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Plusenergie-Kinderhaus Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Das Bewusstsein für energieeffiziente Gebäude ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Innerhalb der Gemeinde entstand daher der Wunsch, mit dem neuen Kinderhaus ein Beispiel zu setzen und ein Gebäude mit Signalwirkung zu errichten. Hierbei stehen neben höchster Energieeffizienz auch die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit besonders im Vordergrund. Infolgedessen hat man sich zum Ziel gesetzt, ein Plusenergiegebäude planen und errichten zu lassen, das, soweit möglich und sinnvoll, aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen besteht.
So urteilte die Jury:
"Das kompakte Kinderhaus entwickelt sich mit seiner städtischen Kante dicht am öffentlichen Raum, um den verfügbaren Freiraum optimal und vielfältig für den Bewegungsdrang der Kinder zu nutzen. Die innere Organisation ist klar und übersichtlich, die Verdrehung im Grundriss und die bauplastische Erscheinung des Hauses können die Jury nicht vollumfänglich überzeugen, ebenso die Kategorisierung der Fassadenöffnungen.
Die im Wettbewerb vorgegebene Nutzenergieanforderung wird durch ein sorgsam aufeinander abgestimmtes Gebäude- und Energiekonzept weit unterschritten. Durch thermische und photovoltaische Solarenergienutzung wird auch der Primärenergiebedarf auf weniger als die Hälfte des Referenzgebäudes gesenkt. Der integrale Planungsprozess sichert eine gute Abstimmung zwischen Architektur, Bauphysik und Gebäudetechnik und bezieht die Nutzer des Gebäudes über ein pädagogisches Konzept mit ein."
Gebäudekonzept
Neben der gewünschten Flexibilität bestand die Herausforderung für den Entwurf vor allem aus der dem angestrebten Energieniveau erwachsenden Notwendigkeit auf dem schmalen in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Grundstück einen kompakten Baukörper mit maximaler Südausrichtung bei gleichzeitiger Gewährleistung eines ausreichenden Tageslichteinfalls zu errichten. Dies wurde durch die Begrenzung der zulässigen Gesamtbaukörperhöhe infolge des Bebauungsplans weiter erschwert.
Darüber hinaus sollte die Wahl der Bauteile unter Berücksichtigung von ökologischer Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit erfolgen, wobei zusätzlich die sinnvolle Integration von neuartigen und innovativen Baustoffen und Systemlösungen erwünscht war. Die generellen Anforderungen an Kindertageseinrichtungen, wie z.B. ausreichend dimensionierte, funktionale und zugleich differenzierte Flächen im Gebäudeinneren sowie im Außenbereich mussten, neben Belangen wie Sicherheit, Attraktivität und Zugänglichkeit für Kinder, Erzieher und Eltern aber auch für die Feuerwehr, selbstverständlich auch erfüllt werden.
Energiekonzept
Das Konzept eines Plusenergiegebäudes sieht zunächst eine radikale Reduktion des Energiebedarfs vor. Der verbleibende Restenergiebedarf wird nachhaltig und effektiv gedeckt, wobei insgesamt im Jahresverlauf eine positive primärenergetische Bilanz angestrebt wird.
Zur Reduktion des thermischen Energiebedarfs wird eine hocheffiziente Gebäudehülle vorgesehen. Durch den Einsatz eines hybriden Lüftungssystems, welches im Sommer passive Kühlung und Lüftung des Gebäudes ermöglicht, kann der Energiebedarf für Heizen, Kühlen und Belüften deutlich reduziert werden. Eine weitere Reduktion des Energiebedarfs ist durch den Einsatz von intelligenten Steuer- und Regelungstechniken möglich. Der Bedarf an elektrischer Energie für die künstliche Beleuchtung, der vor allem primärenergetisch relevant ist, kann durch die vorgesehene innovative Kopplung von Tages- und Kunstlichtsystemen deutlich reduziert werden.



