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Glossar

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3

3-Liter-Haus

bezeichnet den am Heizwärmebedarf eines Wohnhauses orientierten Energiestandard. Pro Jahr werden für Beheizung und Lüftung (einschließlich Hilfsenergie) eines Hauses dieser Art nicht mehr als 34 Kilowattstunden Primärenergie je Quadratmeter Gebäudenutzfläche benötigt. Im Jahr entspricht das etwa 3 Liter Heizölbedarf pro Quadratmeter. Der Heizenergiebedarf eines solchen Hauses ist nicht direkt vergleichbar mit Passivhäusern, da bei Passivhäusern die Heizwärme die Bezugsgröße darstellt. Sie liegt bei maximal 15 kWh je m² Wohn- bzw. Nutzfläche.

A

A/V-Verhältnis

Das A/V-Verhältnis eine bauphysikalische Kenngröße für die Kompaktheit eines Gebäudes. Es wird berechnet als Quotient aus der wärmeübertragenden Hüllfläche und dem beheizten Gebäudevolumen.

B

Behaglichkeit

Der bauphysikalische Begriff der Behaglichkeit beschreibt den Zusammenhang zwischen dem Raumklimazustand und dem Wohlbefinden der sich darin aufhaltenden Personen. Da Behaglichkeit subjektiv empfunden wird, gibt es keine strengen physikalischen Grenzen, sondern einen Behaglichkeitsbereich.

Zu den Hauptfaktoren für die Behaglichkeit gehören Luft- und Oberflächentemperatur und Luftfeuchte, Luftbewegung, Luftqualität, Beleuchtung und Akustik. Vom Menschen abhängig sind Aktivität und Kleidung. Aber auch Jahreszeit, Alter und Geschlecht der Person können Auswirkungen das Behaglichkeitsempfinden haben.

Aufgrund individueller Unterschiede in der Reaktion auf diese Faktoren ist es nicht möglich, ein thermisches Raumklima zu schaffen, in welchem das Wohlbefinden gleichzeitig für alle erreicht wird. Immer wieder gibt es einen Anteil von Personen, die mit der Situation unzufrieden sind. Daher wird in Normen i.d.R. Behaglichkeit mit einem Prozentsatz zufriedener Personen ausgedrückt.

Betonkerntemperierung

Bei der Betonkerntemperierung wird die Bauwerksmasse von Betonbauteilen zur Temperierung eines Raumes genutzt. Dazu werden i. d. R. wasserführende Rohrregister in Bauteilen integriert. Die große wärmeübertragende Fläche ermöglicht es, die relativ geringen Temperaturunterschiede natürlicher Wärmequellen bzw. –senken effektiv zu nutzen. Die Betonkerntemperierung ist eine Variante thermoaktiver Bauteilsysteme.

Blendschutz

Tageslicht ist wichtig für das Wohlbefinden von Menschen. Die Sonne ist jedoch so hell, dass sie blendet, wenn sie sich im Sichtbereich befindet. Zudem können auch sehr helle Wolken oder von der Sonne beleuchtete helle Flächen blenden. Blendschutzsysteme haben die Aufgabe, eine möglichst diffuse Tageslichteinstrahlung zu gewährleisten.

Sofern die Sonne im Gesichtsfeld des Nutzers ist, muss sie aufgrund ihrer hohen Leuchtdichte mit lichtundurchlässigen Materialien abgeschirmt werden können.

Blockheizkraftwerk

Blockheizkraftwerke (BHKW) sind Anlagen zur gleichzeitigen Erzeugung von elektrischem Strom und Wärme. Die Abwärme der Stromerzeugung kann dabei lokal als Wärme genutzt werden. Dadurch wird eine hohe Ausnutzung der eingesetzten Primärenergie erreicht. Als so genanntes Mikro-BHKW können sie auch für die Versorgung einzelner Gebäude ausgelegt werden.

Blower-Door

Mit dem Blower-Door-Test wird die Luftdichtheit von Gebäuden gemessen. Bei geschlossenen Fenstern und Außentüren wird mit einem Ventilator ein konstanter Differenzdruck zwischen Innen und Außen erzeugt. Durch die Messung des von dem Gebläse geförderten Volumenstroms wird die Luftwechselzahl n50 (bei Druckdifferenz 50 Pa) ermittelt.

