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EnerCalC: Vereinfachtes Bilanzierungsverfahren mit Excel-Tool
Das Bilanzierungsverfahren nach DIN V 18599 wird vielfach wegen seiner Komplexität und der daraus folgenden zeitaufwendigen Handhabung kritisiert. So kam bald nach Veröffentlichung der Vornormenreihe die Forderung auf, das Verfahren zu vereinfachen. Jetzt wurde in einem Forschungsprojekt das Excel-basierte Werkzeug EnerCalC entwickelt, das sich insbesondere zur energetischen Charakterisierung eines Gebäudes in der frühen Planungsphase eignet.
EnerCalC bietet die Möglichkeit mit relativ geringem Eingabeaufwand die Nutzenergiebedarfe für ein Gebäude in Anlehnung an die DIN V 18599 zu bilanzieren. Es erlaubt neben der Eingabe der gebäudebezogenen Daten bis zu 11 unterschiedliche Zonen zu definieren. Zudem ermöglicht das Programm eine vereinfachte Primärenergiebilanz und eine Aussage zur Auslegung des betrachteten Gebäudes als „Netto-Nullenergie-Gebäude“. Die Ergebnisgenauigkeit lässt sich noch steigern, indem den einzelnen Zonen Haupthimmelsrichtungen zugeordnet werden. Weitere Tabellenblätter ermöglichen bei Bedarf eine Steigerung des Detaillierungsgrades.
Das vorliegende Excel-Tool EnerCalC entstand im Rahmen einer Dissertation am Lehrgebiet Bauphysik und Technischer Ausbau der Bergischen Universität Wuppertal und diente zur Entwicklung und Validierung von Vereinfachungsansätzen auf Grundlage der Bilanzierungsregeln der DIN V 18599. Das Werkzeug basiert auf Excel und nutzt Makros. Es ist lauffähig mit den PC-Versionen Excel 2007 und 2010, die Ausführung von Makros muss gestattet werden.
Die energetische Bilanzierung von Nichtwohngebäuden erfordert in der Regel eine umfangreiche Zonierung der Gebäude und damit verbunden eine zeitaufwändige Ermittlung der zonenbezogenen Hüllflächen. Bei EnerCalC erfolgt die Erfassung der Gebäudehülle in Anlehnung an ein 1-Zonen-Modell, während die energetische Bilanzierung im Mehr-Zonen-Modell stattfindet. Hierfür wird in einem ersten Ansatz die Gebäudehüllfläche anteilig auf die einzelnen Zonen verteilt (vereinfachtes Verfahren). Besonders für teilklimatisierte Gebäude kann die Ergebnisgenauigkeit gesteigert werden, indem den zonenbezogenen Gebäudehüllflächen zusätzlich die tatsächliche Himmelsrichtung zugewiesen wird (erweitertes Verfahren).


