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Studentenwohnanlage Ostersiepen, Wuppertal
„Flexible Wohnnutzung“ und „Nachhaltiges Bauen“ waren die Projektziele, die bei der Planung der Studentenwohnanlage Ostersiepen in Wuppertal im Fokus standen. Mit der Erweiterung der Wohnanlage reagiert das Hochschul-Sozialwerk auf die erwartbar steigenden Studentenzahlen der kommenden Jahre. Ob diese gestiegene Anfrage langfristig bestand hat, ist dabei noch nicht abzusehen. Deshalb wurde bei der Konzeption auf durchlässige Grundrisse für eine vielfältige Nutzung gesetzt.

So urteilte die Jury:
"Die kompakten Baukörpervolumina sind städtebaulich gut in das bewegte bauliche Umfeld integriert. Flexible und gut nutzbare Grundrisse ermöglichen unterschiedlichste Wohnformen und sind ein lobenswerter Beitrag für die Anpassung eines Geschosswohnungsbaus an die gesellschaftlichen Entwicklungstendenzen im Wohnbau. Das reduzierte Detail und der Einsatz nachhaltiger Baustoffe sind ebenfalls hervorgehoben.
Mit einer Hybridkonstruktion aus Stahlbetontragwerk und vorgefertigter, vorgehängter Holztafelbauweise wird Passivhausqualität erreicht. Hierdurch wird eine kosteneffiziente Bauweise ermöglicht und gleichzeitig die notwendige thermische Speichermasse vorgehalten. Die Fensterflächenanteile reagieren klar auf die verschiedenen Himmelsrichtungen. Der Gutschrift für den erzeugten Strom aus einem Biogas-BHKW soll in der Jahressumme etwa 20% des Primärenergiebedarfs der gebäudetechnischen Anlagen ausgleichen. Der Abgleich des Gesamtressourceneinsatzes über den gesamten Lebenszyklus zeichnet das Projekt in seiner Ganzheitlichkeit aus."
Gebäudekonzept
Der Bauherr sieht sich als „öffentlicher“ Bauherr besonders einem nachhaltigen Wirtschaften verpflichtet. Die Betrachtung ist dabei nicht auf den Energiebedarf für den Betrieb der Gebäude reduziert. Die Energieerzeugung und der Gesamtressourceneinsatz über den gesamten Lebenszyklus sind ebenfalls maßgebend.
Zur Bedarfsdeckung der Anfrage nach mehr Studentenwohnungen wird zunächst dieses Bauvorhaben geplant. Ob die gestiegene Anfrage auch langfristig Bestand hat, kann jedoch nicht eindeutig beantwortet werden. Somit sind alle Baumaßnahmen des Hochschul- Sozialwerks Wuppertal so entworfen, dass sie auch für den „normalen“ Wohnungsmarkt nutzbar und attraktiv sind. Die Konzeption von durchlässigeren Grundrissen, von neuen Wohnlandschaften, wird daher seitens des Ministeriums für Bauen und Verkehr auch im Wohnraumförderprogramm als „Experimenteller Wohnungsbau“ gefördert. Da in Wuppertal ein noch nicht gedeckter Bedarf an öffentlich geförderten Wohnungen besteht, wurde die Baumaßnahme im Rahmen des o. a. Wohnraumförderprogramms geplant.
Energiekonzept
Die klassische Passivhausauslegung mit einer Beheizung nur über Luft ist im mehrgeschossigen Wohnungsbau möglich, wird jedoch hier als nicht sinnvoll und nicht wirtschaftlich eingeschätzt. Insofern wurden die hier aufgelisteten Varianten zur Lüftungstechnik jeweils mit zusätzlichen Heizkörpern untersucht. Diese wurden jedoch so dimensioniert und stationiert, dass Fehlbedienungen vermieden werden. Aufgrund der behaglichen Oberflächentemperaturen auch im Fensterbereich (Dreifachverglasung), kann die Heizfläche zur individuellen Nachregulierung im rückwärtigen, durch Möbel nicht verstellbaren Raumbereich angeordnet werden. Für alle untersuchten Varianten konnte der Passivhausstandard nachgewiesen werden. Die Untersuchung erfolgte zur weiteren projektspezifischen Optimierung auf Basis der Erfahrung früherer EnOB-Projekte. Der sommerliche Wärmeschutz wird über den himmelsrichtungsorientierten Einsatz von Sonnenschutzgläsern sichergestellt.