Nach der EnEV darf die Luftwechselzahl n50 bei Gebäuden ohne Lüftungsanlagen den Wert 3 und bei Gebäuden mit Lüftungsanlagen den Wert 1,5 nicht überschreiten. Die Blower-Door-Messung dient als baubegleitende Qualitätssicherung. Daneben können gezielt Ursachen für Bauschäden identifiziert werden, indem das Verfahren mit Thermografie, Nebel oder Luftgeschwindigkeitsmessung (Thermoanemometer) kombiniert wird.

BUS-Systeme

Ein Bus bezeichnet in der Datenverarbeitung ein Leitsystem, das zum Austausch von Daten zwischen Hardwarekomponenten dient. In Gebäuden können damit Beleuchtung, Sonnenschutz, Fenster- und Türüberwachung, Heizung, Klima und Lüftung gesteuert werden. Häufig verwendete Standards in der Gebäudeautomation sind EIB (Europäischer Installationsbus), LCN (local control network) oder LON (local operating network).

C

Contracting

Contracting basiert auf einer Idee des schottischen Erfinders James Watt. „Wir werden Ihnen kostenlos eine Dampfmaschine [...] installieren und für fünf Jahre den Kundendienst übernehmen. Wir garantieren Ihnen, dass die Kohle für die Maschine weniger kostet, als Sie gegenwärtig an Futter für die Pferde aufwenden müssen, die die gleiche Arbeit tun. Und alles, was wir von Ihnen verlangen, ist, dass Sie uns ein Drittel des Geldes geben, das Sie sparen.“ (James Watt, 1736–1819, Zitat nach Wikipedia)

Energieeinspar-Contracting oder auch Performance-Contracting: Der Contractor plant, baut, finanziert und betreibt (optional) alle Maßnahmen, die zur Erreichung der Energieeinsparung erforderlich sind. Als Gegenleistung erhält er dafür die eingesparten Energiekosten, bis seine Aufwendungen für Finanzierung, Planung und Controlling - und auch sein Gewinn - bei Vertragsende abgegolten sind.

Anlagen-Contracting oder auch Energieliefer-Contracting: Der Contractor errichtet und betreibt die Energieanlage auf eigenes Risiko und Kosten auf der Basis von langfristigen Verträgen mit seinen Kunden. Die Anlagen sind im Besitz des Contractors, der dem Auftraggeber Nutzenergie (meist: Wärme) liefert.

Finanzierungs-Contracting oder auch Anlagenbau-Leasing oder Third-Party-Financing: Der Contractor übernimmt die Finanzierung von abgrenzbaren technischen Einrichtungen oder Anlagen. Das Betreiberrisiko liegt weiterhin beim Auftraggeber. Finanzierungs-Contracting wird oft in Kombination mit dem Anlagenmanagement oder einem Betriebsführungs-Contracting angeboten.

Betriebsführungs-Contracting: Die Energieanlagen stehen im Eigentum des Auftraggebers und wurden von diesem finanziert. Das Verfahren ist verwandt mit dem Anlagencontracting. Der Contractor ist für den störungsfreien Betrieb der Anlagen verantwortlich. Die Energie wird an einer definierten Schnittstelle übergeben oder aber das Endprodukt "warmer Raum" ist Vertragsgegenstand. Die Abrechnung erfolgt meist nach Aufwand oder Leistung. Diese Art des Contractings wird meist dort eingesetzt, wo ein störungsfreier Betrieb unbedingt notwendig ist, beispielsweise bei der Bereitstellung von Druckluft in Produktionsanlagen oder der Beheizung eines Krankenhauses.

COP

Der COP (engl. coefficient of performance) ist die wichtigste Kennzahl zur Beschreibung der Leistungsfähigkeit einer Wärmepumpe oder Kompressionskältemaschine. Er beschreibt das Verhältnis der abgegebenen Wärmeleistung zur aufgenommenen elektrischen Energie.

Je nach Systemtechnik werden dabei unterschiedliche Hilfsenergien in die Bilanzierung einbezogen (Pumpen, Regelung, etc.). Bei Herstellerangaben bezieht sich der COP auf einen festen Betriebspunkt (konstante Temperaturen und eingeschwungener Zustand) und stellt somit die so genannte „Leistungszahl“ dar.

