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Sozialwissenschaftliche Begleitforschung
Die sozialwissenschaftliche Begleitforschung untersucht für die beteiligten Schulen die Wirksamkeit pädagogischer Begleitkonzepte und die Akzeptanz von Maßnahmen. Neben den Schülern sind auch Lehrer, Hausmeister und Eltern Zielgruppen informativer Programme. Als Untersuchungsmethoden sind Befragungen verschiedener Art (z. B. schriftliche Befragungen, Intensivgespräche), Gruppendiskussionen, teilnehmende Beobachtung bei Veranstaltungen sowie Auswertungen energiebezogener Daten im Zusammenhang mit dem Nutzungsverhalten vorgesehen.
Befragungen vor Beginn der Aktivitäten
Vor Beginn der informativen und pädagogischen Aktivitäten werden schriftliche Befragungen bei Schülern und Lehrern durchgeführt. In Vorbereitung hierfür erfolgen persönliche Gespräche mit ausgewählten Fachlehrern, in erster Linie Unterrichtende in den Fächern Physik, Chemie, Geographie und Gemeinschaftskunde.
Gespräche mit Schulleitungen
Ähnliche Inhalte sind auch für Gespräche mit Schulleitungen vorgesehen, wobei der Schwerpunkt eher auf übergreifenden organisatorischen Gesichtspunkten der Durchführung des pädagogischen Konzepts als auf der fachlichen Einbindung liegt.
Interviews mit Hausmeistern
Die Interviews mit Hausmeistern beziehen sich auf die Wahrnehmung ihrer Rolle im Energiebereich, bisheriges Vorgehen, eventuelle Konflikte mit Schülern und Lehrern, Informationen über das Projekt „Energieeffiziente Schule“, Aufgaben in diesem Zusammenhang und Erwartungen an Auswirkungen durchgeführter Maßnahmen und gegebenenfalls an die Mitwirkung im pädagogischen Konzept.
Teilnehmende Beobachtung
Mitarbeiter des Fraunhofer ISI werden auf wesentlichen Veranstaltungen in den Schulen anwesend sein, um zum einen direkt über diesen Teil der Aktivitäten informiert zu sein, deren Auswirkungen untersucht werden sollen, und zum anderen, um die Reaktion der Schüler zu erfassen.
Zwischenzeitliche Erhebungen
Insgesamt werden die Schulprojekte etwa ein Jahr lang sozialwissenschaftlich begleitet. Wenn beispielsweise am Ende der ersten Heizperiode im modernisierten Gebäude schon Erfahrungen gesammelt werden konnten und auch das pädagogische Begleitkonzept schon teilweise umgesetzt wurde, sollen persönliche Interviews und Gruppendiskussionen durchgeführt werden.
Befragungen nach vorliegenden Erfahrungen eines Jahres
Hier wird in etwa das Erhebungsprogramm des ersten Arbeitsschrittes wiederholt. Fragen zu Wissen und Einstellungen in den schriftlichen Befragungen sollen mit denjenigen der ersten Befragungsrunde vergleichbar sein. Darüber hinaus liegt ein besonderes Schwergewicht auf der Beurteilung des pädagogischen Konzepts und durchgeführter organisatorischer Maßnahmen zur Energieeinsparung in der Schule.
Auswertung energiebezogener Daten im Zusammenhang mit dem Nutzungsverhalten
Über die Energieverbräuche liegen detaillierte Messdaten vor. Es soll untersucht werden, ob informative und motivierende Maßnahmen im Hinblick auf Energieeinsparungen Auswirkungen auf den Energieverbrauch haben. Diese Auswertungen werden nach Ende der ersten Heizperiode vorgenommen. Sie können auch dazu dienen, gewonnene Erkenntnisse in das pädagogische Konzept aufzunehmen.
Zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen
Zum Abschluss der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung werden alle Ergebnisse zusammenfassend ausgewertet. Daraus werden Schlussfolgerungen für künftige Energieeffizienz-Projekte an Schulen gezogen und auch weitergehende Empfehlungen gegeben für die pädagogische Einbindung des Energiethemas in den Schulunterricht . Neben einem wissenschaftlichen Schlussbericht wird eine für die Schüler geeignete, motivierende Darstellung der Ergebnisse erarbeitet.
