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Elbarkaden HafenCity Hamburg
Der Gebäudekomplex „Elbarkaden“ ist ein wichtiger Teil des derzeit grössten Stadtentwicklungsprojekts in Europa – der HafenCity Hamburg. Die privilegierte Lage an der Wasserkante des Magdeburger Hafens, die umgebende historische Speicherstadt sowie die Forderung nach einem umfassend nachhaltigen Gebäude bestimmen den Entwurf. Neben der Deutschland-Zentrale von Greenpeace und Ateliers für den ‚Designxport’, sollen auch vielfältige Wohnungen verwirklicht werden. Diese dreifache Nutzung wird schon von außen erkennbar sein und die architektonischen Ansprüche an die exklusive Lage erfüllen helfen.

So urteilte die Jury:
"Im Rahmen des prägnanten städtebaulichen Kontextes wird das großmaßstäbliche Gebäudeensemble geschickt integriert. Die bauplastisch ausgeprägte Differenzierung in einen großzügigen Sockel in Form eines Stadtbalkons und der darauf aufsitzenden mäandrierenden Bebauung, passen sich in Ausdruck und Wirkung auch mit der Materialwahl Ziegel, wohltuend und doch bestimmt in die prägnante Umgebungsbebauung ein. Die hohe äußere Gestaltqualität wird konsequent räumlich wirksam im Inneren fortgesetzt. Binnenräume von hoher Aufenthaltsqualität und gut geschnittenen Wohnungen bieten eine optimale Plattform für die angebotenen energetischen Konzepte der Bauanlage. Der energetische Beitrag der Windräder wird im Zusammenhang mit der Beeinträchtigung der architektonischen Form und dem konstruktiven Aufwand nicht als angemessen eingestuft."
Gebäudekonzept
Für das Konzept der „Elbarkaden“ bilden der Respekt vor dem städtebaulichen historischen Kontext und die repräsentative Lage am Wasser die entwurfsbestimmenden Faktoren: Das Gebäude soll sich in seine Umgebung einfügen und Teil der neuen HafenCity Hamburg werden. Dabei werden bereits aus der Ferne die drei unterschiedlichen Nutzungen (Greenpeace, Designxport, Wohnen) sichtbar. Die Materialisierung aus Klinker in Kombination mit grosszügigen, dynamischen Glasmembranen schafft dabei ein homogenes Bild, das gleichzeitig sehr hohen Wiedererkennungswert besitzt. Das Gebäude ist integral konzipiert unter Einbezug regenerativer Energien, grauer Energie, Regenwassernutzung, Wärmerückgewinnung und Ausgleichsflächen für Pflanzen und Tiere.
Der kompakte Baukörper soll aus weitestgehend vorgefertigten Bauteilen mit Passivhausqualität sowohl im Wohn- als auch im Bürobereich erstellt werden. Die baukonstruktiv vorhandene Speichermaße wird durch intensive Nachlüftung zur Verbesserung des sommerlichen Raumklimas herangezogen. Serverräume und Spezialnutzungen werden durch Erdsondensysteme gekühlt. Bei Heizbedarf im Gebäude wird die Abwärme prioritär zur Deckung genutzt. Die Lüftung mit Wärmerückgewinnung erlaubt die Vorkühlung und Vorerwärmung der Zuluft über das Erdsondenfeld.
Energiekonzept
Der Wärme- und Strombedarf ist auf ein absolutes Minimum beschränkt und beruht auf dem Niedrig-Exergie-Ansatz. Statt High Tech stehen passive Maßnahmen, solare Gewinne, Windenergie und optimal aufeinander abgestimmte Systemkomponenten im Vordergrund. So minimiert eine hochwertige, vorfabrizierte Gebäudehülle ohne Wärmebrücken, Speichermasse und Nachtauskühlung den Wärme-/Kühlbedarf. Auf die Gebäudekühlung soll so auch weitgehend verzichtet werden. Interne Lasten werden minimiert indem Geräte mit hohen thermischer Abwärme zentral im dafür vorgesehenen Serverraum platziert werden.
Neben dem Anschluss an die umweltfreundliche Fernwärme werden für Teilbereiche alternative Lösungen untersucht, die noch günstigere Ergebnisse erwarten lassen (Erdsonden Wärmepumpe, Biogas BHKW). Bei hoher elektrischer Energieeffizienz sollen Solarstromanlagen und Windräder auf dem Dach den gebäudetechnischen Primärenergiebedarf in der Jahressumme zu einem Großteil ausgleichen.
Durch die optimierte thermische Situation zeigt sich ein Wärmebedarfsprofil mit starker winterlicher Spitze. Es wird unter monatlicher Betrachtung eine Energie- Autarkheit für Wärme und Betriebsstrom erreicht. Dies bedingt, dass in der Jahresbilanz rund ein Drittel Stromüberschuss resultiert. Dieser kann ins Netz eingespeist und für die Elektromobilität genutzt werden.