Bei gemessenen Energieverbräuchen von Anlagen im realen Gebäudebetrieb wird der COP durch die variierenden Betriebspunkte zu einem Mittelwert für die jeweilige Anlagenbetriebsweise. Man spricht dann von der „Arbeitszahl“. Ist der Messzeitraum ein gesamtes Jahr, spricht man von der „Jahresarbeitszahl“. Gleiche Aggregate besitzen gleiche Leistungszahlen, im Einsatz können sie jedoch sehr unterschiedliche Arbeitszahlen aufweisen.

D

Deckenstrahlplatten

Deckenstrahlplatten sind an der Raumdecke angebrachte, nach oben wärmegedämmte Heizelemente, die Wärme über Strahlung nach unten abgeben. Sie werden in hohen Räumen und Hallen eingesetzt.

Demonstrationsprojekt

Mit Demonstrationsprojekten soll die Funktionsfähigkeit und Alltagstauglichkeit innovativer Techniken oder Konzepte nachgewiesen werden. Auch geht es darum, Erfahrungen mit der Realisierung oder dem alltäglichen Betrieb zu sammeln. Ein weiterer Effekt dieser Projekte ist die öffentliche Überzeugungswirkung: Erfolgreiche Demonstrationsprojekte entwickeln sich oftmals zu "Innovationskeimen" und können für neue Technologien oder Konzepte den Markterfolg bringen.

Eine andere Bedeutung hat das Pilotprojekt.

DIN 1946-2

Die DIN 1946 Teil 2 war bislang die wesentliche Richtlinie für die Lüftung von Nichtwohngebäuden. Sie wird ersetzt durch die DIN EN 13779. Die europäische Norm ist komplett anders aufgebaut, die Aussagen sind weniger konkret formuliert. Es werden vielmehr Lösungsvorschläge und Empfehlungen für die Planung und Ausführung in allgemein gehaltenen Funktions- und Schutzzielanforderungen gegeben. Damit soll die Verantwortung des Planers erhöht werden – alle wesentlichen Lüftungsparameter müssen also zwischen Bauherr und Planern festgelegt werden.

DIN 5035

Die DIN 5035  behandelt die Beleuchtung mit künstlichem Licht. Sie wird seit einigen Jahren schrittweise von europäischen Normen abgelöst, so z.B. von der DIN EN 12464 Licht und Beleuchtung, Teil 1: Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen.

Detaillierte Infos zur DIN 5035 und den Übergang zur europäischen Normung sowie weiteren Normen zum Thema Licht finden sich hier.

DIN EN 13779

Diese europäische Norm mit dem Titel „Lüftung von Nichtwohngebäuden“ ersetzt seit Mai 2005 die bisherige DIN 1946 Teil 2. Darin werden allgemeine Grundlagen zum Thema Lüftung in Nichtwohngebäude formuliert und Anforderungen an Lüftungs- und Klimaanlagen und Raumkühlsysteme spezifiziert.

DIN V 18599

Die Anfang 2007 veröffentlichte Normenreihe beschreibt ein Berechnungsverfahren für die energetische Bewertung von Gebäuden unter Einbeziehung des Nutz- , End- und Primärenergiebedarfs für Beheizung und Warmwasserbereitung sowie für die Kühlung und Beleuchtung. Die neue Norm bildet die Grundlage für den künftig verbindlich zu erstellenden Energiepass für Nichtwohngebäude und dient zugleich als Berechnungsmethode für die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) für Nichtwohngebäude. Dabei wird das zu untersuchende Gebäude einem Gebäude mit standardisierten Parametern (sog. Referenzgebäude) gegenübergestellt.

Die 10-teilige Normenreihe soll dazu beitragen, dass unter standardisierten und vergleichbaren Bedingungen architektonische Ansätze sowie Systeme der Bau-, Heiz-, Kühl-, Lüftungs-, Klima- und Beleuchtungstechnik energetisch miteinander vergleichbar sind und deren Interaktion untereinander bewertet werden kann.

E

Energiebedarf

Der Energiebedarf ist die Menge an Energie, die ein Gebäude unter festgelegten Bedingungen in einem bestimmten Zeitraum benötigt. Der Energiebedarf ist eine kalkulatorische Größe und wird nach einem definierten Verfahren berechnet (z. B. bei Nichtwohngebäuden nach DIN V 18599). Aufgrund von Einflüssen wie Wetter, Nutzerverhalten oder Anlagenbetrieb kann der tatsächliche Energieverbrauch von dem kalkulierten Energiebedarf abweichen.

