Navigationsabkürzungen:

Hauptinhalt:

Neubau des Büro-Passivhaus der Stiftung Waisenhaus in Frankfurt

 

Projektbeteiligte:

Bauherr: Stiftung Waisenhaus

Architekt: Braun & Volleth Architekten

Energieplaner: Ingenieurbüro Klöffel GmbH / Engelbach + Partner Ingenieurges. mbH

Gebäudedaten:

Gebäudetyp: Büro- und Verwaltungsgebäude

Standort: Bleichstraße 10, 60313 Frankfurt am Main

Bruttogrundfläche: 7.092 m²

Jurybewertung

"Die disziplinierte Schließung einer Baulücke in der Innenstadt von Frankfurt zeigt in besonderer Weise auf, wie ein energetisch vorbildliches Gebäude selbstverständlich in den Stadtraum einfügt werden kann. Von dem Erhalt der baulichen Reste einer Stadtmauer, über die Organisation des Grundrisses auf der engen stadträumlichen Parzelle bis zur angemessenen Ausarbeitung eines hochwertigen Energiekonzeptes stellt das 6.000 m² NGF Projekt eine herausragende Lösung dar. Die CO2-neutrale Wärmeversorgung des Passivhauses über Holz wird im sommerlichen Betrieb zusammen mit einer Solarwärmeanlage zur Kälteversorgung via Absorptionswärmepumpe herangezogen. Zur optimierten Betriebsweise der Bauteiltemperierung ist das Einbeziehen von Wetterprognosen vorgesehen."

 

Projektbeschreibung

Gebäudekonzept

Der Neubau besteht aus sieben Obergeschossen und zwei Untergeschossen. In den Untergeschossen sind neben der Tiefgarage mit 38 Stellplätzen auch die Technik- und Lagerräume untergebracht. Im Erdgeschoss befinden sich der großzügige Eingangsbereich und die Lobby für den Vortragssaal. Ebenfalls sind im Erdgeschoss die Mitarbeiterkantine sowie die Anrichteküche angeordnet.

Da das Gebäude im Passivhausstandard gebaut wird, ist eine kontrollierte Lüftung mit begrenzten Luftwechselraten vorgesehen. In die Flachdecken wird eine Betonkerntemperierung eingelegt, über die sowohl geheizt bzw. im Sommer gekühlt wird. Die Außenhülle ist entsprechend den Vorgaben aus dem Passivhaus-Konzept gedämmt, ebenso das Dach. Das Gebäude erhält eine luftdichte Hülle gemäß Passivhausanforderungen.

Energiekonzept

Durch die hohen Anforderungen an die thermische Qualität der Gebäudehülle sowie die Begrenzung der internen Lasten kann der Heiz- und Kühlenergiebedarf des Gebäudes deutlich gesenkt werden. Die Bereitstellung des erforderlichen Frischluftwechsels erfolgt über eine Zu- und Abluftanlage im Gebäude. Neben der hocheffizienten Wärmerückgewinnung von über 85% wird keine weitere Temperierung der Luft vorgenommen.

Zudem werden zur Minimierung der Wärmebrücken alle linienförmigen Bauteile im Übergang zur Tiefgarage in Stützen aufgelöst und die Fassadenverankerungen optimiert. Der Einsatz neuartiger Wärmedämmstoffe zur optimalen Raumnutzung im Städtebau wie Resol, einem innovativen Hochleistungsdämmstoff mit einer Wärmeleitzahl von 0,022 W/mK, oder auch Vakuumdämmpaneelen wird geprüft.

Neben den bereits deutlich reduzierten Energiebedarf des Gebäudes wird der Restenergiebedarf für Heizen und Kühlen mit erneuerbaren Energien wie Holzpellets und teilweise mit Solarthermie gedeckt. So kann der Primärenergieeinsatz gering und der Ausstoß von klimaschädlichen CO2 nachhaltig minimiert werden.


Zusätzliche Informationen: