Unterschied zu dem Demonstrationsprojekt hat das Pilotprojekt eher eine Funktion für die Forschung. Es ist der entscheidende Test für eine innovative Technologie oder ein neues Produkt nach der Labor- oder Technikumsphase. Die Erfahrungen im Pilotprojekt fließen direkt in die weitere Produkt- oder Technologieentwicklung ein. Erst danach ist die Sache reif für einen breiteren Test in einem so genannten Feldtest oder in Demonstrationsprojekten.

Primärenergie

Primärenergie kommt in der Natur direkt vor, in Form der Primärenergieträger Stein- und Braunkohle, Erdöl oder Erdgas sowie erneuerbare Energiequellen. In den meisten Fällen muss diese Primärenergie in Kohlebau, Raffinerien, (Heiz-)Kraftwerken etc. in Sekundärenergie umgewandelt werden (Koks, Briketts, Strom, Fernwärme, Heizöl oder Benzin). Die Energie am Ort des Verbrauchs ist die Endenergie, die in Nutzenergie umgewandelt wird – in Heiz- und Prozesswärme, Licht sowie mechanische Energie.

S

Sonnenschutz

Tageslicht ist wichtig für das Wohlbefinden von Menschen. In Gebäuden vermittelt es den Bezug zum Außenraum und ist im Gegensatz zu einer statischen Kunstlichtbeleuchtung erheblich dynamischer und damit stimulierender. Mit einer gut geplanten Tageslichtbeleuchtung können Innenräume attraktiv gestaltet und gute Sehbedingungen erreicht werden. Das fördert ermüdungsfreies, produktives und sicheres Arbeiten.

Sonnenschutzsysteme sollen das Gebäude vor Überhitzung schützen. Dabei soll der Innenraum weiterhin mit Tageslicht beleuchtet und der Ausblick ins Freie gewahrt bleiben. Sonnenschutzsysteme begrenzen die Sonneneinstrahlung in einen Raum, damit dieser nicht überwärmt. Ihr Effekt kann mit dem Gesamtenergiedurchlassgrad der Fassade beziffert werden. Dieser g-Wert der Gesamtkonstruktion umfasst sowohl den Strahlungsdurchgang als auch die sekundäre Wärmeabgabe nach innen.

Bei der Vielfalt und Verschiedenartigkeit von Tageslichtsystemen geht es darum, das für die jeweiligen Nutzungsanforderungen geeignete System oder eine passende Kombination von Systemen zu wählen:

  • Raffstore, Markisen oder Lamellen
  • Sonnenschutzglas
  • innovative Sonnenschutzsysteme mit Licht lenkender Charakteristik, Richtungsselektivität oder spektraler Selektivität oder mit Schalt- bzw. Regelbarkeit

Zusätzliche Informationen: