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EnSan: Modellprojekte "Energetische Sanierung"
Gebäude sind zu Stein gewordener Energiebedarf. Einmal gebaut werden die Häuser etwa 100 Jahre genutzt. Grundlegende Modernisierungen werden erst nach 30–60 Jahren angegangen. 90% der Gebäude in Deutschland sind nicht oder kaum wärmegedämmt – man kann also von “energetischen Altbauten” sprechen. Folglich lassen sich in diesem Bereich auch die größten Einspareffekte erzielen. Bislang werden Außenwände, Dächer, Fenster oder Heizungsanlagen häufig erst dann erneuert, wenn Verfall droht oder sich die Gesetzeslage verschärft hat.
Legt man die technisch machbare "3-Liter-Haus“-Sanierung zugrunde, so erschließt die heute praktizierte energetische Sanierung bestehender Gebäude nur ein Drittel bis die Hälfte des Einsparpotenzials. Durch konsequente Energiesparmaßnahmen lässt sich aber der Wärmebedarf bestehender Gebäude um 50-80% senken, und mit dem Arbeitsplatz- und Wohnkomfort steigt die Attraktivität der Immobilie.
Viele bestehende Büro- und Gewerbegebäude sowie Bauten im Bildungs-, Kultur und Freizeitbereich wurden in Zeiten niedriger Energiepreise geplant und gebaut. Nur mit einer umfangreichen Gebäudetechnik und einem hohen Energieeinsatz können sie den notwendigen thermischen und visuellen Komfort ermöglichen und die ergonomischen Anforderungen erfüllen. Die Gebäude verfügen über keinen oder nur unzureichenden Wärmeschutz. Die aus heutiger Sicht überdimensionierten Heizungs- und Lüftungsanlagen sind nicht in der Lage, sich auf flexible Arbeitszeiten und eine variable Raumnutzung einzustellen. Die unzureichende Tageslichtversorgung muss durch Kunstlicht ausgeglichen werden. Derartige Gebäudemängel bringen nicht allein hohe Energiekosten mit sich, sie belasten auch die Motivation der Beschäftigten bzw. Nutzer. In zahlreichen Demonstrationsprojekten von EnSan werden Mustersanierungen für verschiedene Gebäudetypen entwickelt und erprobt. Dazu zählen u. a. gemischte Wohn- und Gewerbegebäude, große Wohnkomplexe, kleine Wohngebäude, Büro- und Verwaltungsgebäude, Bildungsstätten sowie Wohn- und Pflegeheime.
In projektübergreifenden und vergleichenden Performance- und Komfortanalysen wird die große, wissenschaftliche Datenbasis aus den vielen Modellprojekten genutzt, um Antworten zu entwickeln zu ganz konkreten und praxisrelevanten Themenstellungen für Neubau und Sanierung. Ein neuer Schwerpunkt dabei sind Kosten- und Wirtschaftlichkeitsanalysen. Ein Forscherteam aus sechs Instituten befasst sich damit und zudem mit der systematischen Qualitätssicherung und dem Wissenstransfer. Erfahren Sie mehr über die EnOB-Begleitforschung, das Team, die Monitoring- und Analysemethoden und die bisherigen Ergebnisse …
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EnSan Projekte:
Kindergärten, Schulen
Ein Modellprojekt im Forschungsakzent „Energieeffiziente Schule“: Die Schule in Olbersdorf ist ein Beispiel für einen gelungenen Kompromiss zwischen Denkmalschutz und energetischer Sanierung. Um das 1928 errichtete Gebäude auch in Zukunft als Schule nutzen zu können, mussten die Energiekosten deutlich gesenkt werden. Wichtigster Ansatzpunkt war eine effizientere thermische Gebäudehülle. Um trotz sehr guter Wärmedämmwerte die Proportionen des Gebäudes zu erhalten, wurde auf Vakuumdämmung gesetzt.
mehr zum Projekt Umfassende Sanierung für Schule unter Denkmalschutz
Kindergärten, Schulen
Ein Modellprojekt im Forschungsakzent „Energieeffiziente Schule“: Im Rostocker Stadtteil Reutershagen sollen Schüler statt an drei verschiedenen Schulstandorten zukünftig in einem energetisch sanierten, zentralen und erweiterten Schulgebäude lernen. Die Schule soll den Plus-Energie-Standard erreichen, sie wird also mehr Energie produzieren als das Gebäude über das Jahr hinweg verbraucht. Das Projekt ist übertragbar auf andere Schulen, weil dieser Gebäudetyp in den neuen Bundesländern weit verbreitet ist und in ähnlicher Form auch in den westlichen Bundesländern existiert.