Energie – Technik – Mensch
Mit stimmigen Sanierungs- oder Gebäudekonzepten und dem Einsatz effizienter Technik sollen der Energieverbrauch nachhaltig gesenkt und das Raumklima in den Klassenzimmern entscheidend verbessert werden. Doch bei den Schulprojekten sind weitere positive wirtschaftliche und ökologische Effekte zu erwarten. Durch systematische Betriebsführung und Instandhaltung wird der energiesparende Betrieb haustechnischer Anlagen optimiert und die Verfügbarkeit sichergestellt. Außerdem ist eine verstärkte Motivation der Gebäudenutzer – Schüler, Lehrer, Hausmeister – zum energiesparenden Verhalten in der Schule und durch ein allgemein gesteigertes Energie-, Umwelt- und Klimabewusstsein letztlich auch in der häuslichen Umgebung beabsichtigt. Schließlich sollen auch die Eltern und Familien mit in diesen Prozess einbezogen werden. In diesem Sinne sind begleitende Projekte an den Schulen interessant:
Schüler sollen frühzeitig auf das Energiethema aufmerksam gemacht werden und lernen, welche technischen und verhaltensbezogenen Maßnahmen zum Energiesparen grundsätzlich möglich sind und welche sie selbst umsetzen können, auch im Hinblick darauf, dass sie später einmal für die Führung eines Haushalts verantwortlich sind oder die Informationen für die Anwendung im Berufsleben brauchen können.
Für die Lehrer tragen die Maßnahmen ebenfalls zur Bewusstseinsbildung, aber auch zur Erweiterung und Konkretisierung des Lernstoffs bei.
Den Hausmeistern kommt eine Schlüsselrolle im Energiebereich zu, es fehlt ihnen jedoch oft das Bewusstsein für diese Verantwortung und das Wissen, um welche Kosten es geht und was in ihrem Bereich alles machbar ist. Neben technischem Wissen sollten sie auch ein Gefühl für den Umgang mit den Nutzern und die richtige Argumentation haben. Ihre Motivation hängt entscheidend davon ab, ob sie die Möglichkeit zur Weiterbildung haben und ihre Arbeit durch Freistellungsstunden erleichtert wird. Dadurch erlangt der Hausmeister einen „Wissensvorsprung“ vor den Schülern, was sicherlich erheblich zum Gelingen von Schulaktionen beiträgt.
Auch die Eltern sind wichtig. Sie sollen an „Informationstagen“ die Maßnahmen und die Ergebnisse selbst in Augenschein nehmen, insbesondere aber über ihre Kinder von den fachlichen Informationen und Verhaltenstipps profitieren sowie zusammen mit der Familie z. B. Energiespar-Checklisten abarbeiten oder Strommessgeräte einsetzen.
Energie – Projekt – Unterricht
In den beteiligten Schulen sollen pädagogische Konzepte entwickelt werden, um das Sanierungsgeschehen als Projekt erlebbar zu machen und in den Schulalltag, den Lehrplan sowie in gesonderte Veranstaltungen einzubeziehen. Mit der sozialwissenschaftlichen Begleitung sollen die Schulen Beratung und Unterstützung erfahren, zu den Möglichkeiten wie die Schulsanierung in den Schulalltag und auch in den Lehrplan eingebunden werden kann.
Das wichtigste Ziel der sozialwissenschaftlichen Analyse ist es, festzustellen, inwieweit das pädagogische Begleitkonzept jeweils die intendierten Wirkungen entfaltet. Dazu gehören z. B.
- Interesse der Schüler an den Begleitaktivitäten und deren Beurteilung
- Einbau des Projektes in den Unterricht
- Veränderung von Wissensstand und Einstellungen der Lehrer und Schüler
- Bewusstseinsbildung und Wissenserweiterung bei den Hausmeistern
- Interesse der Eltern am Projekt
- Folgeaktivitäten im privaten Bereich
- Multiplikatoreffekt für andere Schulen oder sonstige Gebäude

