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EnOB: Ziele, Konzeption, Methoden und Team

In den Forschungsprojekten von EnOB wird am Gebäude der Zukunft gearbeitet. Was heißt das konkret? Für Neubauten bedeutet das, dass der Primärenergiebedarf gegenüber dem heutigen Stand der Technik (EnEV 2007 / DIN V 18599) nochmals halbiert werden soll. Das schließt den Energieaufwand für die Trinkwassererwärmung, Lüftung, Klimatisierung und Beleuchtung sowie Hilfsenergien für Pumpen und Ventilatoren mit ein. Zugleich wird aber bereits - insbesondere im Wohnungsbau - an Konzepten und Technologien für Nullenergiehäuser gearbeitet.

Bei der Gebäudesubstanz geht es um eine Weiterentwicklung von Konzepten zur konsequenten und nachhaltigen energetischen Sanierung. Dabei sollen im Nichtwohnungsbau die Anforderungen an Neubauten nach EnEV 2007 / DIN V 18599 um mindestens 30% unterschritten werden. Bei der Sanierung im Wohnungsbau gilt es, die Anforderungen an Neubauten nach EnEV 2007 um mindestens 50% zu unterschreiten. Ambitionierte Sanierungskonzepte werden in Verbindung mit innovativen Technologien erprobt.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsarbeiten werden sich künftig besonders auf folgende Schwerpunkte konzentrieren:

  1. Innovative Konzepte und neue Technologien werden in Demonstrationsprojekten eingesetzt, um sie auf ihre Effizienz, Praxistauglichkeit und künftige Marktfähigkeit zu prüfen.
  2. Ein Akzent soll auf Erfolg versprechende Materialien, Komponenten und Systeme gesetzt werden, die Innovationen in Baukonstruktion und technischer Gebäudeausrüstung ermöglichen. Dazu gehören die weitere energetische Verbesserung der baulichen Hülle (z. B. Vakuumisolation), die optimierte Solarenergienutzung über Fassaden und Fenster (z. B. schaltbare und selbst regelnde Verglasungen, Licht lenkende Strukturen zur optimalen Tageslichtnutzung) sowie innovative Konzepte der Wärmeerzeugung und –verteilung (Niedrig-Exergie-Systeme zum Heizen und Kühlen, dezentrale Heizungspumpen, fortgeschrittene Wärmepumpentechnik, passive und hybride Systeme zur Luftkonditionierung).
  3. Die netzgebundene Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden soll weiterentwickelt werden mit Nah- und Fernwärme aus gekoppelter Strom- und Wärmeerzeugung (auch: Modellversuche mit Brennstoffzellen), aus industrieller Abwärme, Umweltenergie und Biomasse. Damit verbunden sind auch die Modernisierung und Anpassung älterer Netze sowie die Erprobung neuartiger Strukturen (z. B. mobile Fernwärme, Fernkälte).
  4. Entwicklung und Erprobung aussichtsreicher Techniken der kurz- und längerfristigen Wärme- und Kältespeicherung für die Beheizung und Klimatisierung (z. B. thermische Untergrundspeicher, Latentwärmespeicher und thermochemische Speicherverfahren).
  5. Optimierung der zugehörigen Mess-, Steuer- und Regelungstechnik für den effizienten Betrieb der Anlagen unter Nutzung moderner Kommunikationstechniken. Dazu gehört die Weiterentwicklung von Methoden und Instrumenten zur energetischen Optimierung des „Gesamtsystems Gebäude“ in der Planungsphase, bei der Inbetriebnahme und in der Betriebsführung.
  6. Übertragung der Techniken und Methoden auf die Anwendung bei der Altbausanierung (z. B. standardisierte bauliche Lösungen, angepasste Haustechnik, spezielle Baustoffe).
  7. Transfer der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in die Aus- und Weiterbildung von Fachplanern, Architekten und Handwerkern.

Forschungsförderung »Energieoptimiertes Bauen«

Wollen Sie sich an dem Forschungsnetzwerk mit einem eigenen Beitrag oder Projekt beteiligen, dann finden Sie nähere Informationen und Ansprechpartner beim Projektträger Jülich (PtJ), der den Förderschwerpunkt »Energieoptimiertes Bauen« (EnOB) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) koordiniert.


Zusätzliche Informationen:

EnOB konkret

Förderkonzept EnOB

Ziele, Schwerpunkte, Fördermodalitäten und Projektauswahlkriterien. Veröffentlichung des BMWi vom 15. 12. 2006. PDF, 13 Seiten, 80 kB.
» Download

Leitfaden für das Gebäudemonitoring

Für Modellprojekte in den Bereichen Neubau und Sanierung werden hier die Anforderungen an die Datenerfassung formuliert: Welche Kenndaten sind im laufenden Gebäudebetrieb zu erfassen und auszuwerten, damit die Performance der Gebäude nach EnOB-Standards und wissenschaftlichen Kriterien bewertet und optimiert werden kann. Fassung vom Juli 2007, 21 Seiten, 280 kB.
» Download

Kontakt
Projektträger Jülich
Geschäftsbereich ERG
Forschungszentrum Jülich GmbH
52425 Jülich
Tel. 02461 61-3363
Links

Projektträger Jülich: Bereich ERG

Projektträger Jülich: Schwerpunkt Energieoptimiertes Bauen