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Kontorhaus Holzbrücke
Wie bei der energetischen Sanierung eines Verwaltungsgebäudes Energieeffizienz mit ästhetisch überzeugenden Mitteln erreicht werden kann, zeigt der studentische Entwurf für das Kontorhaus „Tilting Shell“ in Hamburg. In die Fassade integrierte Photovoltaik sorgt ebenso wie Sonnen- und Schallschutzelemente für eine deutliche Aufwertung des Erscheinungsbildes. Ein Clou des Energiekonzepts ist die hauseigene Wasseraufbereitungsanlage, welche die Nutzung von Regenwasser möglich macht.

So urteilte die Jury:
"Im Rahmen der energetischen Sanierung eines bestehenden Verwaltungsgebäudes in Hamburg wurde untersucht, in welcher Form sich Effizienzsteigerung und Fragen der Nutzung von Umweltenergien in gestalterisch überzeugender Weise in Einklang bringen lassen. Eine hochwertig gedämmte Hülle wird in Form einer polyvalenten Doppelfassade hergestellt. Fassadenintegrierte Photovoltaik, sowie auf die Orientierung des Gebäudes abgestimmte Sonnen- und Schallschutzelemente reagieren auf die lokalen Verhältnisse und die Anforderungen des Nutzerkomforts. Die Arbeit überzeugt durch den hohen Durcharbeitungsgrad, der energetischen Analyse und der konstruktiven Umsetzung, wobei der Aspekt der Tageslichtnutzung leider wenig berücksichtigt blieb. Neben dem funktional und energetisch anspruchsvollen Umgang mit dem Gebäudebestand, nutzt die Bearbeiterin die Chance aus der gezielten Nutzung von Umweltenergien heraus die gestalterische Qualität des Gebäudes zu entwickeln."
Gebäudekonzept
Für die beiden Baukörper ist das Nutzungskonzept neu definiert worden. Im Westtrakt ist für die kommenden 10 Jahre ein fester Mieter vorgesehen. Der Osttrakt kann etagenweise vermietet werden. Die Büroräume des Osttraktes gliedern sich um einen zentralen Kern und bieten Arbeitsplätze an der Nord- und der Südfassade. Die Kernzone umfasst den Empfangsbereich, Toiletten, eine Küche, ein Besprechungsraum sowie die raumlufttechnischen Anlagen. Im Westtrakt bilden Erschließung, Toiletten, Küche und Serverraum einen kompakten Riegel entlang der Ostfassade. Die Büroflächen sind C-förmig entlang der Süd-, West-, und Nordfassade angeordnet. Im Erdgeschoss sind unterschiedliche Funktionen denkbar.
Die vertikale Erschließung befindet sich zentral zwischen dem West- und dem Osttrakt. Barrierefreiheit ist durch die neu geplante, vorgelagerte Rampe entstanden. Die Erweiterung des Eingangsbereiches durch den Raum um die Rampe und die Galerie im ersten und zweiten Obergeschoss bilden einen repräsentativen Charakter und ermöglichen es, ein Corporate Design zu zeigen. Der gesamte Erschließungstrakt soll als visueller Kommunikationsraum fungieren. Durch vor- und zurückspringende Geschossdecken und Stege entstehen Blickbeziehungen zwischen den verschiedenen Ebenen.
Energiekonzept
Das Lüftungskonzept für das Gebäude resultiert aus den optimierten Bürogrundrissen und der Vorgabe einer möglichst effizienten Wärmerückgewinnung. Im Osttrakt ist eine Funktionsschiene mit Sanitäranlagen, Küche und temporär genutztem Konferenzraum vorgesehen. Die zentrale raumlufttechnische Anlage wird etagenweise installiert.
Die Grundlagenermittlung für das Grundstück legt die Nutzung des vorhandenen Fernwärmeanschlusses nahe. Denn der Primärenergiefaktor von 0,568 ist außergewöhnlich niedrig und ermöglicht besonders auf der urbanen Ebene eine nachhaltige Energieversorgung für das Objekt.
Die überschüssige Abwärme des Kraftwerkes wird mittels eines Wärmetauschers zur Aufheizung des Trinkwarmwassers genutzt. Wasser soll in diesem Projekt besonders verantwortungsvoll behandelt werden. Auf der Dachfläche des Westtraktes wird das Regenwasser aufgefangen und für die Toilettenspülung verwendet.



