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Peter Backwaren Essen

Moderne Bäckereien sind geprägt durch den intensiven Einsatz von Heiz- und Kühlaggregaten. Bei diesem Projekt wurde bereits in der Konzeptionsfindung die günstigste Kombination von Baustruktur, Technik und Energieaufwand mittels 3D-Simulationstechniken gesucht. Die Planung in einem interdisziplinär besetzten Team ermöglichte es, schnell das Ziel der rationellen und energiesparenden Produktionsstätte unter der Maxime Umweltschutz zu erreichen.
So urteilte die Jury:
"Eine gewerblich-bauliche Anlage mit Vorbildcharakter in architektonischer und energetischer Hinsicht, aber darüber hinaus auch als besondere Arbeitsstätte. Die städtebaulich klar positionierten Baukörpervolumina erzeugen mit einfachen Details für Gebäude und integrierte energetische Maßnahmen ein ganzheitliches Baukonzept.
Im Unterschied zur bestehenden Halle wurde der Glasflächenanteil zur Reduktion der solaren Lasten bei gleichzeitig ausreichend hoher Tageslichtversorgung optimiert. Es besteht die Möglichkeit zur Querlüftung über die ganze Halle. Aussagen zum Umgang mit produktionsbedingten Kühllasten fehlen jedoch. Erwähnenswert sind zusätzliche ganzheitliche Stoffkreis- und Prozessanalysen, unter anderem die Nutzung des Solarstroms für die Backöfen und die Fahrzeugflotte. Die Innovationsfreudigkeit des Unternehmens ist lobenswert."
Gebäudekonzept
Die Bauherr und Planer legten gemeinsam die Randbedingungen für einen ganzheitlich optimierten Neubau fest: Optimierung des Baukörpers, Optimierung der bäckereispezifischen Produktionsabläufe, Optimierung der Ver- und Entsorgung, Optimierung der Arbeitsplatzgestaltung. Für die Berechnung der Kälte- und Wärmelasten wurden nicht - wie bisher üblich - statische Modelle genutzt, sondern ein dynamisches, thermisches Gebäude- und Anlagensimulationsprogramm. Die Analyse von Materialien und Gebäudeformen führte zu einem transparenten und gleichzeitig energiesparenden Baukörper. Als Ergebnis der integrierten Energie- und Produktionsplanung lässt sich festhalten, dass der Jahresenergiebedarf für Heizen bei etwa 31 kWh/m² und für Kühlen bei etwa 450 kWh/m² liegt. Die Baustruktur ist zum größten Teil als recycelfähiger, elementierter Skelettbau konzipiert. Novum ist die komplett hölzerne Dachkonstruktion, eine energetisch wie ökologisch sinnvolle Konstruktion.
Energiekonzept
In Weiterführung energetischer und gebäudeklimatischer Strategien des ersten Bauabschnitts werden bei der neuen Halle alle Werksprozesse, die Werkslogistik sowie die eingesetzten Baumaterialien und technischen Systeme als ganzheitliche Stoffkreisläufe optimiert. Die integrale Planung für Layout und Logistik sowie Gebäude und Haustechnik wird über das gesamte Projekt durch eine Zertifizierung nach DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) begleitetet.
Tragkonstruktion, Hülle und Dach der neuen Halle werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz bestehen. Durch die intelligente Vernetzung von Prozess- und Klimatechnik sowie die Ausführung der Gebäudehülle im Passivhausstandard ist die Prozessabwärme weitestgehend für die Raumkonditionierung ausreichend. Die großen Dachflächen werden komplett mit Photovoltaik bestückt, es es entsteht ein Kraftwerk, das die Sonnenenergie gleichsam direkt in den Backprozess der leckeren Brötchen sowie in die „Betankung“ der Solarmobile der emissionsfreien Lieferflotte für die Verkaufsfilialen einführt.



