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EnOB: Forschungsförderung und Programm

Gebäude beanspruchen mehr als 40 Prozent der in Deutschland verbrauchten Primärenergien. Dabei sind die mittelfristig erreichbaren Energieeinsparpotenziale weiterhin sehr bedeutsam. Neben ordnungspolitischen Vorgaben etwa durch steigende Energieeffizienzanforderungen in der EnergieeinsparVerordnung (EnEV) und finanziellen Anreizen durch Breitenförderungsprogramme (beispielsweise KfW-Programme) setzt man in Deutschland flankierend auf systematische und zielgerichtete Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich energieoptimiertes Bauen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert seit Jahren eine Vielzahl von Projekten im Rahmen der Forschungsinitiative EnOB – Energieoptimiertes Bauen. Mit dem neuen Förderkonzept vom September 2012 werden neue Akzente gesetzt.

 
Gebäude und städtische Infrastrukturen spielen eine Schlüsselrolle beim Gelingen der Energiewende. In Deutschland leben mittlerweile 70% aller Menschen in Städten und regionalen Ballungsräumen. Umso wichtiger ist es, Energieflüsse in Systemzusammenhängen zu betrachten.

Mit der Forschungsinitiative EnOB werden einzelne Gebäude oder Gebäudeensemble sowie Schnittstellen zu benachbarten Gebäuden und zum Quartier detailliert betrachtet. Die integrierte Betrachtung des Gebäudes im Kontext seines Umfelds mit Blick auf die sinnvolle Einbindung als Energiesenke, Energiequelle oder Energiespeicher im lokalen Energieversorgungssystem geht Hand in Hand mit dem Um- und Ausbau der Versorgungsnetze für Strom, Wärme, Wasser und Abwasser. Die Perspektive ist dabei vor allem das Gebäude und dessen Energieverbraucher, die in einem Bottom-Up Ansatz detailliert untersucht werden.

Eine andere Perspektive nehmen die Forschungsinitiativen EnEff:Stadt – Forschung für die energieeffiziente Stadt, und EnEff:Wärme – Forschung für energieeffiziente Wärme- und Kältenetze des BMWi ein: In einem Top-Down-Ansatz werden der über die Einzelgebäude hinausgehende Bilanzraum und städtische Modellsituationen sowie beispielhafte kommunale Versorgungskonzepte betrachtet.

Eine enge Verknüpfung und Betrachtung beider Ansätze im Rahmen der Energieforschung soll ein verfeinertes Abbild der Realität schaffen, um auf verschiedenen Ebenen methodische Defizite aufzuzeigen, Handlungsfelder zu identifizieren und langfristige Strategien abzuleiten.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsarbeiten der Förderinitiative werden sich künftig besonders auf folgende Schwerpunkte konzentrieren:

  1. Forschung und Entwicklung (FuE) neuer Materialien, Komponenten, innovativer Technologien, Systeme und Konzepte. Dieser Bereich ist in thematische Verbünde modular gegliedert (z. B. Niedrigexergie-Technologien, Vakuumtechnologien, Fassadenkonzepte, Lüftungssysteme, integrierte Systeme) und wird sukzessiv erweitert.
  2. Demonstrationsprojekte, um technologische Innovationen und neue Konzepte in Bezug auf Praxistauglichkeit zu prüfen und eine deutliche Senkung des Primärenergiebedarfs gegenüber dem Stand der Technik bei energetischen Sanierungen zu demonstrieren. Im Neubau wird eine positive Energiebilanz erwartet.
  3. Monitoring ist die obligatorische wissenschaftliche Komponente jedes geförderten EnOB-Demonstrationsprojektes. Als wissenschaftliches Begleitprojekt kann es aber auch bei nicht geförderten innovativen Pilotvorhaben durchgeführt werden und beinhaltet u. a. Langzeit-Monitoring, Dokumentation, Auswertung und Analysen. Einen besonderen Stellenwert dabei hat die Energetische Betriebsoptimierung (EnBop) als Brücke von der Anwendung innovativer Technologien und Konzepte zur Bau- und Betriebspraxis und ist ein wichtiger Bestandteil von Monitoring-Projekten.

Strategische Orientierung der F&E-Projekte

Künftige Fördermaßnahmen der Forschungsinitiative EnOB im Bereich angewandter Forschung und Entwicklung konzentrieren sich auf folgende Schwerpunkte:

  1. Kostenreduktion hocheffizienter, innovativer Technologien, insbesondere für den breiten Einsatz bei energetischen Gebäudesanierungen mit dem Ziel, den Weg zur Marktdurchdringung vorzubereiten.
  2. Systemische Betrachtung entlang der Wertschöpfungskette (Herstellung – Planung – Bauen – Betrieb – Recycling) unter dem Aspekt der Steigerung der Energieeffizienz im gesamten Lebenszyklus und mit besonderem Schwerpunkt auf der Betriebsphase und der energetischen Optimierung mittels gering investiver Maßnahmen.
  3. Integrierte Betrachtung des Gebäudes in seinem Umfeld mit Blick auf die sinnvolle Einbindung als Energiesenke, Energiequelle oder Energiespeicher in lokalen Energieversorgungssystemen.

Vorrangige Förderthemen für F&E-Projekte

Folgende Forschungsthemen stehen im Fokus der Förderinitiative

A) Passive Komponenten

  • Weiterentwicklung von Hochleistungsdämmstoffen wie Schäume mit Porenräumen im Nanometerbereich
  • Verbesserungen bei neuartigen Beschichtungstechnologien wie selektive Beschichtung von Bauteiloberflächen
B) Aktive Komponenten

  • Integration innovativer Energieumwandlungstechnologien in Bauteile
  • Schaltbarkeit von Bauelementen, wie Verglasungen und Dämmungen
  • effiziente Lüftungs- und Wärmepumpentechnologien
  • dezentrale Umwandlungstechniken, wie Mikro-KWK
  • Weiterentwicklung thermischer und elektrischer Speicher für Gebäude
C) Systeme

  • Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Gebäudesimulation, des Gebäudemonitorings, der Gebäudeleittechnik und der Betriebsoptimierung
  • LowEx-Technologien zur exergetischen Optimierung der Energieumwandlungsprozesse

Förderung für Ihre Vorhaben?

Ihre Forschungsaktivitäten und Planungs- und Bauvorhaben können im Rahmen der Forschungsinitiative EnOB unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden.

Art und Umfang der Förderung

Die Projektförderung erfolgt auf dem Wege der Zuwendung nach Einzelbewilligung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses. Privatpersonen sind von der Förderung ausgeschlossen. Die Höhe des Förderbetrages orientiert sich an den zuwendungsfähigen Kosten und berücksichtigt hinsichtlich der Förderquote die zulässige Beihilfeintensität entsprechend dem Gemeinschaftsrahmen der EU-Kommission für staatliche FuE-Beihilfen. Hinweis: Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.

Zuwendungsfähige Kosten im Bereich der Demonstrationsvorhaben sind:

  • Mehraufwand für die integrale Planung,
  • Aufwendungen für externe wissenschaftlich-technische Beratung,
  • Investitionen für den Piloteinsatz neuartiger Techniken,
  • Aufwendungen für forschungsbedingte Messtechnik,
  • im Einzelfall der Mehraufwand für Maßnahmen zur Betriebsoptimierung und
  • administrative Aufwendungen für das Förderprojekt.

Förderverfahren

Die Beratung der Antragsteller und Beurteilung der Projektvorschläge übernimmt der Projektträger Jülich im Auftrag des BMWi. Die Auswahl erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. In der ersten Stufe wird eine Projektskizze erstellt, die im Wesentlichen wie folgt gegliedert sein sollte:

  • Kurze Beschreibung: Aufgabenstellung und Bezug zum Förderkonzept,
  • Ergebnisdarstellung zum aktuellen Stand der Technik (nach Recherche),
  • Einschätzung der Anwendungsmöglichkeiten und
  • geschätzter Gesamtaufwand.

Nach Bewertung der Skizze wird durch den Projektträger Jülich bei Aussicht auf Förderung empfohlen, einen förmlichen Antrag vorzulegen (2. Stufe).

In diesem Zusammenhang wird auf das elektronische Antragssystem easy hingewiesen. Vorlagen zur Skizzenerstellung können dort bezogen werden.

Kontakt

Mit der Durchführung des Förderkonzeptes ist der Projektträger Jülich (PtJ) im Forschungszentrum Jülich durch das BMWi beauftragt. Er übernimmt die fachliche und administrative Beratung sowohl des Ministeriums als auch der Antragsteller. Der Projektträger Jülich begleitet weiterhin die Zuwendungsempfänger in laufenden Vorhaben, prüft die Nachweise und überwacht die Verwertung der Vorhabensergebnisse nach Beendigung der Vorhaben.

Projektträger Jülich

Geschäftsbereich ERG
Forschungszentrum Jülich GmbH
52425 Jülich

Tel. 02461 / 61-3363
Fax 02461 / 61-3131

http://www.fz-juelich.de/ptj/energieoptimiertes-bauen

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Bereich Energieforschung
http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/energieforschung.html 

 


Zusätzliche Informationen:

EnOB konkret

Förderkonzept EnOB

Ziele, Schwerpunkte, Fördermodalitäten und Projektauswahlkriterien. Veröffentlichung des BMWi vom September 2012. PDF, 14 Seiten, 450 kB.
» Download Förderkonzept EnOB

Leitfaden für das Gebäudemonitoring

Für Modellprojekte in den Bereichen Neubau und Sanierung werden hier die Anforderungen an die Datenerfassung formuliert: Welche Kenndaten sind im laufenden Gebäudebetrieb zu erfassen und auszuwerten, damit die Performance der Gebäude nach EnOB-Standards und wissenschaftlichen Kriterien bewertet und optimiert werden kann. Fassung vom Juli 2007, 21 Seiten, 280 kB.
» Download Leitfaden Monitoring

 

Kontakt

Mit der Durchführung des Förderkonzeptes ist der Projektträger Jülich (PtJ) im Forschungszentrum Jülich durch das BMWi beauftragt. Er übernimmt die fachliche und administrative Beratung sowohl des Ministeriums als auch der Antragsteller. Der Projektträger Jülich begleitet weiterhin die Zuwendungsempfänger in laufenden Vorhaben, prüft die Nachweise und überwacht die Verwertung der Vorhabensergebnisse nach Beendigung der Vorhaben.

Projektträger Jülich
Geschäftsbereich ERG
Forschungszentrum Jülich GmbH
52425 Jülich
Tel. 02461 / 61-3363
Fax 02461 / 61-3131
Weblink Energieoptimiertes Bauen

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Bereich Energieforschung
Weblink Energieforschung