Energiekennwert

Mit Energiekennwert wird ein auf eine Fläche und einen Zeitraum berechneter oder gemessener Energieaufwand bezeichnet.

Energieverbrauch

Im Unterschied zum Energiebedarf ist der Energieverbrauch eine gemessene Größe: die Menge Energie, die tatsächlich in einem bestimmten Zeitraum verbraucht wurde. Daher schließt der Energieverbrauch das reale Klima und das Nutzerverhalten ein. Um den Einfluss des von Jahr zu Jahr verschiedenen Außenklimas zu neutralisieren, kann eine normierte Klimabereinigung vorgenommen werden.

Physikalisch gesehen kann Energie nicht verbraucht, sondern nur in ein andere Energieformen umgewandelt werden. Dennoch hat sich der Begriff eingebürgert.

Exergie

Exergie bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, nutzbare Arbeit zu verrichten. Die Exergie ist im Gegensatz zur Energie keine Erhaltungsgröße, d. h. im Gegensatz zur Energie kann Exergie „vernichtet“ werden, während Energie lediglich umgewandelt wird.

Exergie im Wärmekontext (thermische Exergie) bezeichnet die Arbeit, welche durch den Einsatz eines idealen Wärmekraftwerks (einer idealen Carnot-Maschine) zwischen Umwelt und dem betrachtetem Wärmestrom maximal gewonnen werden kann.

 

Ist die Temperatur des Wärmestroms größer als die der Umgebung, wäre die Quelle dieser Arbeit der Wärmestrom. Ist die Temperatur des Wärmestroms kleiner als die der Umgebung, wäre die Quelle der Arbeit die Referenzumgebung. Der "kalte" Wärmestrom würde hier einen Teil der Umgebungswärme nutzbar machen.

Weitere Infos zum Begriff »Exergie« finden sich in Wikipedia.

G

g-Wert

Der g-Wert steht für den Gesamtenergiedurchlassgrad und gibt bei Fenstern den Energiedurchlass von außen nach innen an. Ein hoher g-Wert bedeutet im Winter höhere Wärmegewinne, kann im Sommer aber eher zur Überhitzung eines Raumes führen, wodurch entsprechender Sonnenschutz notwendig ist.

Gebäudeleittechnik

Der Begriff Gebäudeleittechnik (kurz: GLT) meint das gesamte Instrumentarium zur zentralen automatischen Steuerung, Regelung und Überwachung der technischen Gebäudeausrüstung (TGA).

Gebäudeleittechnik wird auch oft gleichgesetzt mit der Software, mit welcher Gebäude – auf der Managementebene – überwacht und gesteuert werden. Es gibt verschiedene herstellerspezifische und einige wenige herstellerunabhängige Gebäudeleittechnik-Systeme. Diese kommunizieren mit der Automatisierungstechnik in den Gebäuden über herstellerspezifische oder standardisierte Schnittstellen.

Geothermie

Geothermie (Erdwärme) ist die in der Erde gespeicherte Wärmeenergie, soweit sie entzogen und genutzt werden kann, und zählt zu den regenerativen Energien. Sie kann bei oberflächennaher Erdreichwärmenutzung zum Heizen und Kühlen genutzt werden, meist in Kombination mit einer Wärmepumpe. Mit der Erschließung größerer Tiefen über eine Tiefbohrung werden zumeist höhere Temperaturen erschlossen und ggf. wird die Erzeugung von elektrischem Strom möglich.

K

Kerndämmung

Die Kerndämmung bezeichnet die Wärmedämmung zwischen zwei Mauerwerksschalen. Eine nachträgliche Kerndämmung in einem bestehenden Luftspalt im Zuge der energetischen Sanierung ist durch Einblasdämmung möglich.

Kompressionskältemaschine

Diese Bauform der Kältemaschine nutzt den physikalischen Effekt der Verdampfungswärme bei Wechsel des Aggregatzustandes von flüssig zu gasförmig und stellt die häufigste Bauform von Kältemaschinen dar.

Das gasförmige Kältemittel wird durch einen zumeist elektrisch angetriebenen Kompressor verdichtet und kondensiert unter Wärmeabgabe. Das flüssige Kältemittel wird zu einem Drosselorgan geleitet und entspannt. Dabei verdampft das Kältemittel unter Wärmeaufnahme und kühlt dabei die Umgebung.

