Navigationsabkürzungen:

Hauptinhalt:

Deutsche Schule Madrid

Die Wiederentdeckung traditioneller Baumethoden trifft in Madrid auf organische Formen: Die Planer der Deutschen Schule in Madrid arbeiteten unter der Maßgabe, dass Schulgebäude zukunftsweisend seien und eine Schlüsselposition für Baukultur und Nachhaltigkeit einnehmen. Neben der energetischen Nachhaltigkeit des Gebäudes stand auch der soziale Aspekt im Vordergrund – die Schule soll ihre Aufgabe als prägendes Lebensumfeld der Schüler auch in ästhetischer Hinsicht erfüllen.

 

So urteilte die Jury:

"Städtebaulich und auch im konzeptionellen Entwurfsansatz überzeugt dieses Projekt durch seinen intelligenten Umgang mit der Aufgabenstellung und der kontextuellen Antwort. Schule als ein besonderer Ort mit Vorbildcharakter für die Bildung, der auch baulich für eine hohe Identifikation sorgen wird. Auf die besonderen klimatischen Bedingungen in Zentralspanien antwortet sowohl die Architektur als auch der vielfältig konzipierte Freiraum in besonderem Maße. Energetische Konzeptionen und Architektur werden konzeptimmanent zusammengeführt und bereichern selbstverständlich die neue Schulanlage. Eine gute Adresse für deutsche Baukultur und Energieeffizienz Made in Germany."

 

Gebäudekonzept

Am neuen Standort im Norden Madrids gilt es, die Tradition dieser erfolgreichen Privatschule fortzuführen. Durch vielfältige visuelle und räumliche Bezüge und Begegnungsangebote im Gebäude wird die Gruppenidentifikation und interkulturelle Begegnung gestärkt.

In diesem Ensemble sind die vielschichtigen Nutzungsbereiche als klare Einheiten ablesbar. Die Häuser der unterschiedlichen Schulbereiche umfassen dabei jeweils einen Innenhof, einen Patio, der auch die konzentrierte Atmosphäre eines Kreuzganges modern interpretiert und zugleich die Weite der Sierra durch die Öffnung zur Landschaft erlebbar macht. Die Verschmelzung der Gebäude gleicht einem organisch gewachsenen Gefüge. Alle Gemeinschaftsbereiche – die Foyerhöfe, die Mensa, ein Konzertsaal mit 1.000 Plätzen, die Bibliothek und die Sporthalle – rahmen den Vorplatz und verbinden die Schulhäuser miteinander.

Energiekonzept

Der sommerheiße Standort Madrid prägt das Energiekonzept des Gebäudes. Aufständerung des Gebäudes, überdachte Außenräume und Rücksprünge in der Fassade mindern die sommerliche Wärmelast und steigern in Verbindung mit großen Speichermassen die Aufenthaltsqualität. Ein angemessener Dämmstandard und eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung versprechen niedrige Heiz- und Kühllasten und eine für die hohe Belegungsdichte einer Schule gute Luftqualität. Die groß dimensionierten Luft-Erdregister sorgen je nach Jahreszeit für Vorwärmung bzw. Vorkühlung der Luft. Durch indirekte Verdunstungskühlung wird umweltfreundlich Kälte zur Zuluftkühlung bereitgestellt. Sonderräume werden durch die Abwärme eines Erdgas-BHKWs über eine Absorptionskältemaschine gekühlt. Die winterliche Abwärme des BHKWs deckt die Grundheizlast. Eine Solarstromanlage mit Dünnschichtzellen auf dem Dach reduziert den Peakstrombedarf des Gebäudes und speist ins Netz ein, so dass in Verbindung mit dem BHKW in der Jahresbilanz ein 39%iger Ausgleich des Primärenergiebedarfs erreicht wird. Es ist zu hoffen, dass die detaillierte Durcharbeitung die Konzeptqualität beibehält und auch die Herstellungsenergie in den Kontext der Betrachtung einbezieht.

Eine Besonderheit ist das Thermolabyrinth, das mit einer gesamten Lauflänge von ca. 600 m unter dem Gebäude vorgesehen ist. Im Winter wird die Temperatur der Außenluft von im Mittel 0°C auf etwa +8°C angehoben und im Sommer von 36°C auf etwa 19°C abgekühlt. 

  


Zusätzliche Informationen:

Projektbeteiligte

 

Gebäudekenndaten

Gebäudetyp: Neubau Schule
Bezugsfläche: 21.494 m2
Primärenergiebedarf:
92,72 kWh/m2a
A/V-Verhältnis: 0,35 1/m