mehr zum Projekt Sanierung und Erweiterung zur Plus-Energie-Schule
Gebäude mit spezieller Nutzung
Das 1911 errichtete und nach weitgehender Zerstörung in den 1950er Jahren wieder aufgebaute Luitpoldhaus wird generalsaniert. Mit dem Projekt werden die verschiedene Bibliotheksfunktionen an den zentral in Nürnberg gelegenen Standort zusammengeführt, dafür werden die Gebäude auch umgebaut und erweitert. Die Unterbringung der mittelalterlichen Handschriften, Inkunabeln, Drucke und Karten ist raumklimatisch anspruchsvoll.
mehr zum Projekt Stadtbibliothek Nürnberg – Umbau mit Generalsanierung
Kleinere Wohngebäude
In Hofheim am Taunus wurden drei baugleiche Zweifamilienhäuser nach unterschiedlichen Energie-Standards saniert, was einen direkten Vergleich erlaubt. Ein neuartiger Fassaden-Wärmeschutz stellen die vorgefertigten, geschosshohen Dämmelemente dar. Sie sind wegen der integrierten Vakuumpaneele schlanker als eine gleichwertige herkömmliche Dämmung und ragen weniger in den öffentlichen Gehweg hinein.
mehr zum Projekt Drei Wohngebäude in Hofheim – Energiestandards im Vergleich
Büro- und Verwaltungsgebäude
Die Zentrale der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entstand in den späten 1960er Jahren als Büroturm-Ensemble im Frankfurter Westend. Die Gebäude waren zuletzt ziemlich in die Jahre gekommen und so entschied sich der Eigentümer für eine grundlegende Modernisierung – nur das tragende Skelett der Ursprungbauten blieb erhalten. So konnten die Versorgung mit Tageslicht, Frischluft, Wärme und Kälte deutlich verbessert und vor allem energieeffizienter gestaltet werden.
mehr zum Projekt Revitalisierung von Bürotürmen
Kleinere Wohngebäude
In Hamburg wurde ein Gründerzeithaus, das aus zwei baugleichen Gebäudeteilen besteht, grundlegend saniert. Die Sanierung erfolgt nach zwei Standards, so konnten die beiden Sanierungsvarianten hinsichtlich Energieeffizienz und Kosten verglichen werden. Besonderes Augenmerk galt der Entwicklung übertragbarer Lösungen zur Sanierung von Gründerzeithäusern.
mehr zum Projekt Sanierung Gründerzeithaus mit interessanten Detaillösungen
Büro- und Verwaltungsgebäude
Das 1968 gebaute Gebäude war deutlich in die Jahre gekommen und die Fassaden und Dächer waren stark sanierungsbedürftig als im Zuge einer Verwaltungsreform die Nutzung des Gebäudes verändert werden sollte. Nach einem außerordentlich kostenbewussten Umbau beherbergt das sanierte Gebäude seit 2006 in den unteren beiden Etagen die Einsatzfahrzeuge der Entsorgungsbetriebe und in den oberen beiden Stockwerken die Verwaltung. Der gesamte Energiebedarf konnte dabei um etwa 75 Prozent reduziert werden.
mehr zum Projekt Entsorgung im neuen Gewand
Büro- und Verwaltungsgebäude
Die Gewerbeimmobilie aus den 1970er Jahren sollte grundlegend modernisiert werden. Der Flachbau für etwa 120 Mitarbeiter hatte dieselben Schwächen wie viele Gebäude aus dieser Zeit: Hoher Energieverbrauch, unzureichende Tageslichtversorgung, schlechte Luftqualität und thermische Unbehaglichkeit sowohl im Sommer als auch im Winter.
mehr zum Projekt Neues Klima in Karlsruher Druckerei
Kindergärten, Schulen
Dieses Projekt zeigt die Metamorphose eines tristen Plattenbaus zu einem anregenden Lebensraum für unsere Kleinsten. Die Kindertagesstätte in Wismar musste dringend saniert werden. Mit diesem Projekt wurden Lösungen entwickelt, mit denen nicht nur energetische, sondern auch wesentliche architektonische und nutzungsbezogene Verbesserungen erreicht werden.
