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Neubau Bildungszentrum "Tor zur Welt" in Hamburg

Projektbeteiligte:
Bauherr: GWG Gewerbe GmbH
Architekt: bof architekten
Energieplaner: ebök / EGS-plan GmbH
Gebäudedaten:
Gebäudetyp: Großes öffentliches Gebäude
Standort: Krieterstraße 5, 21109 Hamburg
Bruttogrundfläche: 5.446 m²
Jurybewertung
"Eingebunden in ein übergeordnetes stadträumliches Konzept entwickelt sich auf rund 5.200 m² das Bildungszentrum Tor zur Welt in Hamburg. Das Ergebnis eines zweistufigen Architektenwettbewerbes setzt die stadträumliche Figur überzeugend in einen funktionalen Grundriss mit hochwertigen Räumen und Zwischenräumen als zeitgemäßer Schulbau um. Die Gebäudehülle entspricht weitgehend dem Passivhausstandard. Notwendige Heizenergie wird CO2-neutral über eine Holzheizung bereitgestellt und via Nahwärme benachbarten Bestandsgebäuden zur Verfügung gestellt. Eine 250 m² Solarwärmeanlage ist in die Wärmeversorgung eingebunden. Das sommerliche Raumklima wird durch Nachtlüftung in Verbindung mit einem Erdreichsolewärmetauscher verbessert. Gebäude- und Energiekonzept sollen in besonderer Weise didaktisch für Bildungszwecke genutzt werden."


Projektbeschreibung
Gebäudekonzept
Der geplante Neubaukomplex auf dem westlichen Grundstück greift die städtebauliche Struktur des westlich direkt angrenzenden Eisenbahnerviertels auf. Die nach Osten hin unvollständigen Blockstrukturen des Eisenbahnerviertels werden durch die Ausbildung klarer Kanten zu einem städtebaulich adäquaten Abschluss geführt.
Das Multifunktionszentrum als gemeinschaftlicher und stadtteilöffentlicher Bereich bildet das Herz der Einrichtung. Es steht sowohl den Nutzern des Bildungszentrums, als auch den Bewohnern Wilhelmsburgs offen. Einladend und offen präsentiert es sich im öffentlichen Raum, fördert einen Austausch zwischen innen und außen und trägt zur Bereicherung des öffentlichen Lebens bei. So wird die Schule in den Stadtteil integriert und kann ihre positive Wirkung auf Wilhelmsburg entfalten.
Eine große Bedeutung kommt dem alle Funktionsbereiche überspannenden, erdgeschossigen Verbindungsbau innerhalb der Neubauten zu. In ihm sind vor allem die allgemeinen und öffentlichen Nutzungen untergebracht. Seinen Auftakt nimmt er im „Ort der Begegnung“. Hier befinden sich der zentrale Eingangsbereich und die Pausenhalle des Bildungszentrums. Von dort aus gelangt man über die Straße des Lernens zu den internen Erschließungshallen der einzelnen Schulbereiche. Offene Treppen führen von dort weiter zu den Lernbereichen der jeweiligen Schulformen.
Energiekonzept
Ein Schulzentrum als Passivhaus ist das Ziel. Erreicht werden soll es mit einer kompakten Bauweise, mit optimiertem Wärmeschutz und hochwertigen Fenstern, durch konsequente Vermeidung von Wärmebrücken und mit einer luftdichten Ausführung der Gebäudehüllen. Eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung ergänzt das Konzept, die Lüftungsanlage dient zudem zur unterstützenden Kühlung per Nachtkühlung. Probleme mit Wetter- und Einbruchsschutz, wie sie bei einer fenstergestützten Nachtlüftung auftreten, werden vermieden.
Mit einer Entkoppelung der Heizungsfunktion von der Lüftungsanlage soll die Lüftungstechnik wesentlich vereinfacht und wirtschaftlich optimiert werden. Darüber hinaus wird die Laufzeit der Lüftungsanlage und damit die Ventilatorenergie reduziert.
Für das gesamte Schulareal ist eine Energiezentrale vorgesehen. Die Wärme wird zum Teil über eine Holzfeuerungsanlage erzeugt. Die Kesselanlage wird mit Holzhackschnitzeln oder Pellets befeuert und enthält auch einen Feinstaubfilter.

