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Neubau Zentralgebäude der Leuphana-Universität Lüneburg

Projektbeteiligte:
Bauherr: Leuphana Universität Lüneburg
Architekt: Prof. Daniel Libeskind
Energieplaner: Arup GmbH
Gebäudedaten:
Gebäudetyp: Großes öffentliches Gebäude
Standort: Scharnhorststraße 1, 21335 Lüneburg
Bruttogrundfläche: 17.178 m²
Jurybewertung
"Das neue 14.000 m² große Zentralgebäude der Universität Lüneburg ist als ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einem CO2-neutralen Campus vorgesehen. Die in der Jury kontrovers diskutierte architektonische Haltung ist in diesem Kontext Teil des Hochschulbrandings. Der Entwurf zeigt mit den bereits vollzogenen Modifikationen in Kubatur und Konstruktion Wege zu einem energieoptimierten Gebäude auf. Während einige Komponenten der Energieversorgung hinsichtlich ihrer Notwendigkeit und Interaktion zu hinterfragen sind, bietet die Energieversorgung auf der Basis des biogasversorgten BHKWs gute Voraussetzungen für den CO2 neutralen Betrieb des Gebäudes."

Projektbeschreibung
Gebäudekonzept
Die Leuphana Universität Lüneburg plant die Verwirklichung eines klimaneutralen Campus an der Scharnhorststraße. Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „Sustainable University“ kommt dabei dem neuen Zentralgebäude eine Schlüsselrolle zu. Die Leuphana will im Bereich der nachhaltigen Energiebewirtschaftung ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und regional wie überregional Impulse setzen.
Energiekonzept
Im Zentrum der Energieeffizienz steht die Minimierung des Energieeintrages durch Infiltrations- und Transmissionswärmeverluste. Dazu wurden die ersten Entwurfsansätze mit dem Ziel einer verbesserten Ausrichtung, Öffnungsverteilung und einem optimalen A/V-Verhältnis zu der jetzigen Gebäudefigur geführt.
Fassadenseitige Büros werden über die Fenster auf natürliche Weise belüftet. In Verbindung mit der großen Speichermasse des Forschungszentrums wird so auch die Nachtauskühlung über ausgewählte motorisch betriebene Fensterflügel ermöglicht. Für die großen Multifunktions- und Veranstaltungsflächen werden Oberlichter zur freien Kühlung genutzt.
Innenliegende, nicht vollständig frei belüftbare Räume, werden mechanisch belüftet. Der Betrieb der raumlufttechnischen Anlagen läuft über eine Wärmerückgewinnung und wird durch den Einsatz frequenzkommutierter Motoren und großer Schachtquerschnitte sehr energiearm ausgestaltet. Alle Massivdecken sind über eine Betonkerntemperierung zum Heizen und Kühlen konzeptionell integriert.
Zentrum der technischen Energieeffizienz bildet die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) unter Nutzung der Wärmeüberschüsse für die Gebäudekühlung aus der Absorptionskältetechnik, die Kältepufferspeicherung im Sprinklertank, die Bedarfsdeckung anderer Gebäude auf dem Campus und für die Wärmespeicherung im Erdreich, mit der die saisonalen Bedarfsschwankungen ausgeglichen werden sollen.
Die Beleuchtung wird tageslicht- und präsenzabhängig gesteuert. Anfallendes Regenwasser wird für die WC-Spülung und Außenbewässerung genutzt. Der Energiebedarf wird durch die Verwendung von Biogas in KWK, der Nutzung der Erdwärme und solarer Energie zu 100 % aus erneuerbarer Energie gedeckt.