mehr zum Projekt Kindertagesstätte Wismar
Gebäude mit spezieller Nutzung
Die sehr hohen Energiekosten der Universität erforderten eine erhebliche Energieeinsparung. Es sollten mehr als 50% des ursprünglichen Primärenergiebedarfs eingespart werden. Zugleich sollten Nutzbarkeit und Attraktivität für die Besucher deutlich verbessert werden.
mehr zum Projekt Staats- und Universitätsbibliothek Bremen
Kleinere Wohngebäude
In der Mannheimer Gartenstadt wurde im Rahmen einer Sanierung ein zweigeschossiges Wohngebäude aus den 1930er Jahren an zeitgemäße und moderne Wohnverhältnissen angepasst. 12 attraktive Maisonette-Wohnungen entstanden aus ehemals 24 kleinen Wohneinheiten. Das massive Gebäude mit Satteldach erhielt eine sehr gute Wärmedämmung der Gebäudehülle. Bei dem Projekt wurden fünf verschiedene Anlagenvarianten zur Beheizung und Lüftung des Gebäudes erprobt.
mehr zum Projekt Komplettsanierung eines Mehrfamilienhauses zum 3-Liter-Haus
Gebäude mit spezieller Nutzung
Nach umfangreicher Sanierung der beiden 1977 errichteten Gebäudeteile wurde das Verbrauchsniveau eines Niedrigenergiehauses angestrebt. Der 2003 fertiggestellte 2. Bauabschnitt der "Neuen Burse" ist derzeit das größte Wohnhaus Deutschlands, das in Anlehnung an das Passivhaus-Konzept erstellt wurde.
mehr zum Projekt Studentenwohnheim "Neue Burse" Wuppertal
Büro- und Verwaltungsgebäude
Das Bürogebäude im Areal der ehemaligen Thiepvalkaserne befand sich beim Kauf in einem schlechten baulichen Zustand. Mit der Sanierung ihres neuen Bürogebäudes in Tübingen konnte die ebök GmbH den Heizenergie- und Strombedarf sehr deutlich reduzieren und die sommerliche Behaglichkeit steigern. Es ist weltweit das erste Gebäude, dessen Sanierung mit einem Passivhaus-Zertifikat ausgezeichnet wurde.
mehr zum Projekt Generalsanierung zum Bürogebäude im Passivhausstandard
Kindergärten, Schulen
Sowohl die Fassade als auch das Heizungssystem der 1951 erbauten Käthe-Kollwitz-Schule entsprachen nicht mehr dem neuesten Stand der Technik. Die umfassende Sanierung sollte sowohl mittels Wärmedämmung als auch über eine verbesserte Heizungsversorgung via Fernwärme die Energiekosten senken, sowie die Unterichtsbedingungen verbessern.
mehr zum Projekt Käthe-Kollwitz-Schule Aachen
Gebäude mit spezieller Nutzung
Das 1965 errichtete Altenheim in Stuttgart-Sonnenberg liefert ein gutes Beispiel dafür, welche Möglichkeiten eine gleichzeitige Sanierung von Gebäude und Anlagentechnik bietet. Viele ursprünglich als Altenwohnheim konzipierte Häuser werden inzwischen vorwiegend als Pflegeheim genutzt, dadurch haben sich auch die Anforderungen an die Ausstattung verändert.
mehr zum Projekt Altenpflegeheim Stuttgart Sonnenberg
Gebäude mit spezieller Nutzung
Das „Gebäude 06.2“ im Forschungszentrum Jülich sollte modellhaft saniert und modernisiert werden. Mitte der 1960er Jahre als Chemielabor errichtet zeigten Gebäudehülle und Gebäudetechnik jetzt erhebliche Schwächen. Mit der Sanierung konnte der Primärenergiebedarf um mehr als 50% gesenkt werden.
mehr zum Projekt Forschungslabor Jülich
Größere innerstädtische Wohngebäude
In den 1950er und 1960er Jahren wurden in den Randlagen der Städte verdichtete Wohnsiedlungen und teils völlig neue Stadtteile entwickelt. Mittlerweile ist eine grundlegende Sanierung dieser Wohnhochhäuser notwendig, um den Energieverbrauch zu senken und die Wohnqualität zu verbessern.
mehr zum Projekt Hochhauswohnanlage Karlsruhe