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LowEx: Heizen und Kühlen mit Niedrig-Exergie

Zum Verständnis müssen wir zunächst den Begriff »Exergie« im Wärmekontext erläutern: Thermische Exergie steht für den Arbeitswert, welcher einem Wärmestrom zugeordnet werden kann. Die Voraussetzung für eine höchstmögliche Effizienz bei der Nutzung natürlicher Ressourcen ist die Anpassung von Exergieangebot an die Exergienachfrage. Hochwertige, exergiereiche Energie soll für hochwertige Energiedienstleistungen, wie z. B. die Stromerzeugung reserviert bleiben, während exergiearme Energieformen, wie z. B. Abwärme (und eingeschränkt auch Umweltwärme), für das Heizen und Kühlen auf Raumtemperaturniveau genutzt werden können. Das ist der zentrale Ansatzpunkt der Niedrig-Exergie-Systeme (LowEx).

Eine Reduktion der Lasten und der Einsatz exergetisch effizienter Energiewandlungssysteme sind entscheidend für eine exergieoptimierte und somit primärenergieeffiziente Auslegung. Insbesondere durch Optimierung der Gebäudehülle lassen sich exergetischen Lasten reduzieren. Nach einer solchen Optimierung reichen kleine Temperaturdifferenzen zwischen Wärme abgebendem System und Raum aus, es wird also nur sehr exergiearme Energie in Form von Niedertemperaturwärme benötigt. Wird diese Wärme mit einem Niedrigexergie-Wärmeerzeuger generiert, kann ein solches Energiesystem als „LowEx-System“ bezeichnet werden. An dem effizienten und bestmöglichem Umgang mit Primärenergie müssen sich in Zukunft die Verbesserungen und Innovationen bei Energiesystemen und Gebäuden messen lassen. LowEx-Systeme können einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Primärenergieeffizienz leisten.

Im Forschungsakzent LowEx gibt es Aktivitäten zu verschiedenen Themenschwerpunkten, so beispielsweise zur Heiz- und Raumlufttechnik. Dabei werden die räumliche und zeitliche Nutzung geringer Temperaturpotenziale für Heiz- und Kühlzwecke in Gebäuden untersucht. Die räumliche Nutzung umfasst die Wärmeverschiebung zwischen Räumen sowie vom Gebäudeinneren an die Fassade, so dass eine thermische Homogenisierung des Baukörpers unter Berücksichtigung unterschiedlicher Raumnutzung erreicht werden kann. Für die Nutzung von zeitlichen Temperaturpotenzialen werden Latentwärmespeicher-Systeme betrachtet. Materialien mit einer Phasenwechseltemperatur im Bereich der Raumlufttemperatur können Energie ohne große exergetische Verluste speichern. Das nachrüstbare Speichersystem ist über Kapillarrohrmatten mit dem Raum verbunden und kann über Fassadenwärmetauscher entladen werden, anfallende Kühllasten werden zeitversetzt darüber vollständig oder teilweise abgefahren.

Weitere Schwerpunkte sind die Wärmeübertragung und Wärmespeicherung sowie aktive Latentwärme-Speichersysteme, die gezielt be- und entladen werden können.

 

LowEx Projekte:

Entwicklung und praxisnaher Test der Performance von Gebäudekomponenten mit PCM in Demonstrationsobjekten (PCM-Demo)
Technologiestatus: Phase 4
Rahmenprojekt LowEx

Passive Kühlung plus PCM

Bausysteme mit integrierten Phasenwechselmaterialien (PCM) können viel Wärme im Bereich der Raumtemperatur speichern. Auch ohne aktive Systeme können damit ausgestattete Räume energieeffizient temperiert werden. Mit diesem Forschungsprojekt wurden Materialien, Komponenten und Systeme auf Basis von Salzhydraten weiterentwickelt, aussichtsreiche Anwendungen identifiziert und verschiedene Systeme in Pilotprojekten realisiert und getestet.

Blick auf Kapillarrohrsystem in Bauplatte. Foto: BINE Informationsdienst
Technologiestatus: Phase 3
Rahmenprojekt LowEx

Klimaaktive Wärmespeicher in Baustoffen

Bausysteme mit integrierten Phasenwechselmaterialien (PCM) können viel Wärme im Bereich der Raumtemperatur speichern. Wird diese Wärme über Wasser führende Systeme zugeführt oder abgerufen, dann können Räume mit solchen Systemen energieeffizient temperiert werden. Mit diesem Forschungsprojekt wurden Materialien, Komponenten und Systeme auf Basis von Paraffinen weiterentwickelt, aussichtsreiche Anwendungen identifiziert, Systemtests durchgeführt und ein Planungstool entwickelt.

Niedrigexergiesysteme in der Heiz- und Raumlufttechnik - Systemuntersuchung, Verfahrens- und Geräteentwicklung und HLK-Techniken
Technologiestatus: Phase 2
Rahmenprojekt LowEx

Niedrig-Exergie-Systeme in der Heiz- und Raumlufttechnik

Schon geringe Temperaturdifferenzen können zur Beheizung oder Kühlung von Gebäuden genutzt werden. Dabei geht es um räumliche und zeitliche Temperaturpotenziale. Mit diesem Forschungsprojekt wurden verschiedene Niedrig-Energie-Systeme und -Konzepte zur Beheizung und Kühlung von Gebäuden per Simulation untersucht, modellhaft getest und prototypisch entwickelt.


Zusätzliche Informationen:

Weitere Infos

Weitere Informationen zu dem Forschungsakzent LowEx und den aktuellen Projekten finden Sie unter www.lowex.info.