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Neubau Büro- und Produktionsgebäude in Wangen (Allgäu)

 

Projektbeteiligte:

Bauherr: Candor Bioscience GmbH

Architekt: Cornelsen+Seelinger Architekten BDA

Energieplaner: solares bauen GmbH

Gebäudedaten:

Gebäudetyp: Büro- und Produktionsgebäude

Standort: Franz-Walchner-Straße, 88239 Wangen im Allgäu

Bruttogrundfläche: 1.800 m²

 

Jurybewertung

"Das Projekt widmet sich der Frage, wie der Anforderung an die Entwicklungsdynamik von Unternehmen im Gewerbebau durch modulare Bausysteme exemplarisch entsprochen werden kann. Die komplexe Nutzung aus Produktion, Schulung und Verwaltung wird in einem einfachen, kompakten Baukörper von 1.600 m² NGF mit zwei Geschossen umgesetzt. Die architektonische Formulierung der Fassaden bleibt dabei noch wenig ausdifferenziert. Der hochwertige Dämmstandard harmoniert mit einer kontrollierten Lüftung mit WRG. Wärme- und Kälteversorgung geschieht standortbezogen über Grundwasser, im Heizfall mit Wärmepumpe. Zusätzliche Kühlung erfolgt über die Abluftbefeuchtung. Eine Solarstromanlage auf dem Flachdach soll den Energiebezug der TGA primärenergetisch ausgleichen."

 

Projektbeschreibung

Gebäudekonzept

Das architektonische Konzept sieht eine flexible räumliche Struktur vor, die mit dem Unternehmen wachsen kann. Der großzügige, mehrfach nutzbare Eingangsbereich und die offene Bürostruktur fördern die Kommunikation unter Mitarbeitern und Besuchern. Aufgrund der derzeitigen sehr dynamischen Entwicklung werden in Konstruktion, Ausbau und technischer Gebäudekonzeption bereits die möglichen Ausbauszenarien berücksichtigt, so dass ein ‚Weiter’bauen bei laufendem Betrieb möglich ist. Die vorgesehenen Materialien werden so gewählt, dass möglichst wenige spezifische Standards entstehen. Bei der weiteren Entwicklung kann so aus dem jetzigen Laborbereich eine Cafeteria für Besucher und Mitarbeiter werden, aus dem jetzigen Bereich der Geschäftsleitung zusätzliche Besprechungsräume, aus der derzeit geplanten Produktion neue Laborflächen. Die ‚verdrängten’ Bereiche wandern dann jeweils in die entsprechend der dargestellten Matrix möglichen Erweiterungen

Energiekonzept

Wärmeschutz: Durch die Realisierung eines hochwertigen Wärmeschutzes wird der Heizenergiebedarf nach PHPP auf Werte unter 15 kWh/m²a beschränkt (Passivhausstandard).

Lüftung: Die Be- und Entlüftung erfolgt über eine Lüftungsanlage mit rekuperativem Wärmetauscher. Die Anlage erreicht einen Wärmerückgewinnungsgrad von mehr als 80%. Zur Absenkung der Zulufttemperaturen im Sommer erfolgt eine adiabate Kühlung der Zuluft über Abluftbefeuchtung.

Wärmeversorgung: Sie erfolgt über eine Grundwasserwärmepumpe mit einer Leistung von ca. 20 kW. Die Wärmeverteilung erfolgt über Fußbodenheizflächen. Hierdurch können sehr niedrige Betriebstemperaturen und damit sollen hohe Arbeitszahlen beim Betrieb der Wärmepumpe erreicht werden.

Die Energieversorgung des ersten Bauabschnitts erfolgt zu 100% solar über eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 34 kWp. Die Solaranlage ist erweiterbar und soll dann - in der Jahresbilanz - den Gebäudeenergiebedarf (Heizung, Antriebe, Beleuchtung, ...) vollständig bereitstellen.

Flexible Erweiterung: Das Energiekonzept berücksichtigt die Anforderungen einer flexiblen Erweiterung des Bauvorhabens. Im Rahmen der Konzeption des 1. Bauabschnitts soll die spätere Erweiterung (Aufstockung) bereits berücksichtigt werden. Das Flachdach wird als Umkehrdach realisiert. Die PV-Anlage kann einfach demontiert werden.


Zusätzliche Informationen: