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Sanierung Altes Hallenbad in Heidelberg

 

Projektbeteiligte:

Bauherr: Kraus Immobilien

Architekt: [ssv] architekten

Energieplaner: solares bauen GmbH

Gebäudedaten:

Gebäudetyp: Schwimmbad

Standort: Bergheimerstraße 45, 66115 Heidelberg

Bruttogrundfläche: 7.010 m²

Jurybewertung

"Das langjährig leerstehende Stadtbad im Zentrum von Heidelberg wird durch ein differenziertes Nutzungskonzept hochwertig wiederbelebt und hat das Potential zu einer nachhaltigen Adressenbildung im Quartier. Der Bestand erhält durch gekonnt eingesetzte bauliche Ergänzungen eine zeitgemäße Neuinterpretation auf rund 6.000 m² NGF. Die hochwertige Innendämmung im Altbau harmoniert mit einem energieeffizienten Lüftungssystem. Während die Wärmeversorgung CO2-neutral über Holz vorgesehen ist, basiert die Kälteversorgung standortbezogenen auf Grundwasser und gasmotorischer Absorptionswärmepumpe. Die Abwärme wird zusammen mit der der Lebensmittelkühlung in den Heizkreis eingebunden. Anspruchsvolle Architektur harmoniert mit anspruchsvoller Energietechnik."

 

Projektbeschreibung

Gebäudekonzept

Bei diesem Gebäude wurde das Konzept einer "Markthalle" als einer attraktiven öffentlichen Passage, einem Treffpunkt und Kommunikationsort mit vielschichtigem Nutzungsangebot entwickelt. Dazu werden sowohl die Eingänge von der Bergheimer Straße im Norden, sowie von Süden über den davor liegenden Platz, als öffentliche Zugänge ausgebaut.

Eine besondere Eigenschaft des Gebäudes ist die Split-Level Situation der Hauptebenen. Während die eigentliche Bäderebene ca. 2.40m über dem Platzniveau liegt, befindet sich die Ebene der Katakomben darunter lediglich 1,50m unterhalb des Platzes. In dieser Ebene findet man allerdings sehr eindrucksvolle Räume mit großen Raumhöhen und als Herzstück das, von einer Stahlglaskonstruktion überdeckte, Kesselhaus.

Wichtige, vor allem von außen markante Veränderung wird die Einbeziehung des südlichen Platzes in die Lösung der Eingangssituation sein. Auf dem heute als Parkplatz genutzten Vorbereich soll ein einladender, von einem luftigen Schirmdach überdeckter Platz entstehen, welcher das fehlende Bindeglied zwischen dem öffentlichen Raum und den sehr introvertierten Bädern bildet.

Energiekonzept

Zunächst soll die baulichen Substanz hochwertig saniert werden. In allen Bereichen, mit Ausnahme der Überkopfverglasung, werden 3-fach-Verglasungen eingesetzt. Die Außenwände erhalten eine Außenwanddämmung mit Dämmstärken von etwa 20 cm. Die historische Südfassade wird lediglich innenseitig mit 8 cm gedämmt. Die Bodenplatte erhält einen neuen Aufbau mit 16 cm Wärmedämmung. Im Hauptdach werden Dämmstärken von 30 cm realisiert.

Die vielfältige Nutzung des Bauvorhabens bietet aus Sicht der Energieversorgung eine Reihe von Synergieeffekten. Die hohe Anzahl von Kochbereichen (Markstände und Gastroküchen) führt zu einem hohen Warmwasserbedarf. Gleichzeitig erfordert der hohe Anteil an internen Wärmequellen eine Klimatisierung der Gastrobereiche.

Eine Gasabsorptionswärmepumpe erzeugt zeitgleich Heißwasser mit Temperaturen bis 65°C sowie Kaltwasser mit Temperaturen von etwa 6°C. Durch die gleichzeitige Nutzung von Wärme und Kälte erreicht dieses System sehr hohe Gesamtwirkungsgrade. Der verbleibende Wärmebedarf wird zu 100% regenerativ über eine Holzfeuerungsanlage gedeckt, die sowohl mit Pellets als auch mit Hackschnitzel befeuert werden kann.


Zusätzliche Informationen: