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Sanierung Roncalli Kolleg München

Wenn man das Studentenwohnheim in der Münchener Nymphenburger Straße anschaut, dann kommt schon der Wunsch nach einer umfassenden Sanierung auf: Neben einer ästhetischen Aufwertung hat der studentische Entwurf der Hochschule München in diesem Sanierungsprojekt aber ganz klar auch energetische Ziele. Die Aufrüstung mit einer modernen Lüftungsanlage, eine erstklassige Dämmung sowie der Einsatz einer Photovoltaikanlage sind die Bestandteiles des Sanierungskonzepts.
So urteilte die Jury:
"Im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen energetischen Sanierung eines Studentenwohnheims aus dem Jahr 1968 wird sowohl auf der Südfassade als auch auf der Nordfassade eine Doppelfassade vorgesehen, die neben der Wärmeverlustminimierung und Nutzung passiver Solargewinne auch dem Schallschutz dient. Schwerpunkt im Umgang mit Energie ist neben der passiven Solarenergienutzung vor allem die Luft-Wasser-Wärmepumpe, welche die Abwärme aus dem Gebäude gezielt nutzt. Ergänzt wird das Energiekonzept durch die im Dach und in der Fassade integrierte Photovoltaik-Anlage.
Bemerkenswert ist der hohe Anteil an regenerativ erzeugter elektrischer Energie, der in der Jahresbilanz zu einem Plusenergiehaus führt. Im Rahmen einer weiteren Bearbeitung des Projekts wäre die tiefere Auseinandersetzung mit den gestalterischen Merkmalen der Bestandsfassade, sowie die Beachtung der unterschiedlichen Orientierungen der beiden Fassaden (Süden/Norden – Garten/Straße) und eine konsistentere Berechnung wünschenswert."
Gebäudekonzept
Das Studentenwohnheim Roncalli Kolleg wurde 1968 gebaut und befindet sich in der Nymphenburger Straße in München, deren Bebauung einer strengen, von der Straße zurückgesetzten Flucht folgt. Die Bandfassade des Stahlbetonskelettbaus ergibt sich durch die Verkleidung mit horizontalen Betonfertigteilen.
Entwurfsziel ist es, die horizontale Gliederung des Gebäudes beizubehalten und zu bestärken. Außerdem soll die Wohnqualität verbessert werden. Der Entwurf sieht eine neue Anordnung der Räumlichkeiten im Grundriss vor. Während sich im südlichen Teil der private Wohnbereich befindet, liegen im Norden die Gemeinschaftsräume. Die einzelnen Studentenzimmer sind nun mit eigenen Nasszellen ausgestattet und haben eine Größe von 16 Quadratmetern. Die Nasszellen, sowie die komplette Einrichtung des Studentenzimmers werden aus glasfaserverstärktem Kunststoff angefertigt und als Fertigteile geliefert.
Energiekonzept
Die Beheizung erfolgt zentral über eine Lüftungsanlage. Die Lüftungstechnik befindet sich in jedem Geschoß in einer abgehängten Decke im zentralen Erschließungsgang. Vor dort aus werden alle Zimmer mit Frischluft und Wärme versorgt, die Abluft wird hingegen über die Sanitärzellen abtransportiert. Die Lüftungsanlage wird in Verbindung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe genutzt. Die Zuluft wird durch Nutzung der Luft aus der Tiefgarage vortemperiert. Die Warmwasserversorgung wird über Durchlauferhitzer in jeder Sanitärzelle gewährleistet. Über die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und Solarpaneelen, die in der Fassade integriert sind, wird ein Teil der benötigten Energie erzeugt. In den Sommermonaten produzierter Stromüberschuß wird in das Stromnetz eingespeist. Anders im Winter, wenn die zusätzlich benötigte Energie über das Stromnetz bezogen wird.
Sowohl nach Norden als auch nach Süden wurden die Räume im Vergleich zum Bestand um 60 Zentimeter zurückgesetzt und dadurch eine Austrittsmöglichkeit geschaffen. Diese Zone, die im Norden als Schallschutz und im Süden als klimatischer Puffer dient, wird durch die Doppelfassade definiert. Die äußere Haut der Fassade, die je nach Witterung geschlossen oder geöffnet werden kann, besteht aus verschiebbaren Glaspaneelen. Diese sind im Süden teilweise fest installiert und zu 1/4 mit Photovoltaik Elementen besetzt. Der erzeugte Strom aus der Fassade und der zusätzlichen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wird zur Konditionierung des Gebäudes genutzt.
Durch die Nutzung einer Vakuumdämmung auf dem Dach, kann die bestehende Höhe der Attika beibehalten und somit auch die Abstandsflächen eingehalten werden. Das Fenster mit Dreifach-Verglasung und einem U-Wert von 0,61 W/m²K bietet im Vergleich zu einer Zweifach-Verglasung einen optimierten Wärmeschutz.