L

Lebenszyklusanalyse

Unter einer Lebenszyklusanalyse (auch Ökobilanz) versteht man eine Analyse der Umweltwirkungen eines Gebäudes während der gesamten Lebensdauer. Dazu gehören sämtliche Umweltwirkungen während der Produktion (auch der einzelnen Baustoffe), der Nutzungsphase und des Rückbaus, sowie die damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse (z. B. Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Zu den Umweltwirkungen zählt man sämtliche umweltrelevanten Entnahmen aus der Umwelt (z. B. Erze, Rohöl) sowie die Emissionen in die Umwelt (z. B. Abfälle, CO2).

low-e

Low-e-Schichten oder genauer: low-ε-Schichten sind optische Funktionsschichten, die einen geringen Emissionsgrad ε aufweisen. Solche Oberflächen strahlen bei eigener Erwärmung relativ wenig Wärme an die Umgebung ab und reflektieren gleichzeitig einen Großteil der aus der Umgebung auftreffenden Wärmestrahlung. Heute kommerziell erhältliche Wärmeschutzverglasungen werden hierfür mit Edelmetallen (vor allem Silber) beschichtet. So werden Werte für den Emissionsgrad ε im Bereich von nur 0,02 bis 0,09 erreicht.

Luftqualität

Die Luftqualität in Räumen beeinflusst das Wohlbefinden und die Arbeitsproduktivität entscheidend. Die zwei wesentlichen Anforderungen an die Raumluft sind hierbei:

1. In der Luft sollen sich möglichst wenig Schadstoffe befinden (Flüchtige organische Verbingungen (VOC), Aldehyde etc. aber auch Staub, Pollen usw.),  und der CO2-Gehalt soll begrenzt werden (Pettenkofer-Maßstab)

2. Die Luft darf nicht als muffig, übelriechend oder abgestanden empfunden werden

Da insbesondere das zweite Kriterium sehr stark von der persönlichen Empfindung der einzelnen Person abhängt, deutet eine große Anzahl von zufriedenen Raumnutzern auf eine gute Raumluftqualität hin, sofern sich keine Schadstoffe in der Raumluft befinden. 
Eine gute Luftqualität wird erreicht, indem zum einen im Raum Schadstoffemissionen über Möbel, Teppiche, Anstriche etc. soweit möglich reduziert werden. Zum anderen kann über einen ausreichenden Luftwechsel (freie oder maschinelle Lüftung) frische Luft zugeführt werden.

Luftwechsel

Unter Luftwechsel versteht man den kontinuierlichen Austausch der Raumluft. Ein Maß für die Höhe des Luftwechsels ist die Luftwechselrate n (Einheit 1/h). Sie gibt also anschaulich an, wie oft die Luft eines Raumes pro Stunde ausgetauscht wird.
Ein ausreichender Luftwechsel ist in Räumen, in denen sich Menschen aufhalten, notwendig für

  • die Versorgung mit Sauerstoff,
  • die Abführung des ausgeatmeten Kohlendioxids,
  • die Abführung von Gerüchen und weiteren als unangenehm empfundenen Bestandteilen der Luft (z. B. Ausdünstungen aus Möbeln, Anstrichen, Teppichen etc.) und für
  • den Abtransport überhöhter Luftfeuchtigkeit. 
     

Die EnEV fordert, dass Umfassungsflächen von Gebäuden einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet sind. Zugleich wird folgerichtig gefordert, dass „der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist“. Werden dazu andere Lüftungseinrichtungen als Fenster verwendet, müssen diese bestimmten Anforderungen genügen.

N

Nullenergiehaus

Als Nullenergiehaus bezeichnet man Gebäude, deren rechnerische energetische Jahresbilanz Null beträgt. Die benötigte Energie wird durch Anlagen des Gebäudes selbst erzeugt (meist Solaranlagen). Im Gegensatz zu energieautarken Gebäuden sind Nullenergiehäuser an Energienetze angeschlossen, die sie für den Energieaustausch beanspruchen.

P

Paneel

Ein Paneel (niederdeutsch und niederländisch für „Tafel“, englisch: panel) ist eine Holztafel bzw. eine speziell präparierte Platte als Wand- und Deckenverkleidung. Dabei wird sowohl die einzelne Tafel als auch die gesamte Verkleidung als Paneel oder Paneele bezeichnet. Der Begriff wird auch beispielsweise ein Solarmodul (Solarpaneel) oder eine Vakuum-Dämmplatte (Vakuumpaneel, Vakuum-Isolations-Paneel – kurz: VIP) verwendet.

Passivhaus

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in dem eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer ohne separates Heiz- bzw. Klimatisierungssystem zu erreichen ist. Es muss die Grenzwerte von einem Heizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/(m²a) und einem Primärenergiebedarf einschließlich Warmwasser und Haushaltsstrom von unter 120 kWh/(m²a) einhalten (berechnet mit dem Passivhaus-Planungspaket PHPP).

Durch die sehr gute Dämmung von Wänden, Fenstern und Türen, eine wärmebrückenoptimierte Gebäudehülle und Lüftung mit Wärmerückgewinnung genügen die in seinem Inneren vorhandenen Energiequellen wie die Körperwärme von Personen oder einfallende Sonnenwärme als Wärmequellen.

Das Passivhaus ist kein Markenname, sondern ein Baukonzept, dessen Anforderungen nicht von öffentlicher Seite, sondern von einem Institut (Passivhaus-Institut, Darmstadt) formuliert wurden.

 

Weitere Details beim Passivhaus Institut oder der Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland

PCM

PCM steht für Phase Changing Materials, welche Wärmeenergie speichern können, indem durch Wärmezufuhr ein Phasenübergang angeregt wird (zumeist Fest-Flüssig, also Schmelzen). Als Materialien kommen Paraffine oder Salzhydrate in Frage. PCM können genutzt werden, um viel Wärme auf engem Raum speichern zu können. Außerdem können Phase Change Materials in Baustoffe eingelagert werden, um die in Räumen aktivierbare Wärmekapazität deutlich zu erhöhen. Werden PCM z.B. in Raumverkleidungsplatten oder Innenputze eingebracht, so kann trotz Leichtbauweise und geringem Platzverbrauch die thermische Trägheit eines Raumes erhöht werden.

Pelletheizung

Im Heizkessel einer Pelletheizung werden Holzpellets (kleine Presslinge aus Holzspänen und Sägemehl) verfeuert. Zentralheizungen mit Pellets können durch maschinelle Beschickung einen hohen Automatisierungsgrad erreichen und sind in Betrieb und Wartung mit Öl- und Gasheizungen gleicher Leistungsstärke vergleichbar.

Photovoltaik

Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von solarer Strahlungsenergie in elektrische Energie. Der Name setzt sich aus ,Photos‘ (griech. für Licht) und Volt bzw. Volta (nach Alessandro Volta) zusammen. Die Energiewandlung erfolgt in Solarzellen, mehrere Solarzellen werden zu Solarmodulen zusammengefasst.

Pilotprojekt

Im Unterschied zu dem Demonstrationsprojekt hat das Pilotprojekt eher eine Forschungsfunktion. Es ist der entscheidende Test für eine innovative Technologie oder ein neues Produkt nach der Labor- oder Technikumsphase. Die Erfahrungen im Pilotprojekt fließen direkt in die weitere Produkt- oder Technologieentwicklung ein. Erst danach werden breiter angelegte so genannte Feldtests oder in Demonstrationsprojekte durchgeführt.

PPP

PPP steht für Public Private Partnership und meint eine vertraglich geregelte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, bei der die erforderlichen Ressourcen (z. B. Kapital, Betriebsmittel, Personal etc.) von den Partnern zum gegenseitigen Nutzen in einem gemeinsamen Organisationszusammenhang eingestellt werden.

Primärenergie

Primärenergie ist Energie in Formen, die in der Natur direkt vorkommen. Dazu zählen Primärenergieträger wie Stein- und Braunkohle, Erdöl oder Erdgas sowie erneuerbare Energiequellen. In den meisten Fällen muss diese Primärenergie in Kohlebau, Raffinerien, (Heiz-)Kraftwerken etc. in Sekundärenergie umgewandelt werden (Koks, Briketts, Strom, Fernwärme, Heizöl oder Benzin). Die Energie am Ort des Verbrauchs ist die Endenergie, die in Nutzenergie umgewandelt wird – in Heiz- und Prozesswärme, Licht sowie mechanische Energie.

S

Schluckbrunnen

Schluckbrunnen dienen bei Wasser-Wasser-Wärmepumpen zur Rückführung von Wasser in den Boden bzw. ins Grundwasser.

Sonnenschutz

Tageslicht ist wichtig für das Wohlbefinden von Menschen. In Gebäuden vermittelt es den Bezug zum Außenraum und ist im Gegensatz zu einer statischen Kunstlichtbeleuchtung erheblich dynamischer und damit stimulierender. Mit einer gut geplanten Tageslichtbeleuchtung können Innenräume attraktiv gestaltet und gute Sehbedingungen erreicht werden. Das fördert ermüdungsfreies, produktives und sicheres Arbeiten.

Sonnenschutzsysteme sollen das Gebäude vor Überhitzung schützen. Dabei soll der Innenraum weiterhin mit Tageslicht beleuchtet und der Ausblick ins Freie gewahrt bleiben. Sonnenschutzsysteme begrenzen die Sonneneinstrahlung in einen Raum, damit dieser nicht überwärmt. Ihr Effekt kann mit dem Gesamtenergiedurchlassgrad der Fassade beziffert werden. Dieser g-Wert der Gesamtkonstruktion umfasst sowohl den Strahlungsdurchgang als auch die sekundäre Wärmeabgabe nach innen.

Bei der Vielfalt und Verschiedenartigkeit von Tageslichtsystemen geht es darum, das für die jeweiligen Nutzungsanforderungen geeignete System oder eine passende Kombination von Systemen zu wählen:

  • Raffstore, Markisen oder Lamellen
  • Sonnenschutzglas
  • innovative Sonnenschutzsysteme mit Licht lenkender Charakteristik, Richtungsselektivität oder spektraler Selektivität oder mit Schalt- bzw. Regelbarkeit

Speichermasse

Speichermasse (auch speicherwirksame Bauwerksmasse) ist die Bauwerksmasse, welche durch ihre thermische Trägheit nennenswerten Einfluss auf das zeitliche thermische Verhalten des Gebäudes aufweist. Sie kann Wärme- und Kältepotenziale speichern und zeitversetzt abgeben.

T

TABS

Thermisch aktive Bauteilsysteme (TABS) bezeichnet Systeme, welche die Gebäudemassen zur Temperaturregulierung nutzen. Diese Systeme können zur alleinigen oder ergänzenden Raumheizung bzw. Kühlung verwendet werden. S. a. Betonkernaktivierung.

V

Vakuumdämmung

Bei der Vakuumdämmung wird in speziellen Dämmpaneelen ein Vakuum erzeugt und damit der durch die Gasmoleküle der Luft bedingte Wärmetransport nahezu komplett unterbunden. Schon bei konventionellen Dämmstoffen wird Konvektion, also der mit Luftströmen verbundene, sehr effektive Wärmetransport komplett unterdrückt. Mit der Vakuumdämmung geht man noch einen wesentlichen Schritt weiter. Durch Evakuieren eines porösen Stützkörpers, der in eine gasdichte Folie eingepackt ist, wird der Gasdruck soweit herabgesetzt, dass auch das in den Poren ruhende Gas praktisch nicht mehr zum Wärmetransport durch das Paneel beitragen kann - anders als in konventionellen Dämmstoffen, wo das ruhende Gas als dominierender Wärmetransportfaktor verbleibt.

Wird als Stützkörper ein hochporöses Material mit geringer Festkörperleitfähigkeit und zusätzlichen Infrarot-Trübungsmitteln gewählt, so sind bei den so genannten Vakuumisolationspaneelen (VIP) die verbleibende Wärmeleitung und der Strahlungstransport auf einem sehr niedrigen Niveau. Gängige Vakuumisolationspaneele haben einen fünf bis zehnmal so guten Wärmeschutz wie eine gleich dicke Mineralfaser- oder Hartschaumdämmung.

W

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe entzieht dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Außenluft Wärme und gibt sie in ein Heizungssystem ab. Für den Betrieb wird elektrische Energie eingesetzt. Das Verhältnis von genutzter Wärmeenergie zu aufgewendeter elektrischer Leistung ist die Leistungszahl (engl. coefficient of performance, COP).

Wärmerückgewinnung

Wärmerückgewinnung (WRG) bezeichnet die Verwendung von thermischer Energie, die sonst ungenutzt das Gebäude über die Lüftung verlassen würde. Dabei wird über einen Wärmetauscher der Energieinhalt der Abluft verwendet, um die Zuluft zu temperieren. Ggf. kann auch die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser (mit Wärmepumpe) sinnvoll sein.


Zusätzliche Informationen: